Flug für ein Ungeborenes buchen

Gepostet am Aktualisiert am

Up in the air!

Unser zweites Kind bereitet sich so langsam aber sicher vor, ein Teil unserer kleinen Familie zu werden. Ob es weiß, worauf es sich da einlässt? Als echtes Bauer-Reisekind haben wir natürlich schon eins gemacht: Den nächsten Flug gebucht, inkl. Baby. Das ganze Procedere ist gar nicht so einfach!

Zunächst einmal: Wir haben uns lange überlegt, wann ein erster Flug mit Baby sinnvoll ist. Alejandra war damals sechs Monate alt und wir haben das „Reisen mit Kind“ vorher mit einer Autoreise durch Italien, Frankreich und die Schweiz geprobt. Heute muss ich darüber schmunzeln. Mit Kind verreisen ist keine große Sache, es sei denn, man macht daraus eine große Sache. Sprich: Die Einstellung, ob ich „Reisen mit Kind“ als anstrengend oder kompliziert empfinde, ist entscheidend dabei, ob „Reisen mit Kind“ eine große Sache ist oder eben nicht. Ob ich nun fliege, mit dem Auto fahre oder in einen Zug steige.
Heute sind wir mutiger. Wir wissen, dass es egal ist, wie alt ein Kind ist. Wichtig ist, dass wir uns das zutrauen. Und so planen wir im März 2017 unsere nächste große Reise, dieses Mal mit zwei Kindern, und ja, es geht wieder um die halbe Welt. Unser kleiner Zwerg wird dann ca. 3 Monate alt sein.

Aus Erfahrung wissen wir jedoch auch, dass es Sinn macht, lange Reisen frühzeitig zu planen und zu organisieren. Das ist einfach eine Kostenfrage. Spontanität macht zwar mehr Spaß, ist in der Regel aber auch teurer. Wenn ich mich heute entscheide, nächsten Monat nach Argentinien zu fliegen, zahle ich dafür wesentlich mehr Geld, als wenn ich das schon ein halbes Jahr im voraus kalkulieren kann. Und wenn es ein zentrales Hindernis beim „Reisen mit Kind“ gibt, dann ist es – neben der gesundheitlichen Verfassung – das liebe gute Geld.

Wir wollen also Flüge buchen und gehen dafür in unser Haus- und Hof-Reisebüro. Damit haben wir immer gute Erfahrungen gemacht, außerdem mögen wir den persönlichen Kontakt. Wir kennen die Mitarbeiter und vertrauen auf ihre Expertise. Allerdings haben sie auch hier noch nie ein Flugticket für ein ungeborenes Baby buchen müssen. Wie das also machen? Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen hat jede Airline ihre eigene Policy, damit zu verfahren. Manche benötigen einfach nur die Flugbuchung des jeweiligen Elternteils, welches mit dem Baby fliegen wird. Mit der Geburt des Kindes kann das Baby schließlich auf den entsprechenden Flug nachgebucht werden, da Kinder unter zwei Jahren keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz im Flugzeug haben. Das Baby fliegt dann auf dem Schoß der Eltern mit und wird mit einem, von der Airline gestellten, Loop Belt gesichert. Das heißt: Ungeborene können gar kein eigenes Ticket buchen, sondern fliegen auf das Ticket der Eltern mit.

Was ist aber, wenn Eltern ein paar Sonderkonditionen heraushandeln wollen? Es gibt beispielsweise Eltern, die aus Angst vor möglichen Turbulenzen oder Sicherheitsmängeln während des Fluges ihr Kind nicht mit einem Loop Belt, sondern mit einem eigenen Sitzplatz sichern wollen (hier braucht das Baby eine flugzeugzertifizierte Babyschale, die die Eltern selbst stellen müssen). Andere möchten bereits spezielle Sitze im Flugzeug vorbuchen. In unserem Fall wollten wir sicher gehen, dass wir auf allen Flügen die sogenannte Eltern-Kind-Reihe bekommen. Diese Sitze bieten neben viel Beinfreiheit (wir sind RIESEN) auch ein Baby Bassinet, in welchem die Kleinen schlafen können (oder das auch einfach mal als Sammelstelle fürs Handgepäck dient). Insbesondere auf Langstreckenflügen, die wir fast ausschließlich gebucht haben, ist das eine Annehmlichkeit, die wir zu schätzen gelernt haben. Diese Reihe ist allerdings sehr beliebt und schnell ausgebucht.

Tja, und jetzt kommen wir wieder auf die Airline zurück. Manchen Airlines genügt es, das Kind bei Geburt mit einem Anruf nachzubuchen. Wir fliegen mit Singapore Airlines und die wollten schon ein paar mehr Informationen: Wann wird Ihr Kind geboren? Wie soll Ihr Kind heißen? Die zweite Frage impliziert bereits, dass das Geschlecht bei der Buchung bekannt sein sollte. Eltern, die sich beim Geschlecht überraschen lassen wollen, haben also schon mal einen Nachteil. Und solche wie wir, die bei jeder Ultraschalluntersuchung eine andere Aussage zum Geschlecht erhalten, müssen Russisch Roulette spielen. Wir haben also den errechneten Geburtstermin und das „wahrscheinlichere“ Geschlecht sowie den Namen, den wir uns ausgesucht haben, angegeben. Der Name darf also auch nicht mehr geändert werden. Falls das Baby nun mit dem anderen Geschlecht, also auch mit einem anderen Namen, zur Welt kommt, muss das Erwachsenen-Ticket, auf welches das Baby registriert wurde, neu eingebucht und zu einem teureren Preis bezahlt werden. Das ist schon recht frech. Sonst hätten wir jedoch mit der Buchung warten und einen insgesamt teureren Tarif für alle akzeptieren müssen. Jeder muss also für sich entscheiden, wie hoch seine Risikobereitschaft ist.

Die nächsten Schritte werden nun sein, die Geburt abzuwarten und unser neues Travel-Baby willkommen zu heißen. Dann wird es schleunigst darum gehen, seinen Reisepass zu organisieren (wird sofort bei Beantragung ausgestellt), Impfungen durchführen zu lassen und, ach ja, sich kennenzulernen, zu kuscheln und einen Rhythmus zu finden. Selbst wenn wir es gar nicht erwarten können, dem kleinen Mäuschen die große weite Welt zu zeigen.

alejandra

 

5 Kommentare zu „Flug für ein Ungeborenes buchen

    Hartmut // 4aufeinenstreich sagte:
    Oktober 6, 2016 um 1:06 pm

    Genau so! Alles eine Einstellungssache! Können euch da nur voll beipflichten!

    Das mit dem Ticket für das ungeborene Leben kenne ich auch noch, haben wir vor ca 12 Jahren auch gemacht. Kann mich nicht mehr an die Fluggesellschaft erinnern, aber war vermutlich SAS. Damals mussten wir kein Geschlecht angeben (hätten wir auch nicht gewusst, da es bei uns nur eine einzige frühe Ultraschalluntersuchung zur Feststelllung der Schwangerschaft gab, da sieht man noch nicht viel…). Ich glaube als Vorname stand da „unborn“ oder „child“ so genau, weiß ich das auch nicht mehr. Wir sollten dann einfach Namen und Geschlecht nachbuchen. Aus der Reise wurde dann letztendlich aus familiären Gründen leider nichts, und es ging erst ein paar Monate später auf eine kürzere Reise, und die buchten wir spontan nach der Geburt unseres ersten Kindes.

    Weiterhin euch alles Gute – bald zu viert!
    LG
    Hartmut

      Familie Bauer auf Weltreise geantwortet:
      Oktober 7, 2016 um 7:22 am

      Hi Hartmut,
      das ist spannend. Ich habe auch gelesen, dass es da ganz unterschiedliche Airline-Policys gibt. Air Berlin zum Beispiel braucht auch keinen Namen, dafür gilt der gebuchte Tarif erst mit Geburt. Das heißt, letztendlich hat man zwar einen Platz im Flugzeug sicher, zahlt aber nicht den Preis zum Zeitpunkt der ursprünglichen Buchung. Ich fand es bei Singapore Airlines ganz cool, dass wir den günstigen Tarif behalten können, wenn der gebuchte Name bestehen bleibt 😉
      Alles Liebe, hoffentlich sehen wir uns bald mal ganz in echt, vllt am ein oder anderen Ende der Welt?
      Sarah + Family

    David sagte:
    Oktober 19, 2016 um 2:12 pm

    Spannendes Thema – darüber habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht. Danke auch für die Tipps, man weiß ja nie, wann man mal in diese Situation kommt!

    Viele Grüße
    David

    Mira sagte:
    Dezember 17, 2016 um 5:19 am

    Hallo Simone,
    Bin beim stöbern im Netz auf eure Seite gestoßen. Wir wollen im nächsten Jahr Dezember um Januar nach Neuseeland und Australien. Auch wir erwarten das zweite Kind , allerdings im März. Unsere erste Tochter geht schon zur Schule und da gibt es ja einiges zu planen. Wann sollten wir anfangen mit der Planung und Buchung? Wir sind noch nicht sicher ob mit Wohnmobil oder festem Wohnsitz- Haustausch o.ä.
    Liebe Grüße,
    Mira

      Familie Bauer auf Weltreise geantwortet:
      Dezember 17, 2016 um 8:56 am

      Hallo Simone,
      wie schön, dass es für Euch mit den zwei Kids nach Neuseeland und Australien geht. Wie wäre es denn in den Sommerferien Eurer Tochter, dann wäre Euer Zwerg ja schon 3-4 Monate alt. Dann hättet ihr zumindest 6 Wochen Reisezeit, ohne Euch mit bürokratischen Hürden herumschlagen zu müssen. Natürlich könnt ihr auch einen Antrag stellen, dass ihr länger reisen „dürft“. Wir haben auf Reisen Familien mit schulpflichtigen Kindern getroffen, die das ebenso gemacht haben. Die hatten den Schulstoff für die geplante Zeit einfach dabei.
      Buchen würde ich direkt dann, wenn ihr dazu genaueres wisst. Frühe Planung spart Geld, das mussten wir selbst schon oft genug erleben. Das betrifft vor allem die Flüge! Und wie ihr vor Ort reist, müsst ihr Euch selbst fragen: Was mögt ihr gern? Wir machen zum Beispiel gern einen Mix aus allem, um so flexibel wie möglich zu bleiben. Für viele würde das aber auch Stress bedeuten.
      Liebe Grüße an Euch von den 4 Bauers

Hinterlasse uns ein Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s