Mit Kuchen gegen die Dauerhitze

Gepostet am Aktualisiert am

Hot in the city, Singapur 2014

Über die Hitze in Singapur ist schon viel geschrieben worden. Sie kann lähmend sein, selbst wenn man literweise Wasser in sich reinschüttet. Manchmal hat man Glück und es kühlt sich wenigstens über einen kleinen Regenschauer ab. Doch während unseres gesamten Aufenthalts rieselt es kein Tröpfchen.

Nachts bekommen Alejandra und ich kein Auge zu, weil es so warm ist. Wir haben einen kleinen Ventilator im Zimmer stehen, der permanent läuft und uns ganz rammdösig macht. Klimaanlage gibt es keine (Vielleicht auch gut so). Morgens stehen wir spät auf, weil wir immer erst gegen drei oder vier Uhr einschlafen. Dann sind wir völlig gerädert und schleichen verschwitzt und müde unter die Dusche, wenn denn das Wasser nicht abgestellt ist.

Oma Leng bietet mir freundlicherweise jeden Morgen einen Kaffee an. In Singapur gibt es keine klassische Kaffeekultur mit Kaffeemaschine, die die Küchenzeilen schmückt. Da wird der Kaffee über Instant-Pulver serviert und das schmeckt wirklich…ganz furchtbar! Ich bedanke mich jedoch immer höflich und versuche Oma Leng ein befriedigtes Kaffee-am-Morgen-Gesicht zu präsentieren. Ergänzend zum Kaffee stellt sie uns auch regelmäßig Kuchenstückchen hin, die aus einem luftigen, zuckerdurchfluteten Teig gebacken sind und dazu noch rosa oder grün leuchten. „Eat!“, sagt sie dann im strengen Ton. Schon bei einem Bissen würden jedem Zahnarzt die Haare zu Berge stehen. Und auch Vitamin C sucht man in der süßen Masse vergeblich. Aus diesem Grund habe ich Alejandra und mir ein paar Äpfel, Bananen und Kiwis und Müsli besorgt, um wenigstens etwas Energie am Morgen tanken zu können.

Ich habe etwas Angst, dass Oma Leng mir meine Selbst-Einkauf-Aktionen übel nimmt. Sie versucht alles, damit wir uns hier pudelwohl fühlen. Jeden Teller, den ich selbst spülen möchte, jeden Lappen, den ich in die Hand nehme und jede Spielsachen-Chaos-Aufräumaktion wird mir sofort von ihr abgenommen. Und das Essen, das möchte sie uns selbstverständlich zubereiten und servieren. Ich argumentiere also damit, dass ich auch etwas zum Haushalt beisteuern möchte, da wir uns ja nicht einfach so an den Lebensmitteln bedienen wollen. Ich biete also an, dass auch jeder von unserem Obst und Müsli essen darf. Niemand aus der Familie Leng nimmt dieses Angebot an. Obst und Müsli zum Frühstück sind so unsingapurisch wie eine Kaffeemaschine mit Kaffeefilter.

Doch ob Kuchen oder Müsli mit Obst – wir sind groggy. Wenn wir uns irgendwann im Laufe des Tages mobilisiert haben, laufen wir meistens zur nahen MRT Station, ziehen ein Tagesticket und fahren einfach drauf los. Die MRT ist so schön kühl. Doch das ist zu kurz gedacht – spätestens beim Aussteigen kriecht einem die Hitze wieder in die Glieder. Dabei geben wir uns wirklich alle Mühe, so viel wie möglich von Singapur zu sehen.

Wir besuchen das Wahrzeichen Singapurs, den großen Löwen, der eine Wasserfontäne spuckt. Sogar beim berühmten „Marina bay Sans“ kommen wir noch vorbei. Alejandra ist baff von den drei Hochhäusern, auf denen ein langes Boot thront. Das sie dies alles schon gesehen hat, als sie erst zarte acht Monate alt war, hat sie längst vergessen. Rauf schaffen wir es dieses Mal allerdings nicht. Ein klimatisierter Starbucks lockt uns zum American-way-of-life Kaffee- und Kakaotrinken 😉 Okay, und zum Kuchenessen. Genau das, was wir jetzt brauchen!!! Vielleicht liegt Oma Leng mit ihrer Art in den Tag zu starten doch nicht so verkehrt 😉

 

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