Sydneys goldene Schätze

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Alejandra an den Northern Beaches von Sydney, Australien 2014

Ein Australier fragte mich mal vor langer Zeit: „Was findet ihr Touris eigentlich immer so toll an Sydney? Ihr reist von Großstadt zu Großstadt und habt von Sydney nichts gesehen außer das Opern House und die Harbour Bridge…und behauptet dann allen Ernstes, ihr habt Sydney gesehen?“ Die Frage hat mir seither zu denken gegeben. Was er genau damit meint, möchte ich während meinem jetzigen Sydney-Besuch herausfinden.

Nachdem wir es uns einige Zeit in Manly gemütlich gemacht haben, besprechen wir, wie unsere Australien-Reise weitergehen soll. Manly ist zum Start immer fein, vor allem im Winter. Die Strände sind menschenleer, schneeweiß und das Meer strahlt im schönsten eisblau. Die Wanderwege rund um die Manly Heads sind verlassen, nur ab und zu sieht man vom Strand einen Buckelwal aus dem Wasser springen.

Mit einem Blick auf die Karte fallen mir die Worte des Australiers wieder ein. Er fügte damals hinzu: „Wer Sydneys echte Schätze sehen möchte, der muss die ‚Northern Beaches‘ besuchen.“ Die Northern Beaches erstrecken sich noch weit in Sydneys Norden, direkt an der Küste entlang. Hier eine bezahlbare Unterkunft zu finden ist gar nicht so leicht. Im Gegensatz zur Innenstadt besteht hier kein unbezahlbares Überangebot, sondern ein kleiner Kreis aus schicken Unterkünften für gut verdienende Edeltouristen. Eine gute Alternative für uns ist die YHA in Collaroy, die verhältnismäßig günstig ist. Außerdem sind wir YHA-Members, was sich in Australien echt lohnt!

Collaroy ist ein verschlafenes Nest ohne optische Highlights, bis auf…das Meer! Schon die Fahrt mit dem Bus von Manly nach Collaroy lässt erahnen, wie schön die Nordstrände sind. An einem sonnigen Tag sehen sie fast golden aus. Oder silberblau, wenn man die vielen todesmutigen Surfer beobachtet, die sich in die Strömung werfen. Von dem stressigen Touristenstrom der Innenstadt spürt man hier rein gar nichts mehr. Und was es hier noch gibt? Viele Kinder, Spielplätze und verdammt liebe YHA-Besitzer. Sie geben uns das Familienzimmer zum Preis des gebuchten Doppelzimmers, so lange wir bleiben wollen. Und dazu noch Spielzeug und DVD’s für Alejandra – schließlich hat der Besitzer selbst zwei Kids. In der Nähe der YHA gibt es überall kleine, sehr gemütliche Cafés mit allerlei Leckereien. Auch hier sind Kinder mehr als willkommen. Egal ob sie schon Zähne haben oder noch an der Brust nuckeln.

Kleines Café in Collaroy, Sydney, Australien 2014

Die Welt scheint hier irgendwie noch in Ordnung zu sein. Sympathischer als das touristische Sydney präsentieren sich die Northern Beaches allemal. Am Strand von Collaroy schwimmt ein einsamer Delfin herum. Er gehört irgendwie dazu, jeder registriert, doch keiner belästigt ihn. Ich habe selten einen so entspannten Delfin so nahe am Strand gesehen. Vor die Linse ließ er sich von mir allerdings auch nicht locken 😉

Eine der schönsten Dinge, die man in Collaroy tun kann, ist neben dem Golfspiel – nicht so unseres – ein Spaziergang am Strand. Der Weg sollte einen entlang des Strandes an den Long Reef Lookout führen, was übrigens ganz easy mit einem Kinderwagen ist. Nur etwas Schubkraft ist nötig. Hoch über den Klippen lassen sich hier im Winter zahlreiche Buckelwale beobachten. Es ist ein grandioses Schauspiel, diese springenden Riesen beim Jagen und spielen zu sehen. Ganz umsonst, ganz ohne Whale Watching-Boot. Und falls man mal keine Wale erspähen sollte, gibt es einen Ausblick bis an die Manly Heads im Süden und die Landspitze im Norden von Dee Why. Großartig, wunderschön, atemberaubend. Wie ein lang gesuchter Schatz. Ins touristische Sydney bringen mich jedenfalls so schnell keine zehn Pferde mehr.

 

 

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