Super size me, Canada!

Gepostet am Aktualisiert am

Alejandra schaut aus dem Fenster. Kanada 2014

Was gehört in Kanada außer Elchen, Maple Sirup und viiiel Wald noch zum Landsbild? Na klar, Wohnmobile. Große, sehr große Wohnmobile. In einem Umfang, die unsere europäisch geprägte Größenvorstellungen von einem Wohnmobil weit überschreiten. Wir lernen schnell: In Kanada ist alles Super size me!

Nichts desto trotz wollen auch wir Teil dieser Wohnmobilkultur sein. Wenn auch nicht mit einem fahrenden Haus. Eher so in der Größe eines Zeltes?! Gar nicht so einfach, Anbieter für die bescheidenere Variante eines Wohnmobils im Raum Vancouver zu finden. Wir bekommen glücklicherweise ein gutes Angebot des Familienbetriebs „Happy Holiday Motorhomes“ in Langdale an der Sunshine Coast und nehmen dafür einen längeren Anfahrtsweg, inklusive Fähre, in Kauf.

Sie bieten uns die kleinste Motorhome-Variante an, die sie vermieten können. Als sie wir uns das Gefährt von innen ansehen, sind wir dennoch begeistert, wie viel Platz wir in den nächsten Wochen zur Verfügung haben werden. Das ist mehr Luxus, als wir uns in sechs Monaten Neuseeland je hätten erträumen können: Zwei Doppelbetten (eins über dem Fahrerhaus, eins im Wohnraum – das überm Fahrerhaus besetzen Alejandra und ich sofort :)), eine kleine Küche mit Mikrowelle und Ofen, ein kleines Bad mit Toilette und ein Esstisch. Dazu Schränke, um alles sicher zu verstauen. Für uns völlig ausreichend. Wir fragen uns, warum so viele Leute hier freiwillig das doppelte bis dreifache an Wohnraum über den Highway jagen??? Hinzu kommt die Preisfrage. Miet-Wohnwagen sind in Kanada verdammt teuer. Haben die alle im Lotto gewonnen?

Unsere Gedanken verstricken sich weiter in Unverständnis, als wir uns das erste Mal ins Fahrerhaus setzen. Wie bloß so einen großen Kahn lenken, ohne ein Hindernis zu treffen? Unsere erste Fahrt führt immerhin mitten durch Vancouver. Und schon als wir die Fähre mit zittrigen Knien verlassen, rammen wir in einer Kurve auch schon unseren ersten Bordstein und kommen ins Straucheln. Zum Glück fliegen nur 2 Tassen aus dem Schrank und wir tragen einen Schrecken und ein paar Glasscherben davon. Doch spätestens als wir Vancouver City Richtung Jasper hinter uns lassen, entwickelt sich immer mehr Vertrauen in unser neues Heim. Alejandra tauft es übrigens auf den Namen „Nemo“, nach dem kleinen, tapferen Clown-Fisch. Ein passender Name. Schließlich muss Nemo in den kommenden Wochen mehrere tausende Kilometer durch unbekanntes Gebiet zurücklegen, bevor er in den Heimathafen zurückkehren kann.

Die Fahrt mit Nemo erstreckt sich über ganz British Columbia und sogar durch einen kleinen Teil der kanadischen Provinz Alberta. Die Landschaft entschädigt für stundenlanges Sitzen im Auto. Wir erleben extreme Temperaturunterschiede zwischen Tälern und Bergen in wenigen Stunden, sehen die gigantischen, schneebedeckten Rocky Mountains, unendlich weite Wälder, Seen, Regenbögen und riesengroße Schwarzbären und Elche – seelenruhig am Straßenrand stehend. Keine Frage, in Kanada ist wirklich alles Super size Me. Wir sind zwar immer noch beeindruckt von den monumentalen Wohnmobilen und –anhängern, die von schiffsgroßen PKW’s gezogen oder überholt werden. Doch wir geben uns bald mit der Erkenntnis zufrieden, dass wir uns bei soviel Größe ja noch viel kleiner fühlen würden, wenn wir immer noch wie Europäer denken würden 😉

 

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