Exploring Avarua

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Alejandra auf dem Punanga Nui Market, Avarua, Rarotonga, Cook Inseln 2014Wir fühlen uns direkt pudelwohl in unserer kleinen Oase am Muri Beach. Genauso reizt uns jedoch auch die Erkundung der – ziemlich genau auf der entgegen gesetzten Seite der Insel gelegenen – Stadt Avarua.

Avarua, das ist die mehr oder weniger geschäftstüchtige Hauptstadt von Rarotonga, die bis in den späten Nachmittag voller Menschen ist. Hier bietet sich die größte Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten. Es gibt sogar einen verhältnismäßig großen Supermarkt, dessen Preise sich jedoch in astronomischen Höhen bewegen (doppelt bis dreifach so hoch wie in Neuseeland). Dafür kann man günstig kleine Souvenirs und inseltypische Kleidung erwerben. Außerdem gibt es ein inflationäres Angebot an Scootern, die man entweder kaufen oder leihen kann. Jeder auf der Insel hat so einen, die Straßen sind voll davon. Sicherheitsbestimmungen wie Helm oder Kindersitze? Fehlanzeige. Als Tourist muss man allerdings 20$ für eine Driver License, inklusive Fahrprüfung, zahlen. Wohl eher ein Wirtschafts- als ein Sicherheitsfaktor.

Das tollste an Avarua ist aber sein Essen. Überall gibt es eine riesige Auswahl an Local Food. Zu Recht berühmt und gut besucht ist deswegen der „Punanga Nui Market“, der immer samstags zwischen 10 und 13 Uhr stattfindet. Der nahe am Hafen gelegene Markt ist voller Stände mit frischen Früchten, Fisch und Säften, aber auch Kleidung und Musik kann man hier kaufen. Wir staunen und freuen uns, als uns eine einheimische Obstverkäuferin eine überdimensionale Wassermelone, Papaya, Mangos und Bananen in eine Tüte für 3$ einpackt. „Weil wir so nett sind“, entgegnet uns die Obstverkäuferin mit einem breiten Lächeln im Gesicht. „Meine Mutter hat mir beigebracht, zu teilen und zu geben. Ich habe sechs Geschwister zu Hause“, erzählt sie uns. Wir glauben ihr das sofort. Trotzdem bin ich ganz nervös und will ihr unbedingt einen Aufpreis zahlen. „No Worries“, meint sie und rückt sich dabei ihren bunten Blumenkranz im Haar zurecht. Uns wird ganz warm ums Herz und wir freuen uns über das frische Obst in unserer Tasche. Dies gehört hier zu jeder Mahlzeit auf den Teller. Es ist einfach den ganzen Tag über so unglaublich warm und schwül, dass es einem geradezu nach Früchten dürstet. Alles wird lokal angebaut und im Prinzip muss man einfach nur mal ins nächste Gebüsch hüpfen, um sich eine Kokosnuss, eine Ananas oder frische Maracuja von den Bäumen zu pflücken. Da der Markteffekt jedoch viel mehr Charme hat, verbringen wir an diesem Samstag unseren gesamten Mittag auf dem Punanga Nui Market.

Spätestens am Nachmittag sollte man sich jedoch entscheiden, ob man noch weitere Zeit in Avarua verbringen oder wieder in seine Unterkunft zurückfahren möchte. Wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, hat man die Wahl zwischen genau einer Buslinie, die entweder gegen oder im Uhrzeigersinn mehrmals täglich um die Insel fährt. Gegen 16 Uhr fährt der Bus jedoch nur noch zu jeder vollen Stunde im Uhrzeigersinn. Die Fahrt kostet 5$ pro Person, egal wie weit man fährt. Es gibt neben einer Endhaltestelle in Avarua keine offiziellen Bushaltestellen, Ein- und Ausstieg wird über Handzeichen mit dem Fahrer kommuniziert. Wir können uns das erst gar nicht so richtig vorstellen, merken aber recht schnell, dass Busse einfach an uns vorbeifahren, wenn wir uns nicht bemerkbar machen.

Was wir aus Neuseeland auch nicht mehr gewöhnt sind, ist die strenge Samstag-ab-Nachmittag-und-Sonntag-geschlossen-Politik in Avarua. Nach dem Punanga Nui Market noch einen Kaffee schlürfen gehen? Noch Postkarten am Kiosk holen? Das gibt’s nicht. Die Geschäfte sind alle geschlossen und die Cafés stellen ihre Stühle hoch. Hier ticken die Uhren tatsächlich NOCH langsamer als bei den Kiwis. Wir haben nicht geglaubt, dass das möglich ist. Hier scheint es wirklich so, als sei man Ende der Welt angekommen.

In diesem Sinne werden wir uns übrigens wohl nie wieder über zu hohe Auslandstelefonkosten oder teure und langsame Internetverbindungen beschweren. Als wir ein Lebenszeichen nach Deutschland an unsere Familie senden wollen, schwanken die angebotenen Telefonkosten zwischen 3 und 14$ pro Minute (!). Für 100MB WLAN muss man im Durchschnitt 20$ zahlen. Da hilft wohl nur eins: Handy ausmachen, Bloggen in weite Ferne schieben und das eingestaubte Buch auspacken, das man seit langem lesen wollte. Und daneben einen großen Teller aufgeschnittener Papaya genießen.

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