Wie man Kinder in Singapur glücklich machen kann

Gepostet am Aktualisiert am

Alejandra und Sarah in den Universal Studios auf Sentosa Island, Singapur 2014Singapur ist laut, bunt und größenwahnsinnig. Seine Attraktionen ebenfalls. Klingt nach wenig intellektueller Stimulation? Nach einem Höllentrip für Menschen mit ADHS? Ja, kann schon sein. Aber für Kinder ist es das Paradies auf Erden.

Wenn man in Singapur mit Kindern etwas unternehmen möchte, hat man die Qual der Wahl. Geht man nun in den berühmten Singapore Zoo? Oder probiert man gleich die Nacht-Variante? Oder, ja… besucht man Sentosa Island! Diese künstlich aufgeschüttete Insel ist bei Singapurern und Touristen aus aller Welt gleichermaßen beliebt. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Angebunden an das ausgezeichnete Bahnliniennetz von Singapur (MRT) erreicht man über die eigens für diese Insel konstruierte „Sentosa Express“-Linie eine Reihe von Stränden, Museen, Hotels, Ressorts, ein Aquarium, Kinos und vieles, vieles mehr. Da wir nur einen Nachmittag für dieses quietschbunte Vergnügen zur Verfügung haben, entscheiden Alejandra und ich uns für die Universal Studios.

MRT_System_Map Singapur 2014

 

Wenn man erst mal den Pulk an Menschen, die alle Sentosa Island besuchen möchten, überstanden (am besten so früh wie möglich da sein) und einen Haufen Geld für den Eintritt hingeblättert hat (74 Dollar für einen Tagespass, Kinder unter 4 Jahren sind frei), betritt man eine Welt voller Kindheitshelden. Alejandra stürzt sich direkt auf die Minions, die in Überlebensgröße über das Gelände spazieren. Während ich mich frage, wie es die Menschen unter den schweren Kostümen bei dieser Hitze aushalten und ob sie dafür hoffentlich ausreichend bezahlt werden, möchte Alejandra nur eines: Einmal auf Tuchfühlung mit echten Minions gehen. Wir dürfen gemeinsam mit ihnen ein Foto machen und Alejandra ist in diesem Moment das glücklichste Kind der Welt.

Im Anschluss stolpert sie wie paralysiert grinsend durch die Aneinanderreihung von Filmkulissen. Zwischendrin gibt es natürlich überall Shops, in denen man bunten Schrott für viel Geld kaufen kann. Zur Erinnerung an diesen ereignisreichen Tag möchte ich Alejandra eine Freude machen und verspreche ihr, dass sie sich einen Stoff-Minion aussuchen darf. Das hätte ich bei der knappen Kalkulation unserer Finanzen niemals tun sollen ohne nachzudenken. Ein stinknormaler Stoff-Minion in 0815-Stoffteddy-Standardgröße kostet ab 30 Dollar aufwärts. Und wir reden hier nicht von vergoldeten Minions mit Superkräften, sondern wirklich vom letzten Ramsch. Mit Ach und Krach schaffe ich es schließlich sie davon zu überzeugen, dass ein Mini-Minion, der eigentlich ein Kühlschrank-Magnet ist, genauso toll ist wie ein großer Minion. Der Mini-Minion liegt immerhin bei „nur“ 16,95 Dollar… Und das alles für eine Figur aus einem Film, den sie nie gesehen hat, von dem sich aber allein der Anblick der Figuren so in das Hirn von Kindern einzubrennen scheint, dass die Erfinder hier ganze Arbeit geleistet haben müssen.

Kaum haben wir die Minions überstanden, entdecken Alejandra und ich die nächsten Highlights: Eine „Madagascar“-Gruselbahn in einem riesigen nachgebauten Schiffsbauch, ein „Madagascar“-Karussell, ein überdimensionales „Shrek und Fiona“-Traumschloss, ein nachgebauter „Jurassic Park“…die Konstrukteure dieses enorm weitläufigen Geländes haben sich wahrlich nicht lumpen lassen. Die Nutzung all dieser Attraktionen ist übrigens im Preis inbegriffen und können beliebig wiederholt werden. Und anders als in Deutschland stellt sich hier jeder brav in eine Reihe, bis er dran ist.

Die ganzen Eindrücke können wir kaum verarbeiten. Neben den vielen Attraktionen, Shops, Überlebensgroßen Filmhelden und der permanent schallenden, überlauten Filmmusik ist es auch einfach unsagbar heiß. Die Hitzewelle in Singapur ist ungebrochen und wir versuchen zu trinken, was das Zeug hält. Man sollte bloß ausreichend Wasser dabei haben. Eine 0,5l-Wassderflasche kostet hier zwischen 3-4 Dollar.

Unser Fazit für die Universal Studios? Wie gesagt, Klein und Groß werden es lieben. Es ist wie ein großer, bunter Spielplatz für alle Altersgruppen. Trotzdem macht es Sinn, für Kinder unter vier Jahren kein Eintrittsgeld zu verlangen. Nach spätestens zwei Stunden fallen sie vor Erschöpfung in einen tiefen, komatösen Schlaf. Wer jedoch als Erwachsener den stolzen Preis von 74 Dollar zahlt, möchte die Zeit in den Universal Studios natürlich nutzen. Es lohnt sich also, mit mehreren Erwachsenen dorthin zu gehen, um sich die Ruhepausen der Kinder aufzuteilen. Darüber hinaus sind viele Attraktionen für Kleinkinder gar nicht geeignet, so dass ich beispielsweise auf vieles verzichten musste. Doch was solls. Vielleicht sind Kinder die beste Prävention, diese bunte, laute und größenwahnsinnige Welt etwas dosiern zu können. So wie ein Mini-Minion manchmal auch ausreicht, um kleine Kinderaugen ganz groß werden zu lassen.

Hinterlasse uns ein Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s