Prom Day

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Julian mit Alejandra auf dem Mt Oberon, Wilsons Promontory National Park, Australien 2014Mit einem Blick auf die Straßenkarte Australiens fallen einem nicht nur Wüstengebiete, sondern auch unheimliche viele Nationalparks auf. Da wir uns entscheiden, einen Streckenabschnitt nach Sydney an der Küste entlang zu fahren, wollen wir einen Abstecher zum Wilsons Promontory National Park machen – Australiens südlichstem Punkt.

„The Prom“, wie die Einheimischen dieses kleine Paradies nennen, läd uns für einen ganzen Tag nicht zum Tanz, sondern in die Wildnis ein. Hier erinnert nur eine geteerte Straße und ein Camping-Platz an Zivilisation. Der Eintritt kostet eine kurvenreiche Anfahrt (2,5 Stunden südöstlich von Melbourne), ein bißchen Vorbereitung (Verpflegung) und einen vollen Tank, jedoch nicht einen Cent.
Bei der Einfahrt in den Park liegt eine Orientierungskarte aus, die auf die vielen Walking Tracks in der Umgebung und vor allem auf das Wildlife im Prom hinweisen. Deswegen sind wir nämlich auch hier: Wir wollen Koalas, Wombats, Wallabys, Kängurus, Possums, Emus und viele weitere Vogelarten in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.

Doch erstmal steht ein Stop an einer der vielen Buchten an: der Whisky Bay! Das Wetter ist zwar bescheiden, da immer wieder ein kleiner Regenschauer aufzieht. Doch wir kreischen, lachen und rennen in die dunklen Wolken rein, bauen Sandburgen, klettern auf die großen Steine und lassen uns von den zischenden Wellen beeindrucken. Wir lernen eine Familie aus Melbourne kennen, die mit ihren zwei kleinen Kindern im Prom campen. Sie erzählen uns, dass sie Kängurus zum Frühstück sehen und abends mit den Wombats Zähne putzen. In diesem Moment bekommen wir selbst wieder ein bißchen Camping-Sehnsucht. Hier in Australien sind wir, anders als in Neuseeland, mit einem Mietwagen unterwegs und schlafen hauptsächlich in Hostels. Da bleiben solch schöne Erfahrungen natürlich leider auf der Strecke.

Für unsere Möglichkeiten versuchen wir dennoch, so viel Atmosphäre des Proms aufzusaugen wie möglich. Unsere nächste Station ergibt sich spontan. Am südlichen Zipfel des Parks befindet sich ein großer Campingplatz, von dem aus man über einen Carpark auf den 562m hohen Mount Oberon wandern kann. Der Weg ist hin und zurück 7 km lang, relativ steil und in 2-3 Stunden durchführbar. Wir packen Alejandra auf den Rücken (mein Part ist immer bergauf, Julians Part bergab) und machen uns auf den außergewöhnlich gut ausgebauten Weg Richtung Gipfel. Hier würde man selbst mit einem Outdoor-Kinderwagen und einem guten Fitness-Level hochkommen. Die letzten 5 min sind zwar etwas abenteuerlich, da sie über unebene Steintreppen führen. Doch den Kindernwagen könnte man getrost am Treppenende stehenlassen – den klaut in so dünner Luft bestimmt keiner 🙂
Der Blick vom Mount Oberon ist unbezahlbar und belohnt für den anstrengenden Aufstieg. Hier bekommt man ein Gefühl dafür, wie klein man selbst und wie groß die weite Welt ist. Für Genießer empfehlen wir einen Flachmann im Gepäck, zum anstoßen und Aussicht genießen! Doch auch die Wetterkapriolen des südlichen Australiens sind hier gut zu beobachten, also immer mit schnellen meterologischen Veränderungen rechnen und eine Jacke gegen den kühlen Wind mitnehmen.

Nach unserem Abstieg machen wir uns wieder auf den Rückweg. Dieser führt uns für eine kleine Zugabe an einem unscheinbaren Parkplatz vorbei (direkt an der Hauptraße), von dem aus man nach den Informationen unserer Karte einen „Wildlife Loop Track“ machen kann. Was das genau bedeuten soll, wissen wir auch nicht. Und da hier auch weit und breit keine Menschenseele ist, die wir fragen können, stellen wir unseren Wagen einfach irgendwo ab und laufen einem unscheinbaren Pfeil nach, der dort aufgestellt ist. Und plötzlich sind sie alle um uns herum: Kängurus, Wallabys, Emus und sogar ein Wombat, der so riesig ist, dass man ihn für einen Bär halten könnte. Das Wildlife ist natürlich das Highlight für Alejandra, die Australien mittlerweile für einen Freizoo hält („Immer sind hier überall Tiere!“).

Ob Freizoo oder Freiluftanlage – der Wilsons Promontory National Park ist eine tolle Adresse, um mit der Familie einen oder ein paar schöne Tage zu verbringen. Am Ende sind wir sogar ganz dankbar für das schlechte Wetter gewesen. So gehörte uns der Park fast ganz allein 🙂

2 Kommentare zu „Prom Day

    little kingstown sagte:
    April 9, 2014 um 8:49 am

    Wir vermuteten Euch schon in der Nähe von Sydney, das neue Abenteuer wartet ja schon, hier ist alles o.k. Nach warmen Frühlingstagen ist es heute wieder recht frisch. Grüße aus dem Sätdtchen von der Ama

    mMaOmi sagte:
    April 22, 2014 um 7:10 am

    Bitte unbedingt einen Wombat mitbringen! MaOmi 🙂

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