Von Sydney in die Südsee

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Alejandra in unserem Zimmer des "MS Oosterdam", Sydney, Australien 2014Sydney ist unsere letzte Station in Australien, bevor es mit dem Schiff von einem Ende des Pazifiks zum anderen geht. Von hier aus besteigen wir die „Ms Oosterdam“, die uns in den nächsten vier Wochen über Neukaledonien, Vanuatu, Fidschi, Amerikanisch Samoa und Hawaii an die Westküste der USA und nach Kanada bringen wird.

Die „Ms Oosterdam“ ist der Holland America Line untergeordnet und ein klassisches Kreuzfahrtschiff. Ehrlich gesagt hätten wir niemals gedacht, dass wir jemals eine Kreuzfahrt machen würden. Für uns bedeutet diese Art des Reisens maximale Unflexibilität (vorgegebener Zeitplan) und ein viel zu hohes Maß an Luxus, den wir nicht brauchen. Hier macht jeden Tag jemand dein Bett für Dich, Du musst niemals kochen und auch kein Geschirr abwaschen. Jeder will Dir permanent den Hintern abwischen und Dich am liebsten rund um die Uhr total glücklich machen. Ganz ehrlich, warum tun wir uns das an?

Ganz einfach: Des Geldes wegen. Eine vierwöchige Kreuzfahrt durch den Pazifik ist weit weniger teuer, als manch einer glauben mag. Ein Zimmer in der Holzklasse (welches immer noch verdammt komfortabel ist) beträgt mit dem Rundum-Sorglos-Paket 2800€. Unsere eigentliche Überlegung, mit einem Cargo- oder Postschiff durch den Pazifik zu reisen, hätte mehr als das doppelte pro Person gekostet. Die zweite Überlegung, von Pazifikinsel zu Pazifikinsel zu fliegen, inklusive Übernachtung und Verpflegung, wäre nach unseren Berechnungen ebenfalls über diesen Betrag hinausgekommen.
So sind wir also auf die Idee gekommen, nach Preisen für eine Kreuzfahrt zu suchen und waren sehr überrascht, dass dies die „günstigste“ Möglichkeit ist, um den Pazifik und seine Schätze bereisen zu können. Was für eine verlockende Idee! Und hier stehen wir nun, der Pakt mit dem Teufel ist unterzeichnet, und gehen auf unsere erste Kreuzfahrtreise.

Der Vorteil ist, dass wir dennoch wie ursprünglich geplant, mit einem Schiff durch die Südsee reisen können. Das war schon lange ein Traum von uns. Kein Meer ist eindrucksvoller, gigantischer, blauer und verzaubernder als der Pazifik. Zudem kommt es uns viel organischer vor, vereinzelte Südsee-Inseln mit dem Schiff zu bereisen als mit dem Flugzeug. So viele dieser Inseln sind so klein, dass man sie in wenigen Stunden zu Fuß umrunden kann. Die komplette Flora und Fauna ist vom Meer geprägt (außer das, was erste Siedler, Amerikaner und Europäer vor vielen Jahren hier angepflanzt haben) und das Leben auf den Inseln ist komplett und ohne Umwege von den Launen des Meeres abhängig.
Der Nachteil ist, dass wir bei Landgängen nie länger als 8-10 Stunden auf den Inseln verbringen werden. Diese Zeit reicht höchstens aus, um eine Idee davon zu gewinnen, wie ein Inselleben funktioniert, wie die Menschen denken und fühlen und vor allem, Erfahrungen zu machen, die Erinnerungen schaffen. Außerdem sind wir uns darüber im Klaren, dass wir auf die Einheimischen wie dumme, reiche Clowns wirken werden, die mit ihrem dicken Geldbeutel und Sonnenhut von Bord kommen und wie besessen Fotos mit ihren noch dickeren Kameras schießen. Und das ist ja im Prinzip auch so.

Wir werden dennoch versuchen, einen ganz eigenen Weg zu finden, der uns hoffentlich am klassischen Kreuzfahrtleben vorbeiführen wird. Eines der ersten Verhaltensregeln, die wir beim Chat mit verschiedenen Gästen aufschnappen, ist nämlich: Kreuzfahrer sind weniger an den Destinationen als am Essen an Bord, den vorhandenen Casinos und Bars sowie am Spa-Bereich interessiert. Und obwohl diese Art der Freizeitbeschäftigung sicherlich ihren Reiz hat, freuen wir uns vor allem darauf, ein kleines bisschen die große Südsee entdecken zu können 🙂

7 Kommentare zu „Von Sydney in die Südsee

    Simone sagte:
    Mai 14, 2014 um 9:10 am

    Danke für die tollen Infors! Du hast das sehr gut zusammengefasst.. Ich denke wir sind von der Art zu Reisen sehr ähnlich 🙂 Ich finde auch das es (obwohl extrem Touri) die bequemste Art ist viel von der Südsee kennenzulernen. Bei unserer Weltreise mit den 2 Kids haben wir uns nach 14 Flügen auch sehr gesehnt mal anders zu reisen…Dann wäre ein Schiff perfekt. Ich nehme an der Preis ist pro Person. Was kostet die kleine Prinzessin? GLG und viel Spass!!!

      Familie Bauer auf Weltreise sagte:
      Mai 24, 2014 um 6:21 am

      Hi Simone,
      danke Dir 😉 Ja, Kreuzfahrt ist echt extrem Touri. Zu wenig reisen, zu viel „Was gibts zum essen?“. Aber es kommt schließlich darauf an, was man drauß macht 🙂 Die kleine Hexe hat übrigens die hälfte gezahlt.
      Liebe Grüße, Sarah

    tabolinz2013 sagte:
    Mai 14, 2014 um 3:30 pm

    Was soll man dazu sagen, ausser: sensationell und genießt es!!!!

    MaOmi sagte:
    Mai 19, 2014 um 9:52 am

    Was hätte dazu im „Papalagi“ gestanden?…. Gruß, MaOmi

    Kerstin sagte:
    Mai 23, 2014 um 8:49 am

    Oh, Wahnsinn! Wir haben das im Oktober 2012 genauso gemacht – nur anders herum! Ich wollte auf unserem Weg mit unseren beiden Kids unbedingt auf Hawaii Stop machen, weil ich das aus alten Backpackertagen noch kannte und die hawaianischen Inseln als atemberaubend schön in Erinnerung hatte. Also haben wir für wenig Geld einen Flug nach Hawaii gebucht (mit Condor und Alaska Airlines, ebenso, wie du über die Kreuzfahrt sagst, erstaunlich günstig für die weite Strecke), haben uns auf Hawaii noch in ein wunderschönes Ferienhaus eingemietet, den Tsunami und Halloween dort erlebt und sind dann Richtung Australien eingeschifft.
    Wie wir zur Kreuzfahrt gekommen sind? – Aus einer Not heraus. Es gibt (oder gab zumindest im Oktober 2012) keine Direktflüge nach Neuseeland – da wollten wir ursprünglich von Hawaii aus direkt hin. Und da wir nicht über Korea, Japan oder gar das amerikanische Festland (also zurück nach San Francisco) fliegen wollten, kamen wir auf die Idee mit dem Schiff. Und siehe da – es gab exakt ein Schiff, das zu dem gegebenen Zeitpunkt unsere Route fahren sollte.

    Und da mein Mann schon immer mal „richtig zur See“ fahren wollte, also wirklich auch ein paar Tage am Stück ohne Landgang auf dem Meer verbringen wollte, und die Preise, so wie du sagst, für eine 21-Tage-Tour wirklich erschwinglich waren, haben wir es gewagt.

    Wir hatten leider nur wenige Stops (3 Pazifikinseln und dann Neuseeland vor Australien). Rückblickend fand ich die Zeit auf dem Wasser doch etwas lang. Was ich aber gut fand, war die Art des Reisens – die Kreuzfahrt war für uns nicht eine „richtige“ Kreuzfahrt, sondern eben auch ein Transportmittel von A nach B. Und das war sehr gemächlich und hat einem wirklich mal die Weite und Größe des Ozeans und auch unserer Welt vermittelt. Aber das geht euch wahrscheinlich jetzt gerade ähnlich, nicht wahr?
    Noch weiterhin viel Spaß – ich lese ab und zu bei euch still mit und bekomme wieder Fernweh 😉
    Kerstin

      Familie Bauer auf Weltreise sagte:
      Mai 24, 2014 um 6:24 am

      Liebe Kerstin,

      ganz lieben Dank für dein ausführliches und persönliches Kommentar, das freut mich sehr 🙂 Und richtig: Man muss das Schiff als Transportmittel verstehen und als eine extrem bequeme Art, mit kleinen Kindern von A nach B zu kommen. Wer weiß, vielleicht machen wir es auf der nächsten Weltreise noch einmal so. Oder haben bis dahin im Lotto gewonnen und können uns das Postschiff leisten :)))
      Euch noch ganz viele schöne Reiseträume und hoffentlich bald Reaktivierung!!!
      Sarah

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