Blue Water

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Australien. In vielen Köpfen die unerfüllte Sehnsucht nach langen sandgelben Stränden, „no worries“-Feeling und viel Sonne. Auch meine Schwester und ich sind irgendwann von diesem Lebensgefühl angefixt worden. Als wir noch jünger waren, liefen im KIKA und im ZDF mehrere australische Kinder- und Jugendserien, die uns ziemlich inspiriert haben. Eine davon ist „Blue Water High“, die zufälligerweise an den Northern Beaches von Sydney gedreht wurde. Wir begeben uns auf Spurensuche!

Surfer an den Northern Beaches von Sydney, Australien 2014

 

„Blue Water High“ erzählt die Geschichte der sieben Surf-Akademie-Teilnehmer Anna, Matt, Edge, Fly, Bec, Perry und Heath, die binnen eines Jahres zu professionellen Surfern ausgebildet werden. In dieser Zeit müssen sie nicht nur miteinander konkurrieren, sondern durchleben auch die erste Liebe, Schulängste und alle möglichen Lektionen des Lebens. Und das alles in traumhafter Kulisse. In einer Villa, direkt an einem der Strände der Northern Beaches, leben, lernen und lieben sie alle gemeinsam, meistens bei traumhaften Sonnenschein. Jeder, der die Serie schon mal gesehen hat, wäre sicherlich gerne selbst einmal Akademiemitglied gewesen 😉 Meiner Schwester Anna und mir ging es auf jeden Fall lange so.

Heute schauen wir uns die Serie gelegentlich noch auf youtube an. Für uns bedeutet sie Kindheitserinnerungen zu einer Zeit, in der die Realisierung des Traumes von Down Under noch in weiter Ferne lag. Die Zeit an den Northern Beaches wollen wir auf jeden Fall nutzen, um uns all die Drehorte von „Blue Water High“ live und in voller Größe anzusehen. Dafür recherchieren wir akribisch jeden Hinweis, der sich in der Serie versteckt, vergleichen die geografischen Impressionen mit googleMaps und werden tatsächlich fündig. Ganz nebenbei sehen wir so die schönsten Ecken der Northern Beaches.

Die Villa, in der „Blue Water High“ gedreht wurde, existiert tatsächlich immer noch. Sie ist inzwischen lila anstatt gelb angestrichen und steht ganz versteckt an einem der durch Landspitzen eingekesselten Strände der Northern Beaches, am „Bilgola Beach“. Er ist so unscheinbar, angesiedelt zwischen Avalon und Newport, so dass man ihn während einer Fahrt an der Küste einfach übersehen würde. Wenn man mit dem Bus unterwegs ist, kann man sein Ziel dem Busfahrer mitteilen (Linie 185 oder 182) – in den ländlichen Gegenden Australiens werden die Stationen nämlich nicht durchgesagt oder angezeigt. Der ahnungslose Tourist steht dann manchmal ziemlich doof da.

Villa von "Blue Water High" am Bilgola Beach, Sydney, Australien 2014

 

Bei unserem Besuch am Bilgola Beach ist kein Mensch am Strand. Je weiter man in den Norden der Küste fährt, desto dünner wird die Besiedlung. Das liegt jedoch weniger an der Abgeschiedenheit. Die Gegend rund um Bilgola strotzt nur so von Traumvillen wie aus dem Katalog. Man könnte ja meinen, dass sich die Yuppies hier unter sich tummeln. Doch was und wen wir hier beobachten, sieht nicht nach dem klassischen Gutverdiener aus, den man beispielsweise in Sydneys Innenstadt anhand der Berufskleidung sehr gut identifizieren kann. Obwohl die Menschen hier zweifellos wohlhabend sind, lebt hier jeder das „no worries“-Feeling unter der Sonne ohne Etikette: Sportliche, lockere Kleidung, sonnen-meer-ausgebleicht-gewellte Haare, dunkle Sonnenbrillen und Shorts. Dazu noch ein Hund oder ein Surfbrett, und das Leben scheint einfach nur in Ordnung. Ganz wie in „Blue Water High“. Heimlich träumen wir, auch mal in so einem Haus am Strand zu wohnen. Man kann wohl kaum schöner wohnen als mit dem Blick aufs Meer.

Oberhalb von Bilgola kann man über Avalon, übrigens auch einer der Drehorte von „Blue Water High“, noch wunderschöne Strände wie den „Whale Beach“ oder den malerischen Leuchtturm an der nördlichsten Spitze der Northern Beaches besuchen. Wir schaffen es kaum, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als unsere Wunschorte zu sehen, weil die Uhren hier oben wesentlich langsamer ticken als in Sydneys Zentrum. Wer ein Mietauto zu Verfügung hat, ist also klar im Vorteil, wenn Zeitressourcen knapp sind und kleine Kinder quengelig werden nach über eine Stunde warten auf den nächsten Bus. Für die Großen bleibt so allerdings Zeit für ein bisschen träumen. Vom blauen Wasser, das einfach überall zu sein scheint. Von sandgelben Stränden, über die ab und zu waghalsige Surfer huschen. Und der Lust, am Abend noch mal den Laptop aufzumachen und sich Folge über Folge von „Blue Water High“ auf youtube anzusehen.

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