Kia Orana, Rarotonga!

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Alejandra auf Rarotonga, Cook Inseln 2014Kia Orana? Ist da nicht ein „na“ zu viel? Haben wir den traditionellen Willkommensgruß der Māori (genauer gesagt, den „Lass-es-Dir-gutgehen“-Gruß) in einem Anfall von europäischem Eingriffswahn nach unserem Belieben ungewandelt?! Oder zuviel Flugzeug-Kabinenluft eingeatmet? Nichts dergleichen!

Wir sind auf der Hauptinsel der Cook Islands, 3000 km nordöstlich von Neuseeland, auf Rarotonga gelandet. Auf der größten der insgesamt fünfzehn Inseln im tropischen Südpazifik leben über 80% Cook Island Māori, woraufhin Englisch hier nur offiziell Amtsprache ist. Hauptsächlich wird hier Māori miteinander gesprochen, allerdings ein abgewandeltes Māori zu dem, welches wir aus Neuseeland kennen. „Kia Orana“ rufen uns freundlich lächelnde Polynesier entgegen, als wir direkt aus unserer Triple Seven der Air New Zealand übers Rollfeld Richtung Passportkontrolle und Gepäckausgabe laufen.

Der urig kleine Flughafen der Hauptstadt Avarua erinnert an einen Aufenthaltsraum mit Strohdach: Alles, von den Einreiseregistrierungen bis hin zur Lei, einer Blumenkette, die wir als Willkommensgruß um den Hals gehängt bekommen, spielt sich hier ab. Wir freuen uns jedoch nicht nur über einen Stempel der Cook Islands in unserem Pass, sondern vor allem über die Hitze, die uns wie ein heißer Fön ins Gesicht peitscht. Diese ist nämlich eine unserer Hauptgründe, warum wir überhaupt die Muse hatten, mitten in der Nacht unsere Moana Klümmel in Christchurch zurückzulassen, um von dort aus mit einem Zwischenstopp in Auckland nach Rarotonga zu reisen.

Die außenpolitisch zu Neuseeland gehörende Südseeinsel stand ursprünglich gar nicht auf unserem Reiseplan. Doch warum eigentlich nicht, dachten wir uns an einem kalten, regnerischen Tag mitten im Dezember, als wir in New Plymouth vor einem neuseeländischen Reisebüro standen. Warum nicht mal Urlaub vom Urlaub machen und ein bisschen Sonne tanken. „Wohin soll es denn gehen?“ fragte uns Simon, der nette Mann hinterm reisebürotypischen Schreibtisch. Wir zuckten mit den Schultern. Tonga? Tahiti? Hauptsache mitten im Pazifik und nahe am Äquator. Und da wir im April nach Vanuatu, Neukaledonien, Fiji, amerk. Samoa und Hawaii reisen werden, sollte es möglichst etwas anderes sein.  „Wie wäre es mit den Cook Inseln?“ warf Simon ein. Cook Inseln? Na klar, Cook Inseln! Eine prima Idee. Wir buchten ein schönes kleines Hotel direkt an der türkisblauen Lagune des Muri Beach und liefen anschließend im Freudentaumel aus dem Reisebüro. Hatten wir das gerade wirklich getan? Hatten wir ECHTEN Urlaub gebucht, in einem richtigen Hotel, wo Alejandra den ganzen Tag im Sand buddeln kann? Sind wir so spießig geworden? Ach scheiß drauf! Wir wagen das Abenteuer!

Und wer auf die Cook Inseln, insbesondere nach Rarotonga, reist, der merkt schnell, dass Individual-/Explorertourismus hier ohnehin keine Rolle spielt. Die Haupteinnahmequelle ist seit den achtziger Jahren nicht mehr der Export von Früchten und Fisch, sondern der Tourismus. Auf der Insel wimmelt es von Ressorts und Hotels, die glücklicherweise nicht in Hotelbunkern gipfeln. Das einzig größenwahnsinnige Projekt haben bauwütige aber planlose Italiener in den neunziger Jahren zu einer mittlerweile symbolträchtigen Bauruine des „Sheraton Hotel“ verfallen lassen. Die Folgen waren für die Einwohner der Cook Islands verheerend. Erst in den letzten Jahren hat sich die Inselgruppe von dem wirtschaftlichen Totalschaden dieses im Himmelfahrtskommando geendeten Bauprojekts erholt. Offensichtlich ist dies jedoch immer noch: Hier gibt es keinen hohen Wohlstand, auch wenn Rarotonga (und das nahe Aitutaki) im Vergleich zu den anderen Inseln Geldautomaten und elektrischen Strom aufzuweisen hat. Aber man hat direkt das Gefühl, dass die „Cookies“ das auch gar nicht wollen. Die Balance zwischen Touristenanlagen und ursprünglichem Raro-Lifestyle scheint zu funktionieren, größer muss es nicht werden, mehr Touristen müssen nicht kommen. Es ist zu klein, um anonym zu bleiben, am Ende des Tages kehrt jedoch wieder jeder in seine eigenen vier Wände ein.

Wir fühlen uns auf jeden Fall gleich pudelwohl zwischen Gastfreundschaft, richtigem Bett und 24-Stunden-Outdoor-Spa. In den nächsten Tagen wollen wir eine ähnliche Balance finden: Sowohl die Insel und seine Bewohner kennenlernen als auch ganz viel Cocktail-Badewannen-Meerwasser-Sandburgenbauen-Palmen-Südsee-Feeling aufsaugen 🙂 

Ein Kommentar zu „Kia Orana, Rarotonga!

    Bauer sagte:
    Februar 7, 2014 um 7:54 pm

    Ich mochte auch meine Fuesse in das warme Meer stecken und flowers im Haar haben. Wo seid ihr zur Zeit, wieder im ersten Paradies? Ich verliere langsam die Uebersicht. Liebe Gruesse von der Ama

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