Wacker zur See, elend passé

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Alejandra und Julian schwimmen im Südpazifik, Rarotonga, Cook Inseln 2014Es zieht uns aufs Wasser. Zu diesem wahnsinnigen Blau, welches typisch für den pazifischen Ozean ist. Trotz seiner farblichen Intensität wirkt es ganz weich und einladend, im wahrsten Sinne des Wortes: friedlich. Wie einst Magellan fühlen wir uns von diesem Anblick magisch angezogen – und segeln raus.

Wir unternehmen eine Sunset-Segeltour mit „Tropicbird Sailing“ und sind zu unserer großen Freude die einzigen Gäste an Bord des kleinen Katamarans. Der Skipper und Eigentümer kommt überraschenderweise aus der Schweiz, so dass die Konversation schnell ins Deutsche übergeht. Die ganze Atmosphäre trägt dazu bei, dass wir die förmliche Distanz rasch ablegen und gut gelaunt aufs Wasser hinausschippern.

Es ist erstaunlich, wie wild die See nur ein paar Meter außerhalb des Hafens ist. Trotz kaum fühlbaren Windes schaukelt der Kahn ziemlich auf und ab. Besonders Alejandra findet das klasse. Sie setzt sich in der kleinen Kabine direkt ans Steuer und möchte den Kurs bestimmen. Als sie auch noch sieht, dass Julian zum Schnorcheln ins Wasser geht, hält sie nichts mehr still. „Ich will auch ins Wasser!“, schreit sie aus vollem Leibe. Ich winke vorerst ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie das nicht ernst meint. Wenn jemand seine Entscheidungen sekündlich ändert, dann ist es Alejandra. Als sie jedoch nicht locker lässt, ziehe ich ihr die Schwimmweste an und übergebe sie Julian in das 27°C warme Wasser des südpazifischen Ozeans. Wie selbstverständlich schwimmt sie mit ihm zwischen den Korallen in 10 m tiefem Wasser und ich staune nur, was ich für eine wahnsinnig mutige Tochter habe. Ich selbst bin nämlich viel zu feige ins Wasser zu gehen – in voller Überzeugung, dass der nächste Hai um die Ecke schwimmt und mir ein Bein abbeißt. Doch ihr Mut ist so ansteckend für mich, dass ich mich schließlich selbst für einen kurzen Moment ins Meer traue. Ein ganz toller Augenblick in einer wunderbaren Kulisse, die mich übrigens sehr an meine Lieblingsserie aus Kindertagen erinnert: Ocean Girl. Jetzt habe ich wohl selbst ein kleines Ocean Girl, das völlig organisch durchs Wasser planscht, als wenn es nie etwas anderes getan hätte.

Wieder an Bord fahren wir nach einer kleinen Stärkung mit kühlem Bier und leckeren Sandwichs sogar noch etwas weiter aufs Wasser raus. Der Wind bläht sich urplötzlich auf und wir setzen die Segel. Auf dem Wasser ist der Teufel los. Alles ist voller Vögel und es riecht nach Futterjagd. Wir schmeißen sogar eine Angel ins Wasser, in der Hoffnung, auch was abzukriegen. Leider sind wir nicht erfolgreich, woraufhin wir einfach versuchen, den Sonnenuntergang zu genießen. Julian fällt das allerdings schwer. Er verfällt in leichte Seekrankheit und wünscht sich wacker lächelnd in den Hafen zurück.

Trotzdem hätten wir uns keinen schöneren Abschluss unserer Rarotonga-Reise vorstellen können. Am nächsten Tag heißt es nämlich: Koffer packen! Tief in der Nacht werden wir mit einem Shuttle zum Flughafen gebracht. Die kleine Maschine der Air New Zealand möchte zur unchristlichsten aller Zeiten, um 1.30 Uhr, Richtung Auckland abheben. Kurz vor Abflug ist Alejandra in guter alter Papa-Manier auf einmal ganz grün im Gesicht. Leider ist es nicht nur eine leichte Übelkeit, sondern wird mit Fieber und Erbrechen begleitet. Wir sind ziemlich besorgt, entscheiden uns aber trotzdem, zu fliegen. Da es ihr jedoch auch mit Zäpfchen bis Auckland nicht besser geht, überlegen wir sogar kurz, ein paar Tage in Auckland zu bleiben – obwohl wir noch einen Weiterflug nach Christchurch vor uns haben. Ein zusätzliches Zäpfchen läutet glücklicherweise die ersehnte Besserung ein. Zurück in Christchurch sind wir allerdings alle so geschafft, dass wir dringend Urlaub gebrauchen können. Wir mieten uns ein kleines, gemütliches Zimmer und schlafen erst mal aus. Ganz schön anstrengend manchmal, das Reisen!

4 Kommentare zu „Wacker zur See, elend passé

    weltwunderer sagte:
    Februar 19, 2014 um 10:24 am

    Willkommen zurück! Zum Glück hat es ja in CHC momentan auch über 30 grad, wenn ich richtig informiert bin…

    Lehnetrotter sagte:
    Februar 19, 2014 um 11:53 am

    Hui, hört sich seeeehr ambitioniert an, was ihr da macht! Grad mit Kind und Kegel…und dann sooo viel unterwegs sein! pohr, wir bewundern euch!

    Bauer sagte:
    Februar 19, 2014 um 10:42 pm

    ES ist schön, immer den Geburtsteddy zu sehen. Das hätte der sich nicht träumen lassen, damals in seinem Köfferchen. Ich übrigens auch nicht. War schön heute morgen von Euch zu hören. Hier geht alles planmässig seinen Gang……EURE AMA

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