Mama-Tochter-Trip nach Down Under

Gepostet am Aktualisiert am

Alejandra und Sarah fliegen Richtung Singapur, Frankfurt 2014

Waaas? Ihr fliegt noch mal weg? Wieso? Und warum fliegt Julian nicht mit? Du willst ernsthaft mit Alejandra alleine um die halbe Welt reisen?! Wo werdet ihr schlafen?“ – Solche Fragen und noch mehr habe ich mir anhören müssen, als wir – kaum zu Hause – zwei Flugtickets nach Singapur und Sydney gebucht haben. Für mich und für Alejandra. Aber nicht für Julian. Klingt nach Eheproblem? Klingt verrückt? Klingt nach vollkommen übergeschnappt? Nein, nur logisch.

Erst einmal: Bei der Familie Bauer ist alles bestens. Im Juni 2014 sind wir in Frankfurt am Main gelandet und haben uns nach acht Monaten Weltreise schnell wieder einleben müssen. Julian hat seine alte Stelle angetreten. Und Ich? Ja, ich muss mit der Jobsuche warten, bis Alejandra im September in die Kita kommt. Da liegt doch nichts näher, als die Zeit dazwischen mit Reisen zu verbringen. Drei Monate zu Hause zu verbringen und nichts tun finde ich doch ziemlich langweilig. Und da Julian mich besser kennt als jeder andere weiß er genau, dass eine erneute Reise deswegen unausweichlich erscheint.

Wohin? Die Antwort ist schnell gefunden. AUSTRALIEN!!! Ach was, schon wieder? Ja. Schließlich ist meine Schwester Anna im Moment für ihr Work & Travel-Jahr in Down Under. Eine Schwesternreise mit Nachwuchs? Die Idee klingt besser als Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen. Das dachte sich auch unser Bruder Jan, der sich nach dieser spannenden Neuigkeit ebenfalls ein Flugticket ins Land der Koalas und Kängurus bucht mit dem Ziel, uns auf halber Strecke zu treffen. Mal ehrlich, wie viele Geschwister machen schon eine gemeinsame Reise, wenn sie erst mal erwachsen sind und Kinder haben? Und dann noch in Australien? Und mit den Kindern?

Ein klein wenig bedröppelt sind wir dann aber schon, als Julian uns am Tag der Abreise wieder nach Frankfurt an den Flughafen bringt. Es ist ein ganz merkwürdiges Gefühl, wenn man immer zusammen reist und auf einmal fehlt ein Puzzle-Teil. Als wir durch die Sicherheitskontrolle gehen, kann Alejandra überhaupt nicht verstehen, warum ihr Papa nicht mitkommt. Und warum wir alle so feuchte Augen haben. Der Abschied dauert so lange, dass wir sogar fast unsere Singapore Airlines verpassen, die an diesem heißen Sommertag auf ihrer Parkposition wartet. Wir sind die letzten im Flieger. Und dann auch noch im falschen Stockwerk. Man oh man, das fängt ja stressig an, denke ich. Was habe ich mir nur dabei gedacht, alleine mit einer 3Jährigen um die halbe Welt zu fliegen?

Das fragt sich auch der Singapur stammende Raymond, mein Sitznachbar im Flugzeug. „You’re tough! How did you manage all this?“ fragt er mich, als ich mit großem Rucksack, kleinem Rucksack, Trolli, Kindersitz und einem müde und weinerlichen Kind an der Hand vor ihm stehe und mich in die Bank quetschen will. „I don’t know actually“ lache ich und realisiere, dass ich in nächster Zeit wirklich alles alleine machen muss. Diesen Flug. Das Tragen des Gepäcks. Dann muss ich irgendwie mit Kind und Kegel zu meinen Couchsurfern in Singapur gelangen, die an der malaysischen Grenze wohnen – also weit weg vom Flughafen. Und dann muss ich auch dort allein zurecht kommen. Und überhaupt. Oh man!

Doch bevor ich mich selbst noch nervöser mache, beruhigt mich Raymond. Wir verstehen uns direkt so gut, dass er mir jede helfende Hand reicht. Den Kindersitz installieren? Etwas zu trinken bestellen? Mit Alejandra mal durchs Flugzeug laufen, damit ich schlafen kann? Raymond ist zur Stelle. Und mit fortschreitender Unterhaltung stellen wir fest: Er wohnt nur eine Straße von meiner Couchsurfer-Familie entfernt und bietet mir an, mich im Taxi mitzunehmen. Halleluja. Und nicht nur das! Als ich ihm erzähle, mit welchem Gepäck ich reise und dass ich keinen Kinderwagen dabei habe, schaut er mich ganz erschrocken an. „You don’t have a stroller? You’ll need a stroller in Singapore!!! It’s so hot und Alejandra won’t walk too long in the heat!“ Recht hat er, doch ich hätte beim besten Willen nicht gewusst, wie ich bei all dem Gepäck noch einen Kinderwagen transportieren soll. Aber Raymond, the angel sent from heaven, bietet mir direkt an, mir den alten Buggy seiner Kinder vorbeizubringen, wenn wir in Singapur angekommen sind. „Kindness leads to happiness“ sagt er. Und er hat wieder recht. Ich bin außerordentlich glücklich, so eine gute Seele getroffen zu haben. Und zum ersten Mal realisiere ich: Als Familie reisen ist wunderschön. Doch alleine mit seiner 3Jährigen Tochter verreisen ist ein super spannendes Abenteuer!!!

Über den Wolken nach Singapur

 

 

 

 

5 Kommentare zu „Mama-Tochter-Trip nach Down Under

    weltwunderer sagte:
    September 25, 2014 um 7:42 am

    Wow, das ist ja mal ein eher seltenes Eltern-Kind-Flugzeug-Erlebnis! Hoffentlich geht euer Familientrip so gut weiter, wie er angefangen hat…

    Wenn du zwischendurch mal Zeit findest, hast du vielleicht Lust, dich über den Liebster Award zu freuen, den ich hiermit an euch weiterreiche. Schau mal:
    http://www.weltwunderer.de/liebster-award-doppelte-ladung/

    LG
    Jenny

      Familie Bauer auf Weltreise geantwortet:
      September 29, 2014 um 8:02 am

      Hi Jenny, danke für die Nominierung. Wir werden da so schnell es geht rangehen. Im Moment ist unser einziger Feind die Zeit. Liebe Grüße aus Chaotistan 🙂

    m&m sagte:
    September 25, 2014 um 11:14 am

    Wow, noch eine Mama-Tochter-Reise! Da wünschen wir euch viel Spaß und eine gute Zeit Down Under … und danach Alejandra eine gute Eingewöhnungszeit in der Kita 🙂

    Becky sagte:
    September 29, 2014 um 9:15 pm

    Weißt du, was ich besonders toll an solchen Situationen finde? Dass man sieht, wie viel Hilfe man angeboten bekommt!
    Liebe Grüße, Becky

      Familie Bauer auf Weltreise geantwortet:
      Oktober 15, 2014 um 2:16 pm

      Ja Becky, das ist so klasse! Unverhofft kommt viel öfter, als man denkt, wenn man die Augen offen hält 🙂

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