Endlich im Kindergarten!

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Kumpels auf Anhieb! Alejandra in der Grundschule von Dravuni Island, Fidschi 2014In Deutschland stehen wir seit knapp drei Jahren auf einer Warteliste für einen Krippen- und Kindergartenplatz. Doch wem das Amt für Familie nicht helfen kann, der muss sich selbst helfen. Auf Dravuni Island wird Alejandra endlich in die Kita aufgenommen – wenn auch nur für einen Tag.

Dravuni Island, inmitten des Great Astrolabe Reef gelegen und Teil der Fidschi Inseln, fasziniert uns von der ersten Begegnung an. Hier gibt es zwar keine besondere Infrastruktur, dafür jedoch eine kleine Gemeinde aus jung und alt, deren Bewohner in bescheidenen Hütten direkt am Strand leben. Die größten Attraktionen sind die Kindertagesstätte und die nahegelegene Grundschule, die voller Leben sind. Besonders Alejandra ist begeistert: Überall Kinder, überall Spielzeug und ganz viel Platz zum Kind-sein.

Es ist überhaupt kein Problem, dass wir uns zu der Erzieherinnen und dem wilden Haufen der zwischen 3-6Jährigen Kinder gesellen. Die zwei Betreuerinnen sind insgesamt für acht Kinder verantwortlich. Was für ein beneidenswerter Stellenschlüssel!!! Davon kann eine deutsche Kita nur im entfentesten träumen, auch wenn dies theoretisch auch bei uns so gedacht ist.
Alejandra ist direkt herzlich willkommen mitzuspielen und darf alle Spielkisten ausräumen. Das Spielzeug ist zusammengetragen aus Spenden von Eltern und Besuchern und es fehlt buchstäblich an nichts. Von Autos bis Bauklötzen, Puppen und Malsachen ist alles im Überfluss vorhanden. Außerdem hängen gebastelte Kunstwerke der Kinder an den Wänden, die den Raum wunderschön bunt machen. Zwischendrin erinnern Regelpläne an den Tagesverlauf. es gibt kleine Kindertische und einen gemütlichen Bastteppich zum toben.

Alle laufen barfuß und tragen Kittel, die wie Kleider aussehen. Da fast jedes Kind kurze Haare trägt, kann ich Mädchen und Jungen nicht voneinander unterscheiden. Als ich die Erzieherin frage, wie der Junge heißt, der mit Alejandra spielt, schaut sie mich fragend an und sagt freundlich, aber bestimmt: „This is Anshu, it’s a girl!“ Ich schäme mich ein bißchen, auf das westliche Klischee von kurzen Haaren bei Jungen hineingefallen zu sein. Bin ich doch überzeugt von der sozialen Konstruktion von Geschlecht, habe ich ein kurzhaariges Mädchen einfach zum Jungen gemacht. Sozialisation „sei Dank“! Auf Fidschi muss man jedoch umdenken. Ich lasse mir erklären, dass Mädchen und Frauen hier keine langen Haare tragen, sondern eine relativ kurze Krause. Es gilt als unhygienisch und ist gesellschaftlich nicht anerkannt. Das ist auch eine Regel, wenn man in den Kindergarten geht. Nur über besondere Absprachen mit den Eltern darf ein Mädchen oder ein Junge lange Haare tragen.

Wir verbringen fast den gesamten Tag in den Räumen der Kindertagesstätte und der anliegenden Grundschule, in der die freundliche Lehrerin frisches Obst und Wasser verteilt. Obwohl auch andere Touristen vom Schiff hier sind, haben die Kinder nur Augen für Alejandra. Ein blondes kleines Mädchen mit weißer Hautfarbe ist spannender als das Lächeln für große Canon-Objektive. Und weil wir ihre Eltern und obendrein noch agil genug sind, mit ihnen Ball zu spielen, sind wir auch cool. Ich bekomme sogar ein paar gemalte Kunstwerke geschenkt.

Nur ein halbstündiger, steiler Hike zum höchsten Punkt der Insel kann uns gegen Ende des Tages von den Kindern losreißen. Den wollen wir auf jeden Fall noch antreten, bevor das Schiff auf eine 3-tägige Seefahrt geht. Leicht kränklich und hustend – lästige Klimanlagen –  verzichte ich dieses Mal darauf, Alejandra den Berg hochzutragen und Julian schafft es mit gutem Durchhaltevermögen alleine (es sind fast 100% Luftfeuchtigkeit und 32°C, da ist jeder Schritt mit Schweiß verbunden). Die Aussicht belohnt jedoch allemal. Was ein Paradies, was ein herrliches Fleckchen Erde!
Unser Rat also an alle zukünftigen Fidschi-Reisenden: Bucht den Flug nach Nadi oder Suva (Viti Levu) und macht Euch im Anschluss schleunigst auf den Weg zu den umliegenden, ursprünglicheren Inseln. Es fällt schwer, hier wieder wegzugehen!

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