Der Berg ruft!

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Am Fuße des Mt Taranaki, Neuseeland 2013Dass wir bereits das dritte Mal in Neuseeland sind heißt noch lange nicht, dass wir schon alles gesehen haben. Auch von den „Must Sees“ steht noch einiges auf unserer Liste, so auch der Mount Taranaki im Westen der Nordinsel.

Praktischerweise haben wir von unserem Couchsurfer-Host Stu aus Whangarei die Telefonnummer von seiner Mutter bekommen, die am Fuße des Mt Taranaki in New Plymouth wohnt und ebenfalls gerne ihr Heim mit Reisenden aus der ganzen Welt teilt. „You can stay also with my mom if you want!“ Natürlich wollen wir das und freuen uns, dass sich unser Netzwerk an Couchsurfern weiter verdichtet. Da spielt es auch keine Rolle, dass Stu’s Mom Shirley schon über achtzig ist – Ein schönes Beispiel, dass Couchsurfing kein Alter kennt.

Shirley wohnt in einem großen, wunderschönen Haus ca. 200 m Fußweg vom Meer entfernt. Auf zwei Etagen verteilt ist die untere reserviert für Gäste. Dementsprechend großflächig und komfortabel können wir uns in zwei eigenen Zimmern und einem Bad ausbreiten. Wir fühlen uns ein bisschen wie Könige, nachdem wir die letzten Nächte eng zusammengepfercht in unserer Moana Klümmel genächtigt haben. Wir kuscheln zwar gerne mit der alten Dame, aber ein echtes Bett und Platz, um seine Sachen auszubreiten, sind einfach unbezahlbar.

Auch ansonsten ist Shirley eine tolle Gastgeberin und vor allen Dingen eine außerordentlich gute Gastoma. Alejandra ist sofort begeistert von ihr und belagert sie jede freie Minute, um gemeinsam mit ihr zu spielen. Dank ihrer Geduld und ausreichend Erfahrung als Lehrerin ist Shirley wie prädestiniert für die Gastoma-Rolle. Manchmal nennt Alejandra sie sogar „Patricia“, weil sie sie an ihre Gastoma Patricia aus Rotorua erinnert, die ebenfalls einen Platz in ihrem Herzen gewonnen hat. Da bleibt Alejandra gerne auch mal einen Abend bei Shirley, wenn Julian und ich den Sonnenuntergang bei einem kühlen Bier bestaunen wollen.

Shirley gibt uns gute Tipps, was wir in der Umgebung unternehmen können. Ganz oben auf der Liste stehen neben dem Pukekura Park (kostenloser Zoo, tolle Spielplätze) und dem Coastal Walkway selbstverständlich ein Besuch des Mt Taranaki. Sie rät uns, früh am Morgen auf den Berg zu fahren, da zu dieser Tageszeit in der Regel der Gipfel nicht von Wolken umrundet ist. Außerdem sollen wir ausreichend wetterfeste Kleidung und Verpflegung mitnehmen, da wir wandern wollen. Das Wetter kann in kurzer Zeit extrem umschlagen – so, dass der Berg schon einige Todesopfer, beispielsweise durch Erfrierungen, gefordert hat. Mehr als auf jedem anderen Berg Neuseelands. Denn auch im Hochsommer liegt auf dem Gipfel noch Schnee.

Der Mt Taranaki liegt im Egmont National Park. Vor noch gar nicht all zu langer Zeit hieß der mittlerweile erloschene Vulkan auch noch Mt Egmont. Natürlich hatte James Cook bei der Namensgebung seine Finger im Spiel, der ihn nach dem Adligentitel Earl of Egmont benannte. Mittlerweile ist er aber überall wieder unter seinem Maori-Namen bekannt. Er ist über 2500 m hoch und ein Musterexemplar von einem Vulkankegel. Bei „New Zealands next Top Volcano“ hätte er sicherlich Chancen auf den Titel.

Wir fühlen uns magisch angezogen von der Schönheit des Mt Taranaki und fahren über die Egmont Road zum Visitor Centre, wo wir Moana Klümmel einsam auf dem Parkplatz zurücklassen. Wir wollen verschiedene Wanderrouten des Vulkans kombinieren, da es viele kleine Routen zwischen weniger als einer Stunde, aber auch größere Strecken von mehreren Stunden bis Tagen zu erkunden gibt. Wir entscheiden uns für den sehr steilen Maketawa Track Richtung Summit Track, der eine sehr gute Fitness voraussetzt. Der Summit Track sollte nur mit einem erfahrenen Tour Guide gelaufen werden, wir laufen demnach nur bis zu dem Punkt, der für Laien-Wanderer geeignet ist. Weiter rauf würden wir uns auch gar nicht trauen, da es hier bereits sehr kalt ist und wir den Schnee auf dem Gipfel gut erkennen können. Wir haben aber eine fantastische Aussicht und entscheiden uns für ein kleines Picknick, bevor wir wieder bergab Richtung Maketawa Hut laufen. Dort gibt es ein Plumpsklo und Schlafmöglichkeiten für Wanderer, die den Summit Track laufen wollen.
Ab dem Maketawa Hut wird der Weg allerdings richtig…ätzend! Er ist voller Wurzeln und man muss permanent auf- und abklettern. Mit Alejandra auf dem Rücken entwickelt es sich zu einem waschechten Workout, da sie den Weg unmöglich alleine gehen kann. Wir fühlen uns trotzdem wie Superhelden, als wir nach dreieinhalb Stunden Wanderung wieder den Carkpark des Visitor Centres erreichen. Und als wäre das nicht genug gewesen, fahren wir noch für einen kurzen Abstecher zu den „Dawson Falls“, die im Süd-Osten des Mt Taranaki liegen. Wenn wir schon mal hier sind, wollen wir auch so viel wie möglich sehen.

Als wir später nach Hause kommen, hat Shirley schon ein Abendessen für uns vorbereitet. Es gibt Cous Cous, gegartes Gemüse und frischen Krautsalat und zum Nachtisch eine selbstgemachte Pavlov-Rolle mit Sahne und Erdbeeren. Letzteres schmeckt so lecker, dass sich Julian gleich das Rezept dafür geben lässt. Wir fühlen uns wie im siebten Himmel der Köstlichkeiten, schlafen kurz darauf jedoch völlig erschöpft und zufrieden in unseren echten Betten ein.

2 Kommentare zu „Der Berg ruft!

    little kingstown sagte:
    Januar 8, 2014 um 3:16 pm

    Auch ein Blogg braucht mal Urlaub !!!! Wir sind froh, daß er sich gut erholt hat und in bewährter Weise zur Verfügung steht.
    Wir haben heute hier ein besonderes Fest gefeiert. Es nennt sich “ New Zealand Christmas im Januar bei Abendrot “ und es hat uns durchaus Spaß bereitet. A lot of thanks für die liebevolle Zusammenstellung !
    Liebe Grüße von der Ama

    MaOmi sagte:
    Januar 12, 2014 um 8:14 pm

    Hey, perfekt! Es gibt Meerschweinchen, eine liebe Omi, der Sommer ist da, das Bierchen beim Sonnenuntergang, was braucht man mehr zum Glücklichsein. Weiter so, liebe grüße, MaOmi

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