Why does it always rain on me?

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Wellington Harbour, Wellington, Neuseeland 2013Wir ziehen ein Regenband hinter uns her! Zumindest kommt es uns so vor. Seit Anfang Dezember regnet es fast täglich wie aus Eimern. Der Versuch, dem zu entfliehen scheitert kläglich. Es scheint, als würde uns der Regen immer weiter Richtung Süden folgen. Auch um die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage bleiben wir nicht verschont. Aber der Reihe nach.

Zu Weihnachten gönnen wir uns ein gemütliches YHA-Hostel in Paraparaumu. Dieser kleine aber feine Ferienort liegt direkt vor Kapiti Island und zählt zu den Vororten von Wellington. Bei unserer Ankunft am 23.Dezember sind wir noch guter Hoffnung auf ein paar sonnige Festtage. Das Meer glitzert türkisblaugrün von der strahlenden Sonne und von unserem Zimmer aus können wir die vielen badenden Menschen am Strand beobachten. Den Anblick von Bikinis und Badehosen haben wir schon ewig nicht mehr gesehen und planen voller Vorfreude den kommenden Tag outdoor. Doch schon gegen Abend ziehen erneut Regenwolken auf und es zischt und windet die ganze Nacht wie auf Mordor.

Am Morgen des Heilig Abend ist es nicht besser. Unsere Tour nach Kapiti Island, auf der wir eigentlich wandern gehen wollten, wird wegen schlechten Wetters abgesagt. Es ist so diesig, dass wir die Insel gar nicht mehr sehen können. Stattdessen suchen wir das nächstgelegene Aquatic Centre auf und verbringen den Tag mit planschen. Der 24. Dezember ist bei den Kiwis reichlich unspektakulär, so dass alle öffentlichen Einrichtungen wie gewohnt zugänglich sind. Hier wird Weihnachten am 25.Dezember gefeiert. Dennoch finden wir am Abend einen evangelischen Kindergottesdienst, den wir gemeinsam mit Alejandra besuchen. Wir müssen gestehen, dass wir keine treuen Kirchgänger sind – aber es ist einfach zu schön, wenn 3-6Jährige versuchen, ein Krippenspiel aufzuführen. Selbst Alejandra wird eingeladen, einen Engel zu spielen. Wie gewohnt findet sie aber spannender, Kugeln vom Weihnachtsbaum abzureißen und während dem Krippenspiel wie eine wildgewordene Hummel durch den Saal zu rennen und dabei Weihnachtslieder zu schmettern.

Weihnachtslieder singen, ja, das kann Alejandra wirklich gut. Und so bin ich mehr als gerührt, als sie mir bei unserer abendlichen Bescherung (da halten wir uns an die deutschen Traditionen) ein mit Papa komponiertes Weihnachtslied überreicht. Ich kann behaupten, noch nie so ein schönes Geschenk erhalten zu haben. Dabei ist es das erste Mal in meinem Leben, dass es zu Weihnachten nur ein Geschenk gibt. Auch Julian bekommt „lediglich“ eine CD mit brasilianischen Rhythmen und Alejandra einen Kinderarztkoffer und eine Hörspiel-CD von Ama. An diesem Abend liegt der Schwerpunkt nicht auf einer Masse an Geschenken, sondern am gemeinsamen Beisammensein: Kinderkrippenspiel, Essen, Unterhalten. So würde ich mir Weihnachten jedes Jahr wünschen.

Und kein Regen. Aber während unserer gesamten Zeit in Paraparaumu regnet es und regnet es weiter. Unsere Hoffnung liegt nun also auf Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, in der wir Silvester feiern wollen. Ein Schelm würde jetzt fragen: „Und dann wollt ihr nach Wellington? Eine Stadt, die oft so verregnet und vom Winde verweht ist, das man sie auch ‚Windy Wellington’ nennt?“ Und ja, haha, genau das ist es auch, als wir nach Wellington rein fahren. Wir sind ziemlich froh, als uns die freundliche Dame von der Rezeption des „Campridge Hostels“ ein kostenloses Upgrade für ein Hotelzimmer gibt, welches an das Hostel angeschlossen ist. „Mit Kind“, so meint sie, „können wir doch nicht in einem Party-Hostel mitten in Wellington einchecken!“ Das ist zwar totaler Käse, aber wir freuen uns natürlich trotzdem. Das Zimmer ist soo gemütlich. Es hat einen Fernseher (Luxus!), ein Kingsize-Bett (Doppelter Luxus!!) und ein eigenes Bad (unvorstellbarer Luxus!!!) – perfekt, wenn man bei monsunartigem Regen-Wind-Misch-Masch-15°C-Bääääh einfach gar nicht mehr vor die Tür gehen will. Was wir natürlich tun. Wir besuchen den Flughafen (selbstverständlich!), die Weta Caves (Peter Jacksons Haus- und Hof-Kreativ-Company) und das Te Papa Museum (in dem man Taaage verbringen kann, besonders mit Kind).

Während unserer knapp einwöchigen Zeit in Wellington gibt es genau einen schönen Sommertag: Silvester. Wir freuen uns riesig und unternehmen Sightseeing. Julian schaut sich die vielen hippen Second-Hand-Shops auf der berühmten Cuba Street an, Alejandra und ich unternehmen einen Ausflug mit der Cable Car-Bahn. Von dort aus kann man durch den Botanischen Garten lässig wieder zum Stadtzentrum spazieren und zwischendurch noch auf einem tollen Abenteuerspielplatz für Kinder anhalten. Hier lerne ich auch Jana kennen, eine junge Mutter aus Estland, die mittlerweile mit ihrem Freund und ihrem 8-Monate-alten Sohn Hugo in Wellington lebt. Spontan verabreden wir uns am Abend mit den Kindern zum Abendessen im „Scopa“, wo wir später auch noch zwei weitere Freunde, Hilja und Jelmer aus den Niederlanden, treffen wollen.

Ein paar wagemutige Springer/Heiratswillige nutzen das schöne Wetter am Hafen aus. Wellington, Neuseeland 2013

Alles scheint, als ob es einfach nur ein perfekter Silvestertag werden wird. Gegen Abend sitzen wir alle zwischen Kindern, Cocktails, Wein und leckeren Pizzas zusammen, reden, lachen, freuen uns aufs Feuerwerk an der Promenade. Wir haben zwar Gerüchte gehört, dass es dieses Jahr kein Feuerwerk geben soll, da sich um Silvester mehr Familien als junge Partypeople in Wellington aufhalten und man stattdessen lieber ein Neujahrs-Picknick im Park veranstalten will – aber kein Silvester-Feuerwerk in der Hauptstadt, das können wir uns nicht vorstellen. Und doch ist es so, als wir gegen Mitternacht den Countdown in dieser wunderbar klaren Nacht einzählen. Der Himmel bleibt schwarz. Es passiert einfach: NICHTS! Etwas überrascht und leicht frierend versuchen wir jedoch, uns über einen schönen Abend zu freuen uns stoßen mit einem Glas Sekt aufs neue Jahr 2014 an.

AUF VIELE WEITERE TOLLE, LANGE, SCHÖNE REISEN!!!

Und ein bisschen fangen wir am nächsten Tag schon damit an. Wir sagen nämlich: Good Bye, Nordinsel, es war schön mit Dir! Bei peitschendem Regen und Wind fahren wir am frühen Mittag rüber auf die Südinsel.

3 Kommentare zu „Why does it always rain on me?

    Bauer sagte:
    Januar 14, 2014 um 2:23 pm

    Frau doktor bekommt ja richtig lange haare,bis sie wiederkommt,sind zöpfchen drin. Ausserdem wird sie jede
    Herzrythmusstörung erkennen. Wir drücken die daumen für sonne.
    Meine mütze sehe ich gern. Eure ama

    tabolinz2013 sagte:
    Januar 15, 2014 um 7:32 am

    Da bin ich ja froh, dass nicht nur ich ein übers Wetter lamentiert habe.😄
    Ein Neuseeländer hat uns die Tage gesagt, dass das wohl ein ausgesprochen nasser Sommer sei. Typischerweise sei es schön wärmer und auch beständiger. Aber wie ich lese, lasst ihr euch davon auch nicht die Laune verderben. Für uns heisst es morgen Abschied nehmen. Unsere Reise ist zu Ende. Schade, dass es mit dem Treffen nicht geklappt hat, aber wir hatten ja ein etwas anderes Tempo. Euch noch eine ganz tolle Zeit!! Geniesst sie! Lg Tanja (derweibkiche Teil von taboli)

    MaOmi sagte:
    Januar 16, 2014 um 3:13 pm

    Jetzt hab ich wieder einen Ohrwurm: Wha does it always…….., Regen macht grüne Landschaften. Hab Euch lieb! MaOmi

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