Australien will fliegen

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3 Äffchen am Domestic Airport Sydney, Australien 2014

Nach einigen Wochen der Nomadenpause an den Northern Beaches von Sydney beschließen wir, dass es Zeit ist weiterzuziehen. Bald treffen wir uns mit unserem Bruder Jan („Gonkel„) im tropischen Norden bei Cairns und irgendwie müssen nun dorthin kommen. Fliegen? Kann ja jeder. Also was sonst? Mit dem Zug? Bus? Per Anhalter?

Ganz ehrlich? Die Idee, einmal mit dem Zug die Ostküste Australiens hoch zu fahren, schlummert schon lange in meinem Kopf. Dabei ist die Route gar nicht mehr die „spannende“ Erfahrung – die haben Alejandra, Julian und ich 2012 bereits erkundet. Viel interessanter ist die Zugfahrt an sich. Die vorbeiziehende Landschaft, der Halt an kleinen verschlafenen kleinen Nestern und natürlich die unterschiedlichen Leute, mit denen man sich viele, viele Stunden ein Abteil teilen wird und deren Geschichten man aufsaugen kann. Die Zugfahrt nach Cairns, so viel weiß ich bereits, ist nämlich eine 2-Tages-Anreise. So weit, so lang, so gut. Macht man sich an die Organisation so einer Zugreise, vergeht einem die Lust allerdings ziemlich schnell.

Generell gilt in Australien: Zugfahren ist teuer. Es gibt eine Menge verdammt schöner Strecken im ganzen Land, die allein mit dem Blick auf die Karte Sabberreaktionen auslösen. Mitten durchs Outback, die Südküste entlang, oder hoch nach Darwin, alles ist möglich. Oder fast alles. Natürlich sind auch hier die Strecken lang, eine Pritsche zum Schlafen wäre da zumindest eine nette Idee. Doch selbst die ist für den kleinen Rucksacktouri schlicht kaum bezahlbar. Dies ist zumindest bei den großen Fernzug-Anbietern „The Ghan“, „Indian Pacific“ oder „The Overland“ der Fall. Hier ist man mit mindestens ein paar hundert, maximal einigen tausend Dollarn dabei.
Das popelige normalo Verkehrsnetz von Australien nimmt einen zwar auch mit. Doch auch hier ist das Preis-/Leistungsverhältnis schepper als schepp. Laaaange Zugreisen ohne richtige Schlafmöglichkeiten, grandios blöde An- und Abfahrzeiten bzw. Umsteigezeiten (die Bundesstaaten in Australien arbeiten nicht besonders effizient zusammen) um Mitternacht oder im frühsten Morgengrauen und dazu albern hohe Preise. Von Sydney aus wäre das eine Abreise kurz vor Mitternacht und eine Ankunft um vier Uhr morgens in Brisbane. Dann umsteigen oder direkt ins Hostel? Rein organisatorisch schreckt mich beides mit einer 3-Jährigen ab, obwohl ich Alejandra reisetechnisch viel „zumuten“ kann.

Alternative: Bus? Ähnliches Problem. Außerdem war Busfahren war noch nie romantisch. Und ist mit Kind auf lange Strecken einfach unpraktisch („Mama, ich will aufstehen“, „Mama, ich muss mal aufs Klo“ etc). Okaaaay.

Per Anhalter? Am Abend unserer Planung sehen wir eine Kriminal-Dokumentation über einen Backpacker-Killer im Fernsehen, der vor einigen Jahren überall in Australien abenteuerlustige junge Menschen umgebracht hat. Waaaaah. Was sollen wir denn jetzt machen? Last Exit: Doch mal nach günstigen Flügen gucken? Ja, das kann nämlich jeder.

Ach man, ist das verlockend. Selbst die große Fluggesellschaft Qantas bietet für australische Verhältnisse lächerliche Preise, besonders zur Früh- und Spätabreise, wenn wir dazu ohne Verpflegung und irgendwelcher Sonderwünsche einen Flug nach Cairns buchen (140$). Noch günstiger ist man mit Tiger Airways, Jetstar oder Virgin Australia unterwegs (teilweise nur 50$ pro Strecke!). Doch mein Herz und mein statistikverseuchter Verstand schlugen noch nie für Billigfluggesellschaften, außerdem bezahle ich seit Alejandras Geburt auch gern ein paar Euro bzw. Dollar mehr für ein sichereres Fluggefühl. Ein paar schnelle Klicks später haben wir also unseren Flug mit Qantas von Sydney nach Cairns dingfest gemacht.

Schade! Doch der Transport mit dem Flugzeug ist in Australien einfach DAS Mittel, um sich fortzubewegen. Das verrät bereits die Bedeutung des Namens QANTAS (Queensland and Northern Territory Aerial Services). Qantas ist seit 1920 in Betrieb und damit die zweitälteste Fluggesellschaft der Welt. Die weiten Strecken in Australien sind eben am schnellsten mit dem Flugzeug zu bewältigen, egal ob für Mensch- oder Gütertransport. Das haben wir mittlerweile auch mal kapiert und finden uns an einem sehr, sehr verregnetem Morgen am Domestic Airport von Sydney wieder. Was solls! Das Zugfahren durch Australien steht trotzdem noch auf meiner Bucket List. Dann eben das nächste Mal!

Ein Kommentar zu „Australien will fliegen

    Dirk sagte:
    Juli 11, 2015 um 12:49 am

    Und nun seid ihr verschollen? Schade, die Mami und das kleine Mädel schauen fesch aus 🙂

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