Fast erfroren

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Abends in der Curio Bay. Versuch der Gemütlichkeit mit Moana Klümmel, Catlins, Neuseeland 2014Jetzt ist es soweit: Der Winter hat ein Einzug gehalten in Neuseeland. Nach zwei herrlichen Wochen voller Hitzeschübe, Hitzebschub-bedingter Unwetter, die Festivals lahmgelegt haben und Sommergefühl bis in die späten Abendstunden, ist es von einem auf den anderen Tag RICHTIG kalt geworden. Auf der Südinsel ist sogar schon Schnee gefallen. Und das ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als meine Schwester Anna zu Besuch aus Australien kommt. Bis zum Ende unserer Neuseeland-Reise wird sie uns begleiten ❤

Monatelang habe ich mich auf darauf gefreut, meiner kleinen Schwester das Land unserer Träume zu zeigen. Ich schmiedete ausgiebig Pläne, welche Route wir nehmen könnten und welche Highlights sie auf keinen Fall verpassen darf. Von Christchurch sollte es nach Dunedin, über die Catlins nach Stewart Island, dann ins Fjordland und schließlich durch die Alpen am Mount Cook vorbei, nach Kaikoura und wieder Richtung Christchurch gehen. Doch pünktlich zu ihrer Ankunft in Christchurch kommt der Temperatursturz. Kein Auftakt, wie ich ihn mir vorgestellt habe!

Nach einem fluchtartigen Aufbruch aus Christchurch versuchen wir also, in Dunedin (mit einem Zwischenstopp an den Moeraki Boulders, sogar mit einem Anflug von Sonnenschein) ein paar schöne Tage zu verbringen. Wir schlafen im „Manors House Backpackers“, angemeldet mit Van und Zelt für jeweils 15$ pro Person. Ein guter Preis für das populäre Dunedin. Doch wir haben nicht mit seinem eisigen Antarktiswind und seinem Sturzbachregen gerechnet. Für Anna ist es definitiv zu kalt im Zelt und wir kuscheln uns alle zusammen in unsere Moana Klümmel. Das alte Mädchen gibt sich alle Mühe, damit wir alle ohne Platzprobleme schlafen können. Es klappt recht gut, aber zwischendurch nehmen wir uns doch noch mal ein 3er-Zimmer, weil es uns auch in unserem Auto zu kalt zum schlafen wird. Das macht aber nichts, da das „Manor House Backpackers“ ein gemütliche und freundliche Unterkunft ist, in der sich lohnt, ein paar Tage zu verweilen. Zwischendurch schauen Anna, Alejandra und Ich uns dick eingepackt die Stadt und die naheliegende Otago Peninsula an oder laufen den dramatischen „Tunnel Beach Track“. Julian schreibt derweil fleißig Songs, spielt Melodien ein und nimmt Gesänge auf – ganz in alter Manier. Da wir Mädels in dieser Zeit nicht mobil sind, hitchhiken wir durch Dunedin und Umgebung. Ja, das geht auch mit kleinem Kind! Es ist umsonst und man lernt die nettesten Leute kennen.

Als nächstes nehmen wir uns die Catlins vor. Ein absolutes „Must See“ für jeden Neuseeland-Touristen. Doch bei Regen und 6 Grad macht selbst das keinen Sinn. Beim Versuch, Anna den berühmten Nugget Point zu zeigen, hagelt es erbarmungslos auf unsere Köpfe herab. Keine Chance, zu den nuggetartigen Felsen zu kommen. Wir fahren also weiter, mit dem Ziel, in der Curio Bay zu campen. Hier gibt es das ganze Jahr über die seltenen Hector Delfine zu sehen, Neuseelands heimliche Ureinwohner. An einem warmen Tag lohnt es sich, zu den verspielten Tieren ins Wasser zu gehen. Doch bei unserer Ankunft am Campingplatz sehen wir zwar Hector Delfine und sogar Gelbaugen-Pinguine, aber es ist so eisig kalt und immer noch derart am schiffen, dass wir uns frustriert in den Van verkrümeln. Immerhin haben wir uns für insgesamt 35$ eine Strom-Site ergattert und können den ganzen Abend „How I met your mother“ auf dem Laptop gucken. Ein schwacher Trost, aber immerhin erheiternder Ersatz fürs Delfinschwimmen in der Curio Bay. Allerdings wird diese Nacht so fies kalt, dass wir Mützen und Jacken anlassen müssen.

Mit dem Blick auf die weitere Wetterentwicklung ist leider auch klar, dass wir unsere geplante Route durch den wunderschönen Süden Neuseelands nicht durchziehen können. Regen, Kalt und Wind für den Süden ohne Aussicht auf Besserung. Was sollen wir bibbernd und durchnässt im Fjordland campen? Und auch Stewart Island ist wohl nur noch im Schneeanzug seine 150$ Fährgebühr pro Person wert. Sorry, wir wollen nicht immer nur über das Wetter meckern. Mal sehen, was der Norden der Südinsel zu bieten hat. Und wir versprechen: Für das nächste Mal sind wir besser präperiert 😉

Ein Kommentar zu „Fast erfroren

    MaOmi sagte:
    März 7, 2014 um 6:51 am

    Ohhhhhhh, der Pinguin gefällt mir. Trotz Kälte scheint es Euch gut zu gehen.
    Tja, hier bricht ein wunderschöner Frühling an, die Luft schmeckt herrlich, die Sonne strahlt vom Himmel und einige Bienchen haben die blühenden Mandelbäume vor der Rebenzüchtung entdeckt……Ich hab Euch Lieb!MaOmi

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