10 Dinge, die wir an Neuseeland HASSEN!

Gepostet am Aktualisiert am

Raglan, Neuseeland 2013Keine Frage, wir sind wahrscheinlich der beste Beweis für Nomaden, die 100% Neuseelandsüchtig sind. Wir sind verliebt in das Land und seine Bewohner, in die Natur und in das Meer. Aber wie das in einer Beziehung immer so ist, fallen mit den Jahren auch die Macken des Partners mehr ins Gewicht. Diese bekommen wir nun auch zu spüren.

In den letzten Wochen gab es immer wieder Situationen, in denen uns Dinge aufgefallen sind, die richtig an Neuseeland nerven. Irgendwann kam uns die Idee, eine Liste zu erstellen, um sie auf dem Blog zu veröffentlichen. Schließlich wollen wir nicht den Eindruck erwecken, dass wir hier immer nur breitband-grinsend durch die Landschaft wandern/fahren und dabei nur wunderbare Erlebnisse haben. Oh Nein, manchmal fühlen wir uns auch einfach nur total angekotzt!

  1. Julian, der Spider-Man
    Hat mal jemand gesagt, Arachnophobiker hätten es in Australien schwer, der ist noch nie in Neuseeland gewesen. Ich (Sarah) habe eine ausgewachsene Spinnenangst, durch die ich schon viele Menschen in meinem Umfeld in den Wahnsinn getrieben habe. Leider ist Neuseeland ein Spinnenparadies. Überall hängen zahlreich dieser kleinen bis großen Weberknechte herum, am liebsten in den Wohnhäusern oder auf öffentlichen Toiletten. Eine Couchsurferin hat mir empfohlen, ein Anti-Spider-Spray im Bunnings Warehouse zu kaufen. Gesagt, getan – nur leider hatten wir alle einen toxischen Schock nach der Anwendung, als ich die gesamte Flasche aus Hysterie in unserem Camper versprüht habe. Zur Vorsorge habe ich dann gleich eine neue Flasche gekauft, um mich auch bei Couchsurfern vor den Biestern zu schützen. Wieviele Stunden der arme Julian bereits damit verbracht hat, Weberknechte aus unseren Wohnquartieren zu transportieren, möchte ich gar nicht ausrechnen.
  2. Teure Gesundheit
    Wir haben ja bereits während unserer letzten beiden Aufenthalte die Erfahrung gemacht, dass Neuseeland magnetisch auf unser Geld wirkt. Vorsorglich schlafen wir nun im Auto, bei Couchsurfern, verzichten auf Restaurant-Besuche oder sonstigen Urlaubs-Komfort. Trotzdem ist die Reisekasse knapp. Und warum? Die Antwort findet sich auf den Kassenbons der Pack N‘ Safe-, New World- oder Countdown-Supermärkte. Hier geben wir defintiv das meiste Geld aus. Da wir den Anspruch haben, morgens frisches Obst und Müsli und abends ausreichend Gemüse auf dem Teller zu haben, ist unser Tagesbudget regelmäßig am Limit.
  3. Werbung? Nein, Danke!
    Wir kommen selten in den Genuss eines Fernsehers. Aber wenn wir dann doch mal einen zur Verfügung haben, suchen wir uns gerne einen Film im Abendprogramm aus. Es nervt allerdings gewaltig, wenn alle 5 min ein paar Werbespots eingeplendet werden. So kann man doch keinen Film zeigen!
  4. The Fast and the Furious
    Ein Grund, warum wir die Menschen in Neuseeland so gern haben, ist ihre entspannte Haltung. Sie färbt auf uns ab und beruhigt das Herz. Doch daran ist auf den Straßen leider nichts zu spüren. Es wundert uns nicht im geringsten, warum die Rate an Verkehrstoten hier so exorbitant hoch ist. Es scheint, als ob sie das Drängeln und Auffahren professionalisiert haben. Wir sind während dem Fahren jedenfalls mehr damit beschäftigt, anrasende Autos vorbeizulassen, als beispielsweise die schöne Landschaft zu genießen. Dabei wäre das doch der beste Grund, den Fuß vom Pedal zu nehmen.
  5. Brotkultur, die keine ist
    Neuseeland würde nie einen Preis beim Brotback-Wettbewerb verdienen. Dieses labberige Entenfutter, das im Supermarkt angeboten wird, kann man definitv nicht als Brot bezeichnen. Selbst dann nicht, wenn auf der Verpackung „Roggenbrot – inspired by Germany“ steht. Finden wir dann doch mal ECHTES Brot in einer Bakery oder in Organic Cafés, bezahlt man mindestens 7$ für einen Laib.
  6. Kaffeekultur, die keine ist
    Wir haben Kaffeesehnsucht! Okay, die Neuseeländer haben es richtig gut drauf, Kaffee in allen möglichen Geschmacksrichtungen zu variieren und aufgehübscht anzubieten. Aber es ist eine große Schwierigkeit, einfach basalen Kaffee zu finden. Da wird einem Espresso mit einer heißen Wasserkanne serviert. Und es wird einem nicht mal die Möglichkeit gegeben, selbst Kaffee zu brauen. Es gibt in ganz Neuseeland keine Kaffeefilterhalter!
  7. Kim Dotcom, Len Brown und Eminem – ihr nervt!
    Wir bemühen uns mehr oder weniger regelmäßig, den „NZ Herald“ zu lesen – DIE Tageszeitung in Neuseeland. Wenn aber die Haupthemen um Affären von Kim Dotcom, der wieder irgendwas gehackt hat, oder Len Brown, der Bürgermeister von Auckland, der seine Frau betrogen hat, bestimmt werden, macht Zeitunglesen keinen Spaß. Und auch Eminem ist längst out, ihr lieben Neuseeländer!
  8. Internet? Nicht nett!
    Die Sache mit dem schnellen und erfolgreichem Internetzugang ist hier in Neuseeland noch sowas wie ein Glücksspiel. Selten wird Free Wi-Fi angeboten. Doch ob man es bezahlt oder nicht – die Verbindung ist meistens eine Tortur für enthusiastische Bloggerherzen oder für den Willen, nach Hause zu Skypen.
  9. My English is under all pig
    Englisch sprechen will gelernt sein. Auch wir peppen täglich unseren Wortschatz und unsere Grammatik auf, auch wenn wir wie die meisten Deutschen Englisch in der Schule gelernt haben. Damit kommt man im Kiwi-Alltag auch recht gut durch. Es ist jedoch sehr schwer, sein Englisch zu verbessern. Die Neuseeländer haben sich daran gewöhnt, dass Deutsch-Englisch der deutschen Touristen zu verstehen: 1 zu 1-Übersetzungen werden nicht mehr korrigiert, auch wenn man gezielt darum bittet. „This sounds so cute!“, bekommen wir dann immer wieder zu hören. Das ist nicht süß! Es sorgt nur weiter dafür, dass die Originialität von Sprache verfälscht wird und wir in unserer Arroganz weiter davon ausgehen, dass wir wirklich gut Englisch sprechen könnten!
  10. Viel Wetter-Lärm um „nichts“
    Die Neuseeländer investieren täglich viel, viel Zeit, über das Wetter zu reden, über das Wetter zu informieren oder, das Wetter an bestimmten Wolkenformationen voraussagen zu können. Fakt ist, dass die Wettervorhersagen in der Regel völlig unbrauchbar sind. Das macht uns wahnsinnig, da wir als klassisch sozialisierte Deutsche daran gewöhnt sind, vorausschauend und vernünftig zu planen. Wir können es nicht mehr zählen, wie oft wir geplante Ausflüge canceln oder abbrechen mussten, weil das Wetter wieder gedacht hat, es muss sich nicht an die Wettervorhersage halten. Unverschämtheit!

10 Kommentare zu „10 Dinge, die wir an Neuseeland HASSEN!

    Jenny sagte:
    Dezember 16, 2013 um 9:11 am

    Hihi, das ist lustig – ich dachte so langsam wirklich, ihr nehmt irgendwas ein und seid immer fröhlich 🙂
    Spinnen haben wir in NZ fast keine gesehen (und Weberknechte zählen doch eigentlich gar nicht richtig als Spinnen…), dafür hab ich eine Scheißangst vor Motten und fliegenden Käfern – ratet mal, was da abends immer los war bei uns… schon mal nen 8 cm langen Huhu-Käfer aufm Kopf gehabt?

    Mit dem Brot möchte ich euch beruhigen, das geht noch schlimmer: In Norwegen bekommt man dasselbe Schaumgummizeug, nur kostet ein Laib dort umgerechnet 7 Euro!! Die Lösung ist wohl, für die Zeit der Reise wie die Locals zu essen und nicht zu versuchen, deutsche Mahlzeiten zu imitieren.

    Zum Schluss noch ein Tipp zum Wetterbericht: Wir waren vom metservice begeistert, der enorm akkurate Voraussagen gemacht hat. Da gibt es sogar eine App… Schon ausprobiert?

      Gerlinde sagte:
      Dezember 16, 2013 um 12:01 pm

      Hallo Jenny, unbekannterweise muss ich mal widersprechen. Weberknechte keine Spinnnen, da kann ich nur weinen 🙂 . Gebe Sarah da völlig recht und kann ihre Fobi gut nachvollziehen. Bin da ganz aehnlich gestrickt. Besten Gruss

      Familie Bauer auf Weltreise sagte:
      Dezember 17, 2013 um 8:43 am

      Met Service? Das sind die größten Lügner!!!

    Gerlinde sagte:
    Dezember 16, 2013 um 12:09 pm

    Hi Sarah, witzig, ehrlich! Dachte schon es ist allles eitel Sonnenschein 🙂 . Habe auf jeden Fall in Wien eine super wlan-verbindng. Da können sich die Neuseeländer eine Scheibe abschneiden. Lasst euch den Aufenthalt durch die negativliste nicht verderben. Auf jeden Fall gibt es so doch einiges, auf dass ihr euch freien könnt, wenn ihr die Heimreise antretet. Besten gruss

    kerstincastle sagte:
    Dezember 16, 2013 um 7:47 pm

    Hallo Sarah und Julian!
    Man, habt ihr es gut – vor fast genau einem Jahr waren wir für ein paar Monate in Neuseeland mit unseren Kids …
    Aber zum Kaffee: Wisst ihr was, hier in unserer deutschen mittelgroßen Stadt denken wir oft tatsächlich an den guten Kaffee in Neuseeland in den Städten und in Australien (da gibts den wirklich fast überall). Allerdings definieren wir „guten Kaffee“ wohl anders als ihr – ich oute mich jetzt mal: Ja, ich liebe Latte Macchiato, auch oder vor allem auch am anderen Ende der Welt. In Australien und auch in Neuseeland gibt es meines Erachtens eine echte Kaffeekultur – es gibt „barristas“, die für das Kaffeebrauen eine extra Ausbildung gemacht haben und es schaffen, göttlich guten Milchschaum auf einen traumhaft gebrauten Kaffe zu zaubern. Schwelg …

    Und hier zuhause beobachten wir den entgegegen gesetzten Trend: Immer mehr Cafés schaffen sich Kaffeevollautomaten an, die fertige Kaffeespezialitäten inklusive mehr schlechten als rechten Milchschaum ausspucken. Keiner nimmt sich mehr die Zeit für das Brauen eines guten Kaffees!

    Aber ich mag auch keinen Filterkaffee mehr, seitdem ich vor einigen Jahren meinen ersten richtig guten Latte getrunken habe. Bei Filterkaffee kann ich also nicht mitreden 😉

    Aber es ist ja gut, dass die Geschmäcker so verschieden sind. Probiert doch mal einen absolut genialen Latte in einem Café in Neuseeland, das eine richtige Espressomaschine und einen Milchaufschäumer hat. Oder geht das für euch gar nicht???

      Familie Bauer auf Weltreise sagte:
      Dezember 17, 2013 um 8:45 am

      Julian denkt da so wie ihr 🙂 aber mein wenn man schwarzen Kaffee liebt, ist man hier nicht gut aufgehoben 😉

    Jenny sagte:
    Dezember 19, 2013 um 8:19 pm

    Eeecht, der metservice hat euch im Stich gelassen? Das wundert mich sehr… Und Weberknechte sind doch keine „richtigen“ Spinnen: Sie haben keinen getrennten Vorder- und Hinterkörper (das finde ich an „echten“ Spinnen am ekligsten), keine Spinn- oder Giftdrüsen, dafür Stinkdrüsen (!) und einen Penis (!!).
    Apropos mögen und nichtmögen: Unser Blogstöckchen ist hoffentlich bei euch angekommen? Schaut mal in eure Backlinks! 😉

    LG
    Jenny

    kabie sagte:
    Dezember 20, 2013 um 8:43 pm

    Ich muss wirklich Schmunzeln… „10 Dinge, die wir an Neuseeland hassen“ und doch auch an dieser Stelle:
    Ich bin tief beeindruckt, wie ihr Eure gemeinsame Auszeit in NZ genießt aber nicht blind, besinnungslos und unreflektiert durch die Gegend reist… sondern mitteilt was ihr persönlich wahrnehmt, was ihr schön findet und benennt,
    was Euch stört.

    Wahrscheinlich würde jedeR von uns zehn unterschiedliche Dinge nennen.
    Werde das überprüfen, wenn ich in gut drei Wochen nach Neuseeland komme… 🙂

    Gut das Geschmäcker verschieden sind und wir die Welt in
    der wir leben und reisen so unterschiedlich wahrnehmen und beschreiben können – das macht das Erzählen bunt und das Zuhören spannend –
    so bekommen wir ein umfassenderes Bild der Welt als es uns alleine Möglich wäre!

    Ich kann mir leibhaftig vorstellen wie Julian Dich vor jeglichem Spinnentier (egal ob Weberknecht, oder nicht) retten muss…

    ICH FREU MICH SO 🙂 in 26 Tagen geht es los!!!!

    Rene sagte:
    Dezember 25, 2013 um 11:42 pm

    Was die Fahrweise der Kiwis angeht da kann ich nicht klagen. Mag sein dass ich als Großstadtkind so einiges an Straßenverkehr gewohnt bin und deshalb alles etwas lockerer gesehen habe. Wann immer jemand von hinten angeflogen kam, hab ich bei freier Gegenspur den linken Blinker gesetzt und somit signalisiert dass man mich überholen kann und auch so langsam bleiben werde. Das kam meist gut an und hat sich meist mit Hupen oder Winken dafür bedankt.

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