Hey ya, Katoomba!

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Blue Mountains National Park, Katoomba, Australien 2014Zugegeben: Wir waren zu Beginn unserer Australienreise skeptisch, was das laufen von Walking Tracks angeht. Zu viel giftiges und angriffslustiges Getier lauert hier im Gebüsch, dachten wir. Und ja, natürlich ist das auch in gewisser Weise so. Doch je mehr man sich in die Wildnis traut, desto mehr wird einem klar, dass die Tiere besseres zu tun haben, als herumschwirrende Wanderer zu attackieren.

So ist es auch in Katoomba. Der Tourismusmagnet liegt eine Autostunde westlich von Sydney und bietet ein Eldorado für passionierte Läufer: Den Blue Mountains National Park direkt vor der Haustür. Hier waren wir vor vier Jahren schon mal. Ohne Kind, ohne Verstand und ohne Tracking-Schuhe. Statt uns die Blue Mountains von Angesicht zu Angesicht anzusehen, haben wir eine Tagestour ab Sydney mit dem ganzen Schnickschnack wie Skygondel oder der steilsten Seilbahn der Welt gemacht. Das wir erst mit Alejandra auf die Idee gekommen sind, die Welt so viel wie möglich zu Fuß zu erkunden, hat zwar eine gewisse logistische Ironie, doch es macht auch ziemlich viel Spaß.

In Katoomba bleiben wir eine Nacht, um am folgenden Morgen früh in den Busch aufzubrechen. Wir schlafen in der örtlichen Jugendherberge, die uns mit viel Platz und einer toll ausgestatteten Kinderspielecke begrüßt. Außerdem treffen wir ohne Verabredung Tina wieder, die wir vor sechs Monaten bei unserem Couchsurfer Stu in Whangarei/Neuseeland kennengelernt haben. Die Welt ist eben klein. Und Tina beschließt spontan, uns zum geplanten 5-Stunden-Marsch in den Blue Mountains Nationalpark zu begleiten.

Bushwalking in Katoomba ist reizvoll und bietet für jedes Fitnesslevel etwas an. In allen Unterkünften wie auch im Informationscenter wird über möglich zu laufende Distanzen, Wetter- und Laufbedingungen informiert. Zudem sollte man sich hier in eine der Listen eintragen, die Auskunft über Name und die geplante Strecke geben. Wer in den Blue Mountains verloren geht, kommt so schnell nicht wieder.
Das merken auch wir, als wir mit Kind auf dem Rücken und literweise frischem Wasser (das Wasser in den Blue Mountains ist verschmutzt und sollte auf keinen Fall getrunken werden) aufbrechen wollen. Alle paar Meter gibt es kleine, sromlinienförmige Eingänge in den Park und die Beschilderung ist eher mangelhaft – ebenso wie unsere Karte, die wir uns in der Jugendherberge auf einem Din-A-4-Blatt haben ausdrucken lassen. Ein paar Dollar in eine detaillierte Klappkarte wären eine lohnende Investition gewesen. Trotzdem biegen wir irgendwann in den Busch ein, in der Hoffnung, dass schon alles gut gehen wird.

Glücklichweise treffen wir immer wieder Wanderer, die besser präpariert und ortskundiger sind als wir und so lotsen wir uns den Weg durch enges Gebüsch, matschige Wege und viiielen Metalltreppen. Die letzte Etappe hat sogar über 900 Stufen, die ich Alejandra tapfer hochschleppe. Ein gutes Work-Out, kann ich nur empfehlen! Eine kleine Rast mit dem Blick auf die erhabenen „Three Sisters“ haben wir uns im Anschluss mehr als verdient. Von hier aus sehen wir auch die berühmte Skygondel, die tonnenweiße Touristen von einem Ende zum anderen transportiert. „So waren wir vor vier Jahren auch“, erinnern wir uns wieder und freuen uns einmal mehr darüber, wie viel mehr man doch von der Welt sieht, wenn man sich nur ein paar Laufschuhe anzieht.

Ein Kommentar zu „Hey ya, Katoomba!

    MaOmi sagte:
    Mai 12, 2014 um 9:57 am

    Seit Ihr unterwegs seid , werden Eure Gesichtsausdrücke bei jedem neuen Bloggeintrag entspannter und glücklicher. Jaj,ja das Nomadenleben ist wohl eines der Besten! Hab Euch lieb, MaOmi

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