Taupo is made for walking

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Lake Taupo, Taupo, Neuseeland 2013Wir verbringen in ein paar Tage in Taupo, eine hübsche Stadt inmitten der zentralen Hochebene Neuseelands. Sie liegt direkt am Lake Taupo, dem tiefstahlblauen Vulkansee, der einen satten Umfang von knapp 200 km misst. Nicht schlecht!

Als wir ankommen, findet gerade ein Radrennen um den See statt. Es schüttet, es windet, aber das macht den unzähligen Radlern nichts aus. Auch unsere Couchsurferin Sonia ist dabei. Da sie bei unserer Ankunft noch nicht zu Hause ist, hinterlässt sie uns einfach einen Schlüssel – typisch für unsere neuseeländischen Gastgeber. Wir machen es uns direkt gemütlich, kochen Dinner und hoffen auf besseres Wetter. Als Sonia kommt, schwärmt sie uns nämlich von den unzähligen Outdoor-Aktivitäten vor, die man hier in Taupo machen kann – allem voran das LAUFEN! Rund um Taupo gibt es eine Menge zu Fuß zu erkunden.

Dank einem gnädigen Wettergott bekommen wir dafür in den nächsten Tagen auch ausreichend Gelegenheit. Hier haben wir drei der schönsten, kostenlosen Walkways zusammengefasst, die man mit oder ohne Kind bewältigen kann:

  1. Huka Falls Walkway

Der Huka Falls Walkway beginnt offiziell am Spa Thermal Park, einem Carpark, den man am nördlichen Ende von Taupo in Richtung Spa Road erreicht. Wer ein wenig Zeit und Lust hat, seinen Hintern zu bewegen, der kann den Walkway auch schon von seiner Unterkunft aus beginnen und zum Spa Thermal Park laufen. Auf diese Weise wird man direkt am See vorbei durchs Stadtzentrum geführt, welches defintiv einen Besuch wert ist. Neben unzähligen Cafés gibt es dort auch einen großen Park, auf dem ein toller Abenteuerspielplatz gebaut ist. Er ist ideal, um mal ein schattiges Plätzchen aufsuchen zu können, seinen Kaffee zu schlürfern und die Kinder toben zu lassen – hier werden alle Altersklassen glücklich!

Wenn man den Walkway vom Spa Thermal Park aus beginnt, wird man direkt auf einen weiteren großen Spielplatz aufmerksam. Taupo scheint es gut mit seinen kleinen Besuchern und Bewohnern zu meinen 🙂 Allerdings müssen Kinder im Gegensatz zum Park in der prallen Sonne spielen, was uns dazu bewegt hat, rasch weiter dem Pfad zu folgen. Ein paar Meter weiter kommt man dann auch schon zum nächsten Highlight, den heißen Quellen des Waikato River. Der Waikato River ist stets Begleiter des Walkways und obwohl er sehr einladend aussieht, sollte man seine reißende Strömung nicht unterschätzen. Ein Bad in den heißen Quellen ist demnach mit Vorsicht zu genießen!

Der weitere Weg Richtung Huka Falls ist einfach bis moderart einzustufen. Wenn eine Zweijährige keine Lust mehr auf Laufen hat, dann kann es schon anstrengend werden, die nichtebenen 3 km bis zu den Huka Falls zu bewältigen. Ein bißchen Kondition kann daher nicht schaden. Zumal man beim Anblick der Huka Falls nicht unbedingt für den Aufstieg „belohnt“ wird. Wer hohe, gewaltige Wasserfälle erwartet, der wird beim Anblick eines starken Wasserstroms recht enttäuscht sein. Der Weg ist hier sicher mehr das Ziel.

Uns reicht das noch nicht, und wir laufen weitere 2 km weiter rauf zu einem kleinen Café, das sich „Helistar“ nennt. Von dort aus werden auch Helikopterflüge in die Region angeboten. Wir bestellen viel zu teures, ungenießbares Essen und laufen im Anschluss die Strecke wieder zurück zum Spa Thermal Park. Alles in allem hat die Tour fünf Stunden gedauert und lohnt sich, wenn man einen sonnigen Tag in Taupo mit der Familie verbringen möchte.

  1. Craters of the moon Walking Track

Taupo liegt inmitten eines aktiven Vukangebiets, was auch über das hohe Angebot der begehbaren Thermalgebiete ersichtlich ist. Überall qualmt und raucht es aus dem Boden. Fährt man die SH1 nördlich von Taupo erreicht man den Craters of the Moon Carpark, von dem aus ein Loop Track zum Craters of the moon Walking Track zu einem genau solchen Thermalgebiet unternommen werden kann. Das besondere an diesem Rundweg ist die gut zu beobachtende geothermale Aktivität, die besonders spannend für Kinder ist. Dass dieser Weg weniger einer Mondlandschaft, sondern mehr einer Anhäufung unheimlich vieler (Schlamm-)Löcher gleicht, aus denen Wasserdampf aufsteigt, ist nicht weiter tragisch. Rundherum wachsen außerdem üppige Pflanzenarten, an denen sich besonders Naturfreunde freuen werden. Die Wege sind steinig, aber ebenerdig und für alle Fitnesslevels geeignet. Ingesamt sind ca. 45 Minuten einzuplanen.

  1. Tongariro Alpine Crossing

Ein persönliches Highlight unseres Besuchs in Taupo war der Tongariro Alpine Crossing. Er soll einer der schönsten Walking Tracks der Welt sein. Der Track liegt ca. 1 Autostunde von Taupo entfernt und kann entweder selbst angefahren oder über einen Fahrer in der I-Site gebucht werden (Angebote liegen zwischen 55-65$ für Hin-und Zurück). Da ich den Track mit meiner Freundin Katja mache, ist für mich zweitere Variante sinnvoller, da das Fahren mit Moana Klümmel dem vorbehalten ist, der Alejandra kutschieren muss. Außerdem handelt es sich nicht um einen Loop Track: Der Start liegt am Mangatepopo Carpark und endet am 19,4 km entfernten Ketetahi Car Park.

Wer sich für eine Überquerung des Tongariro-Vulkans entscheidet, muss für alles gewappnet sein. Das beginnt schon mit dem frühen Aufstehen. Katja und ich haben einen Fahrer für 6.30 Uhr gebucht, was für uns vorher duschen-anziehen-frühstücken-treffen-zur-I-Site-gehen bedeutet. Glücklicherweise ist unser Fahrer so nett, mich noch mal einer Tankstelle zum Kaffee holen rauszuschmeißen.

Wenn man am Mangatepopo Carpark ankommt, trifft man in der Regel eine ganze Horde Reisebusse und Shuttle-Services, die willige Wanderer auf ihrem Weg ins Vulkangebiet entlassen. Da hier das einzige von drei Toilettenhäuschen auf dem Weg steht, sollte man die Zeit noch mal nutzen, um Schlange zu stehen und um seine Notdurft zu verrichten. Auf automatische Klospülung sollte man übrigens nicht hoffen – hier oben herrscht das Plumpsklo-Prinzip. Und auch von den Menschenmassen sollte man sich nicht abschrecken lassen. Sie stören zwar ein wenig dieses „Into the wild“-Feeling, allerdings verläuft sich alles dann doch sehr schnell nach den ersten 3-4 km.

Für die Wanderung des Tongariro Alpine Crossing benötigt man auf jeden Fall festes Schuhwerk, Sonnen- und Regenschutz, ein First Aid Kit und ganz wichtig: viiiel Wasser und ordentlich Kohlenhydrate. Der Weg beginnt zwar malerisch auf flachen Holzbrücken, wird aber in Richtung „Devil’s Staircase“ immer steiler und steiniger. Ab hier braucht man Atem und starke Beine – man klettert straight auf 1400 bis 1600 m über den Meeresspiegel. Von hier aus erreicht man sowohl den „South Crater“ als auch den malerischen Mount Ngauruhoe. Diesen wahnsinnig schönen Vulkan sollte man allerdings nicht unterschätzen: Er ist immer noch aktiv und kann jederzeit ausbrechen. Dennoch kann man einen Aufstieg zum Krater wagen, wenn man viel Zeit zum klettern des ungesicherten und sehr steilen Aufstiegs hat. Obwohl die Aussicht von oben grandios sein muss, entscheiden wir uns dagegen. Schließlich wollen wir unseren Bus nach Hause noch erwischen.

Als nächstes besteigen wir den höchsten Punkt auf knapp 2000 km – den Red Crater. Von hier aus gelangt man zum Blue Lake und zu den Emerald Lakes. Hier kann man erst seit kurzem wieder lang gehen, da der Te Maari Crater, einer der aktiven Krater auf dem Tongariro Alpine Crossing, 2012 zweimal ausgebrochen ist und der Weg geschlossen werden musste. Im Moment ist der Track war zwar wieder offen, aber die Aktivität des Kraters ist stets zu sehen und ist ziemlich beeindruckend. Glücklichweise, muss man dazu sagen. Denn der Track führt am diesem Punkt größtenteil abwärts und ist weit weniger spektakulär als noch während der ersten Hälfte. Dennoch kommen wir nach 8 Stunden laufen Endorphingeladen und ein bißchen traurig, dass der Weg zu Ende ist, am Ketetahi Car Park an. Wir sind ziemlich stolz auf uns, dass wir den Track so souverän bewältigt haben und schlafen noch in den ersten Minuten unseres Rückwegs im Auto ein.

Der Tongariro Alpine Crossing ist übrigens auch mit Kind zu bewältigen. Ich habe ein Paar beobachtet, dass eine Einjährige in einer Kraxe transportiert hat. Wer gut trainiert und fit ist, sollte sich also von den teilweise steilen Wegen nicht abschrecken lassen. Aufgrund des schnell wechselnden Wetters (auf dem Krater geht es schnell von warm zu eiskalt) und der hohen Vulkanaktivität würde ich das mit Alejandra allerdings nicht machen. Ich lasse mich lieber von ihr gutgelaunt und knutschend an der I-Site von Taupo abholen.

Ein Kommentar zu „Taupo is made for walking

    tabolinz2013 sagte:
    Dezember 16, 2013 um 5:41 am

    Hey, da haben wir uns wohl verpasst. Wir waren wohl zur selben Zeit in Taupo, allerdings unfreiwillig länger als geplant, da unser Wagen gestreikt hat. Sonntag morgen konnten wir dann weiterfahren und sind jetzt in New Plymouth. Weihnachten sind wir in Wellington, das ist vermutlich für euch zu schnell, um sich auf einen Weihnachtskaffee zu treffen?! Wenn ihr ein bisschen von unserem Blog lesen wollt, könnt ihr das hier tun. Lg von anderen Neuseelandfans. http://tabolisinddannmalweg.wordpress.com

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