Auf den Spuren der Vulkane… der Thermal Explorer Highway

Gepostet am Aktualisiert am

Vulkanisches Land! Neuseeland 2013Wir werden verfolgt! Von einem roten Schild mit einem Geysir darauf. Nun gut, eigentlich verfolgen wir dieses Schild. Es markiert unsere Route von Osten nach Westen als „Thermal Explorer Highway“. Vorwiegend auf dem State Highway 5 gelangt man von Napier an der Ostküste über Taupo und Rotorua nach Hamilton und schließlich nach Auckland.

Entlang dieser Route liegen viele von Neuseelands interessantesten Vulkanen, Geysiren, Höhlen und Schlammlöchern. Es blubbert, es spritzt, es stinkt und ist heiß. Und ständig ist man mit der Gefahr konfrontiert, dass so ein Vulkan auch mal hochgehen kann. Ganz schön aufregend! Aber das weiß man ja auch, wenn man nach Neuseeland reist, und das ist ja auch einer der vielen Gründe, warum man sich dieses spannende Land ansehen möchte.

Allerdings müssen wir gestehen, dass wir die Stationen dieser Route nicht in „einem Rutsch“ gemacht haben. Auckland liegt ganz am Anfang auf unserem Weg, dann machen wir einen Umweg über den Norden, Coromandel, Whakatane und Gisborne, bis wir bei Napier die Vulkanroute wieder aufnehmen und nun entgegengesetzt von Osten nach Westen reisen.

Hier gibt es so viel zu sehen, dass wir nicht alle Sehenswürdigkeiten „abklappern“ können, aber wir haben doch so einigen erlebt und vieles über Erdbeben und Vulkanausbrüche gelernt:

Auckland

Hier besuchen wir das Auckland Museum, das eine Ebene der vulkanischen Aktivität gewidmet hat. Sehr eindrucksvoll und kurzweilig wird hier beschrieben, wie ein Vulkan ausbricht. Warum das die Aucklander interessieren könnte: Die Stadt wurde auf einem Feld noch aktiver Vulkane errichtet, die immer noch ausbrechen können. Sehr anschaulich wird in einem Haus innerhalb des Museums demonstriert, was bei einem Vulkanausbruch mit der Stadt passieren könnte – inklusive Erdbebensimulation, bei der Alejandra doch etwas verdutzt guckt.

Napier

Am 19.02. findet in Napier wieder das alljährliche Art deco Festival statt. Das ist kein Wunder, ist diese Stadt doch DIE Art deco Hochburg nicht nur Neuseelands, sondern weltweit. Warum? Die meisten Gebäude sind in dem Architektur-Stil der 30er Jahre gebaut, das Stadtbild ist hiervon sehr geprägt. Und warum machen die so was?

Am 03. Februar 1931 wurde die Stadt von einem Erdbeben und den anschließenden Bränden nahezu vollständig zerstört. In einem beispiellosen Einsatz wurde anschießend innerhalb weniger Jahre Napier wieder aufgebaut – in dem Stil, der in den 30er Jahren nun mal aktuell war.

Wir machen den „Art deco Walk“  und vergleichen Gebäude und Schauplätze anhand eines teuer erstandenen Faltplanes kurz nach dem Erdbeben mit heute.

Taupo

Die wunderbaren Erkundungstouren, die wir in dieser schönen Stadt gemacht haben (Huka Falls, Tongariro Alpine Crossing, Craters of the Moon) hat Sarah ja schon in unserem vorletzten Blogeintrag beschrieben.

Der See Taupo ist mit 622 km² gewaltig, fast wie ein kleines Meer. Sieht man sich eine Karte der Nordinsel an, ist er unübersehbar, ein riesiges Loch inmitten der Insel.

Entstanden ist er von ca. 26.500 Jahren durch einen gewaltigen Ausbruch des Taupo-Vulkans (Oruanui-Ausbruch). Die Aschewolke damals war so gewaltig, dass man Ablagerungen davon noch auf Grönland gefunden hat!

Sonnenuntergang in Taupo, Neuseeland 2013

Rotorua

Die thermale Aktivität ist hier allgegenwärtig. Wer einen Eindruck der vulkanischen Aktivität auf der Nordinsel bekommen möchte, darf Rotorua nicht auslassen. Wir haben zwei liebe Couchsurfer gefunden, die uns für ein paar Tage als ihre Gäste aufnehmen: Patricia und Andrew. Ich mache mir allerdings Sorgen, denn jeder, der hier war, berichtet das gleiche als ersten Eindruck von der Stadt: der Schwefelgeruch! Und ich hasse Schwefel.

Bei unseren Couchsurfern in Rotorua. Spaß mit Patricia und Jet, the Cat! Neuseeland 2013

Schon bevor man das Ortsschild passiert, riecht es nach faulen Eiern. Hier gibt es einfach alles: Krater, Matschlöcher, Geysire… unter der Stadt brodelt es, an vielen Stellen ist der Boden so warm, dass durch die geothermale Aktivität die meisten Häuser mit Erdwärme beheizt werden.

Wer das Geld lockerer sitzen hat, lässt sich auf beeindruckende Weise bei dem Institut Te Puia durch das geothermale Dorf Whakarewarewa führen.

Wir machen stattdessen eine Tour zum „Buried Village“(Te Waiora), einem Dorf, das 1886 durch einen Ausbruch des Vulkans Mount Tarawera unter den Lavamassen begraben wurde. Damals starben etwa 100 Menschen, heute kann man nach Ausgrabungen alte Häuser besichtigen und die erstarrten Gesteinsmassen, die sich nachts in und über die Häuser der armen Dorfbewohner geschoben hatten.

Die etwas außerhalb gelegene Ausstellung ist liebevoll gestaltet und allemal einen Besuch wert.

Einen Tag später besteigen wir auf dem Rainbow Mountain Summit Track, einen südwestlich gelegenen Berg, der uns ordentlich Kletterei abverlangt, aber uns auf seinem Gipfel mit einem spektakulären Ausblick bis zum Lake Taupo belohnt. Sarah lässt sich Alejandra auf ihrem Rücken von mir nicht abnehmen und trägt sie alleine den ganzen Weg nach oben. Ich darf dann beim Abstieg ran.

Auch hier sehen wir einfach mal so aus einer steilen Bergwand eine Rauchsäule aufsteigen – ein nicht ungewöhnlicher Anblick in dieser Region. Auf dem Rückweg bestaunen wir noch einen giftgrünen Kratersee.

Aber man kann auch in der Stadt bleiben, wenn man Dampf durch geothermale Aktivität sehen möchte. Neben dem Schwefelgeruch sieht man es immer wieder irgendwo dampfen, nach einem plötzlichen Regen kommen weiße Schwaden aus jedem Gully an die Oberfläche. Irgendwie unheimlich. Man hofft irgendwie, dass einem die Stadt nicht einfach mal so unter dem Hintern hochgeht.

Aber was das angeht, sind die Neuseeländer zumindest im wissenschaftlichen Sektor gut ausgestattet: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich online über Erdbeben-  und Vulkanaktivitäten zu informieren.

Sarah hat sogar eine App für ihr Handy von GeoNet, welches einem in Echtzeit sämtliche Erdbeben anzeigt – und das sind täglich so einige in Neuseeland.

Auf Te Ara findet man eine historische Übersicht über alle Vulkanausbrüche in Neuseeland seit 1300.

Wir danken unseren lieben Gastgebern in Rotorua für die vielen Geheimtipps, ohne die wir so einiges nicht gesehen hätten, was halt so nicht im Reiseführer steht.

Wir sind gespannt, was uns noch so erwartet. Wie ihr seht, erleben wir hier noch wesentlich mehr als Ausflüge auf dem Wasser mit unseren lieben Meeressäugern, die natürlich auch weiterhin ganz hoch im Kurs bei uns stehen!

Euch allen noch eine schöne Weihnachtszeit und explosive Grüße von der Insel!

Text von Julian

Nikolausgeschenk für Alejandra, Rotorua, Neuseeland 2013

Ein Kommentar zu „Auf den Spuren der Vulkane… der Thermal Explorer Highway

    little kingstown sagte:
    Dezember 21, 2013 um 2:56 pm

    Es ist witzig, man sieht Euch in dünnesten Sommerklamotten, dann wieder in Regenzeug. Ihr tragt oft gelb. Hat das eine Bedeutung? Wo werdet Ihr wohl an Christmas sein?. Wir wettern hier gerade einen M.D. Virus ab. Nicht sehr witzig und wieder so passend…… hätten noch einiges zu tun.
    Weiterhin Schwefel ertragen und Landschaft genießen. Gruß Ama

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