Vancouver: Ein Gesamtkunstwerk

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Vancouver, ein Stadt wie ein Gesamtkunstwerk. Kanada 2014

Unsere Tage auf dem Schiff „MS Oosterdam“ sind gezählt. In Vancouver gehen wir nach vier Wochen und einer kompletten Durchquerung des Pazifiks von Bord. Wir sind heilfroh, wieder am normalen Leben teilhaben zu können. Und die Stadt Vancouver in Kanada macht einem diese Transformation ziemlich leicht: Sie bietet groß und klein alles, was das Herz begehrt.

Das erste, was Alejandra verlangt, als wir in unserer Jugendherberge Vancouver Central (sehr schön und günstig mit Kids, freies Frühstück und WLAN) einchecken? Einen Spielplatz natürlich. Auf der „MS Oosterdam“ wurde sie aufgrund ihrer 2 Jahre und 11 Monate nicht ins schiffseigene Kinderzimmer gelassen. Dafür muss man immerhin stramme 3 Jahre alt sein. Und im Falle einer Knieschramme will man ja nicht verklagt werden. Ja ja, wir haben auch ziemlich mit den Augen gerollt. Und Alejandra hat mittlerweile ein extremes Spielplatz-Defizit. Kein Problem in Vancouver! Egal, in welche Richtung man geht, irgendwo gibt es immer etwas für Kinder.

Granville Island von oben! Blick von der Granville Bridge, Vancouver, Kanada 2014

Da wäre beispielsweise das anschauliche „Granville Island“, welches man bequem zu Fuß von der Granville Street Richtung amerikanische Grenze erreichen kann. Man überquert die „Granville Bridge“ und kann von dort aus schon die vielen verschiedenen Geschäfte und den weltberühmten „Kids Market“ sehen. Direkt am Wasser gelegen, mit Blick auf die weit entfernten, schneebedeckten Berge hat es einen besonderen Charme. Unsere Tochter interessiert das allerdings nicht. Sie will einfach nur spielen.
Der „Kids Market“ bietet nicht nur Spielzeug, sondern auch ein großes Angebot an Kinderspieleinrichtungen an. Folglich ist das ganze Gebäude (auf zwei Stockwerken verteilt) voll mit Kindern, lautem, glücklichem Kindergeschrei und es riecht verdächtig nach viiiel ungesundem, buntem Zahnverklebzeug. Hier kann man getrost ein paar Stunden zubringen. Die Konstruktion ist auch bequem mit dem Kinderwagen oder einem Rollstuhl zu durchqueren. Beides wird ebenfalls zur Verfügung gestellt, falls man spontan darauf angewiesen sein sollte. Vorsichtig sollte man einzig und allein auf seinen Geldbeutel sein: Hier gibt es so ein großes Angebot an Kinderspielzeug, dass man den Kleinen die großen Augen nicht verübeln kann und etwas zur Erinnerung mitnehmen muss. Das restliche Kleingeld kann man schließlich im nahegelegenen „Public Market“ ausgeben, wo in einer großen Lagerhalle die frischsten und ausgefallensten Leckereien angeboten werden.

Neben „Granville Island“ gibt es in Vancouver natürlich noch mehr zu entdecken. Die ganze Stadt steckt voller Sehenswürdigkeiten. Besonders ein Spaziergang am Hafen eignet sich für die ganze Familie. Hier gibt es sehr viele Grünflächen, Cafés mit Kinderspielecken und die Möglichkeit, überall ein Eis auf die Hand zu bekommen. Spontan kann man sich auch für einen Rundflug mit einem Wasserflugzeug über die Stadt entscheiden. Oder für eine Walbeoachtungstour. Oder man sagt dem Digitalen Orca „Hallo“, der 2009 von Douglas Coupland verwirklicht wurde.

Wer es etwas ruhiger mag, der sollte einen Tagesausflug in den Stanley Park auf keinen Fall auslassen. Im westlichen Teil der Stadt besteht hier eine kleine, inselartige Fläche nur aus Wiese und Spielplätzen. Dazu gibt es einige Attraktionen, wie beispielsweise das „Vancouver Aquarium„. Hier gibt es sogar Belugas und Delfine, die angeblich aus dem offenen Ozean gerettet wurden, da sie aufgrund von Verletzungen nicht hätten überleben können. Warum man ihnen allerdings Kunststückchen zur Belustigung der Zuschauer im Rahmen einer großen Show beibringen muss, ist mir ein Rätsel. Ich glaube auch, dass gerade für die kleineren Gäste das runde Aquarium direkt am Eingang mit lauter quirligen Nemo-Clownfischen ein noch größeres Highlight ist.

Und wer überhaupt keine Lust auf die Innenstadt von Vancouver haben sollte, dem empfehlen wir den Stadtteil Tsawwassen ganz im Süden der Stadt. Was ein Geheimtipp! Hier gibt es den schönsten Spielplatz von ganz Vancouver direkt am offenen Meer: Den Centennial Beach. Hier trifft man keine Touristen, nur einheimische Eltern und deren Kinder, Kindergartengruppen, Schulen oder sportbegeisterte Menschen, die die schöne Gegend zum auspowern nutzen. Die ganze Fläche ist top sauber, es gibt gepflegte sanitäre Einrichtungen, ein leckeres Café mit freiem Internet-Zugang, einem freien Parkplatz und einen riesigen Abenteuerspielplatz, der sogar für Krabbelkinder und Kinder im Rollstuhl geeignet ist.
An Beispiel des Centennial Beach lässt sich anschaulich machen, was eine moderne Großstadt für seine Familien tun kann. Überhaupt hat man in einem Großteil von Vancouver das Gefühl, dass man auf die Ansprüche und Bedürfnisse von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen eingehen möchte. Hier scheinen sich die Erwachsenen den Bedürfnissen der Kinder anzupassen. Etwas, was ich gerade in Deutschland sehr vermisse!


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