No work but travel…slowly

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Anna und Alejandra reunited!!! Sydney Airport, Sydney 2014

Meine kleine Schwester Anna ist nach dem Abi für ein „Work-and-Travel“-Jahr nach Australien gereist. In den letzten Wochen ihres Aufenthalts in Down Under werden Alejandra und ich sowie später auch noch unser Bruder Jan sie begleiten. Doch ab sofort geht es nicht mehr um WORK sondern nur noch um TRAVEL! FAMILY-TRAVEL! 

Meine Geschwister und ich haben ein sehr enges und freundschaftliches Verhältnis, worüber ich ziemlich glücklich bin. Ich erlebe es nicht häufig, dass Geschwister so zusammenhalten wie wir. Irgendwann wird man erwachsen, der Lebensalltag unterscheidet sich zunehmend, man schlägt eigene Pfade ein und trifft sich irgendwann nur noch zu Geburtstagen, Weihnachten oder Hochzeiten. Doch zusammen verreisen, und dann noch um die halbe Welt, bleibt eher die Ausnahme. Zur noch selteneren Ausnahme wird es, wenn noch ein Kleinkind dabei ist. Doch seit Alejandra auf der Welt ist, gehört sie mit zu diesem eingeschweißten Team. „Gonkel Jan“ und „Tante Emu“ sind für sie mindestens genauso wichtig wie Mama und Papa.

Irgendwie muss dieses Abenteuer auf uns gewartet haben, denn die Bedingungen hätten nicht besser sein können: Alejandra und ich haben noch etwas Zeit, bevor der Ernst des Lebens wieder losgeht und konnten nach dem Ende unserer Weltreise im Juni ein weiteres mal losziehen. Jan kann sich den redlich verdienten Arbeitnehmerurlaub nehmen und Anna hat nach monatelanger „Ich-mache-fast-alles-um-an-Geld-zu-kommen“-Backpacker-Jobs ein Reisebudget zurückgelegt. Das war gar nicht so leicht. Vor einem Jahr kam sie ohne Organisation (die meisten Backpacker reisen über teure Agenturen ein) und mit müden 1000€ in der Tasche nach Australien. Jeder, der mal in Down Under war, weiß, dass dieses Geld innerhalb kürzester Zeit für Verpflegung, Transport und Unterkunft drauf geht. Die ganze Idee heißt zwar „Work-and-Travel“, doch wirklich reisen kann nur, wer bereits ein passables Kontingent von zuhause mitbringt. Die meisten Backpacker-Jobs werden schlecht bezahlt und in der Regel kommt man damit gerade so aus, um seinen Alltag zu finanzieren. Ansparen, um zu reisen, heißt: Raus aus den beliebten Metropolen, rein ins Outback, basaler Lebensstandard auf einer Farm in the middle of nowhere, kein Wi-Fi und schmutzige Hände. Ich bin ziemlich stolz auf mein Schwesterherz, dass sie das – meistens 😉 – durchgezogen hat. Und jetzt heißt es auch für sie endlich: No more work but travel!

Nun stehen wir also hier am Sydney Airport und Alejandra und ich werden herzlich mit einem großen Willkommensschild empfangen. Die Wiedersehensfreude, besonders bei Alejandra, ist riesig. „Ich hab meine Emu wieder!“ ruft sie. Ganz selbstverständlich erklärt sie dann noch:“ Wir fahren jetzt zusammen durch Australien! Das ist ganz toll. Ich war schon mal hier!“ Tatsächlich hat Alejandra bereits vier australische Einreise-Stempel in ihrem Pass. Erstaunlich, woran sich Kinder in diesem Alter erinnern können. Selbst, wenn es nur fragile Fragmente sind, die in der Zusammensetzung irgendwie Sinn in einem Kinderkopf ergeben können. Mir kann nach all der Reise-Erfahrung wirklich keiner mehr erzählen, dass sich bei Kindern keine Erinnerungen an das Erlebte festsetzen.

Erinnerungen schaffen, das wollen wir auch weiter tun. Allerdings haben wir bis jetzt noch keinen Plan, was wir wie tun werden. Der einzige fixe Termin ist, Jan in einigen Wochen in Cairns am Flughafen abzuholen. Doch Cairns ist über 3000km entfernt. Und wo sollen wir bis dahin schlafen? Welche Städte wollen wir uns ansehen? Wie wollen wir nach Cairns kommen? All dies steht noch in den Sternen.

Heute entscheiden wir uns erst einmal dafür, nach Manly zu fahren, dem schönsten Stadtteil von Sydney, wie ich finde. Dort schlafen wir im Manly Guesthouse, welches sich hervorragend eignet für Backpacker aller Couleur. Es ist basal, aber sauber und kostet nur einen Bruchteil im Vergleich zu den teuren Unterkünften rundherum. In ein paar Gehminuten gelangt man schon zum Hafen und kann in einer halben Stunde mit der Fähre nach Sydney-Innenstadt übersetzen. Und das schönste: Der offene Ozean liegt direkt vor der Nase. Und mit ihm alle stereotypen Backpacker, Surfer, Jogger und Beachvolleyballer, die Aussie zu bieten hat. Bei so viel Gelassenheit setzen wir uns gerne dazu in den warmen Sand und lassen die Gedanken ans traveln noch ein bisschen ruhen.

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