Ganz nahe dran

Gepostet am Aktualisiert am

Alejandra, Cairns Tropical Zoo, Cairns, Australien 2014

Cairns und Umgebung ist ein tolles Fleckchen Erde, um als Familie mit Kind, Generation-Y-Backpacker oder Rentnertouri einige Zeit zu verbringen. Australiens tropischer Norden birgt mit dem Daintree Rainforest die ältesten Baumkronen der Welt, James Cook hat sich vom Cape Trip hypnotisieren lassen und das Great Barrier Reef spricht ja sowieso für sich. Doch wir fangen klein an. Im Cairns Tropical Zoo.

Direkt auf dem Captain Cook Highway zwischen Palm Cove und Cairns liegt der Zoo und der Name lässt Großes erwarten. „Tropical“ im Kontext mit Touristenattraktionen – so denke ich mir – bedeutet wahrscheinlich ein Animationsparadies. Ich habe vielleicht zu viel „Crocodile Hunter“ mit Steve Irwin gesehen, dessen Hinterlassenschaft „Australia Zoo“ wirklich ein Animationsparadies sein muss (das erfahren wir noch). Doch als wir vor dem Eingang des Cairns Tropical Zoos stehen, sind wir überrascht, wie überschaubar das Forum ist. Und hier tummeln sich nicht nur Touristen, sondern viele, viele einheimische Mamis mit Kleinkindern, die sich zum Klatsch-und-Tratsch treffen. Gemütlich und irgendwie persönlich. Und für Alejandra genau das Richtige.

Kurz zu den Fakten: Im Jahr 1980 entschied sich die ansässige Familie Freeman für die Eröffnung eines Zoos in Cairns, der sowohl Touristen locken als auch Aufklärungsarbeit für Australiens Wildlife leisten wollte. Mittlerweile um einiges an Hektar angewachsen und vielfach ausgezeichnet, kann man hier an 364 Tagen im Jahr (ausgenommen der Heilige 25. Dezember) zwischen 8.30 und 16 Uhr große und kleine, mehr und weniger giftige Tiere beobachten, füttern und sogar mit ihnen auf Tuchfühlung gehen. Die Eintrittspreise können sich sehen lassen: Ein Erwachsener zahlt hier 34$, ein Kind ab vier Jahren stolze 17$, alles darunter ist frei. Ein fairer Kompromiss ist, dass man innerhalb von fünf Tagen noch einmal kostenlos mit der gebrauchten Eintrittskarte und der Vorlage eines Reisepasses zurückkommen kann. Außerdem berechtigt die artgerechte und ordentliche Haltung der Tiere ja auch einen entsprechenden Eintrittspreis und dann ist es für mich okay. Einzig und allein der Souvenir-Shop am Ende des Zoos sollte mit Scheuklappen betreten werden – hier gibts auch made in china nicht unter 10$. Dann doch lieber ein paar Münzen in die Spenden-Box werfen. Und noch ein Tipp: Am Eingang des Zoos wird für 2$ pro Tüte Känguru-Futter verkauft. Das ist wirklich rausgeschmissenes Geld, da die Kängurus und Wallabees dort von den vielen Besuchern buchstäblich übersättigt sind.

Wo wir auch schon bei den Tieren wären. Trotz der eher unspektakulären Aufmachung des Zoos finden hier viele verschiedene Arten ein zuhause. Reptilien wie beispielsweise die zum fürchten große Alligatoren sowie die niedlichen Koalas und Wombats, aber auch verschiedene Vögel, Schlangen und Dingos kann man hier beobachten. Für (Klein-)Kinder gibt es ein ganz klares Highlight: Das Programm „Cuddle a Koala“ bietet die Möglichkeit, für 18$ einen Koala auf den Arm zu nehmen und sich dabei mit ihm fotografieren zu lassen. Wir kommen genau zu Beginn um 11.30 Uhr und Alejandras Augen weiten sich erwartungsvoll, als sie die Kinder sieht, die den kleinen Freund auf dem Arm halten dürfen. Mit etwas Skepsis stellen wir uns schließlich in die Schlange einer 30-Kopf-starken japanischen Schulklasse, die ebenfalls auf das Vergnügen wartet. Die Mitarbeiter, die das ganze Spektakel im Zaum halten, sind sichtlich genervt. Es ist unglaublich laut und es blitzen permanent – ganz klischeehaft – Handys und Kameras. Ganz wohl fühlen wir uns nicht. Doch die Tiere wirken entspannt und werden regelmäßig von den Mitarbeitern ausgetauscht, das beruhigt unser Gewissen. Und für Alejandra ist der kurze Moment mit dem Koala, als wir dann an die Reihe kommen, ein unglaubliches Erlebnis. Sie darf ihn zwar noch nicht selbst halten (erst ab 1,20 m Körpergröße), doch allein die Berührung mit dem kleinen Freund ist so ein intensiver Moment, dass sie danach wie paralysiert ist. Noch den ganzen restlichen Tag wird sie davon erzählen. Und ich muss sagen, für mich, die ich den Koala auf dem Arm hatte, war es auch sehr Besonders.

Cuddle a koala, Cairns Tropical Zoo, Cairns, Australien 2014

Ein weiteres Highlight ist die Option, zu den Kängurus und Wallabees ins Gehege zu steigen und sogar von Hand zu füttern. Wie gesagt, spart Euch bloß das Känguru-Futter. Die meisten Besucher verlassen aus dem Grund das Gehege schnell wieder. Die Tiere liegen nämlich fast die ganze Zeit faul zusammen und haben keine Lust, aus der Hand zu fressen. Doch Alejandra kommt auf die Idee, ein herumliegendes Blatt aufzuheben und ihnen anzubieten. Das belächle ich zu Beginn noch, doch dann fangen die Tiere plötzlich an, ihr die Blätter aus der Hand zu fressen. Das weckt das Interesse vieler Besucher und es kommen nach und nach immer mehr in das Gehege und versuchen das Gleiche. Das Schöne ist: Daraus ergibt sich eine ganz eigene Dynamik aus Freude, die Kängurus und Wallabees aus ihrer Trägheit zu locken, und dieser aufregenden Erfahrung, dieses eigentlich ja sehr kraftvolles Tier aus nächster Nähe zu erleben. Als die Gruppe genug von uns hat, hüpft sie gemeinsam in abdankender Manier davon – ganz so, wie man eben glaubt, dass dies doch typisch für Kängurus und Wallabees ist. Die Kids staunen!

Der Versuch, aus der Tüte zu sprechen, scheitert. Cairns Tropical Zoo, Cairns, Australien 2014

Wer übrigens am Tag keine Zeit hat, den Cairns Tropical Zoo zu besuchen, weil er mit Eifer die schöne Umgebung erkundet, kann dies auch bei Nacht tun. Der Night Zoo hat dann wirklich Animationscharakter, mit großem Menuaufgebot im australischen BBQ-Style, Showeinlagen und Lagerfeueratmosphäre. Natürlich werden auch die Tiere ins Programm mit aufgenommen, die Nachts teilweise viel aktiver sind als am Tag. Allerdings muss man dieses Event vorbuchen, also nichts für Spontane. Für uns war das auch keine Option. Wir kamen lieber ein paar Tage später noch einmal in den Zoo zurück und nutzten das Free-Return-Ticket aus. Für Kinder ist dieser Zoo ein unerschöpfliches Abenteuer. Und weil er eben nicht so überlaufen ist wie viele andere Touristenattraktionen dieser Art in Australien hat man wirklich das Gefühl, den stolzen Tieren ganz nahe zu sein.

2 Kommentare zu „Ganz nahe dran

    Sonja sagte:
    Februar 11, 2016 um 7:27 am

    Das sind ja tolle Bilder und Eindrücke.

    Ich verfolge deine spannende Beiträge schon länger und bin immer wieder begeistert.

    Wir sind schon seit einen knappen Jahr dabei unseren Traum von Australien in die Tat umzusetzen, allerdings hat es bis jetzt noch nicht geklappt. Es kommen immer wieder Dinge dazwischen. Aber sollten wir es doch noch schaffen, dann werde ich mir den Cairns Tropical Zoo auf jeden Fall anschauen.

    LG
    Sonja

      Familie Bauer auf Weltreise geantwortet:
      Februar 28, 2016 um 9:29 am

      Liebe Sonja,
      danke für deinen Beitrag. Wir freuen uns immer total, wenn wir Tipps und Tricks weitergeben können. Lasst Euch nix dazwischen kommen…die Zeit vergeht zu schnell und irgendwann spricht zu viel dagegen, eine Reise wie nach Australien anzutreten. So, go for it!!! Wenn ihr noch Ermutigung braucht, sagt Bescheid :)))

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