MY White Island Adventure

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White Island, Bay of Plenty, Neuseeland 2013Reisen mit der Familie macht Freude! Doch es ist mindestens genauso schön, mal etwas ganz für sich alleine zu machen. Und da viele Touren hier in Neuseeland für Kinder ungeeignet sind (Rafting, Skydive, Tracks etc.) nutze ich die Zeit heute, um White Island zu besuchen.

White Island (Māori: Whaakari), das ist Neuseelands einziger aktive Marine-Vulkan und liegt in der Bay of Plenty. Der alte James Cook war es mal wieder, der der Insel ihren Namen gab, als er 1769 in der Bay of Plenty segelte und in sein Logbuch schrieb: „We called it White for as such it always appear’d to us!“ White Island ist die meiste Zeit von einer weißen Rauchwolke aus Gas und Dampf umgeben. Er kam jedoch nicht nahe genug heran um zu realisieren, dass es sich um einen Vulkan handelt.
Ausgangspunkt für für einen Ausflug mit dem Boot nach White Island ist das ca. 50 km entfernte Whakatane. Ich bezahle schlappe 199$, um einen Platz bei White Island Tours zu ergattern, die eine Monopolstellung im Umkreis haben. Alternativ kann man noch für 600$ einen Helikopterflug buchen, aber dazu fehlt mir sowohl die Lust als auch das Geld.

Die Bootsfahrt nach White Island dauert zwischen 1-1/2 Stunden und hängt stark von den lokalen Wetterbedinungen ab. Die See in der Bay of Plenty ist rau und man sollte unbedingt Tabletten gegen Übelkeit dabeihaben. Selbst bei Sonnenschein und leichtem Wind schaukeln die Wellen unsere kleine Nussschale hin und her wie einen Ping-Pong-Ball. Mir macht das zwar nichts aus, aber einige Passagiere an Bord sind ganz grün im Gesicht.

Auf White Island angekommen fühle ich mich wie bei der Landung auf einem Alienplanet! Die ganze Insel lebt: Sie ist heiß, sie ist voller Rauschschwaden und blubbernden Schlamm- und Schwefelquellen. Doch in ihrer Fassade wirkt sie steinig, grau und wie ausgestorben. Umrahmt wird das Gruselgefühl von einer zerstörten Fabrik, die am Ufer steht. Da es von Schwefel nur so wimmelt, hat man zu Beginn des letzten Jahrhunderts versucht, diesen hier abzubauen. 1914 wurden jedoch einige Bergarbeiter durch einen zähfließenden Strom aus Schlamm und gröberem Gesteinsmaterial getötet, woraufhin der Abbau von Schwefel für mehrere Jahre unterbrochen und erst später unter erhöhten Sicherheitsbedingungen wieder aufgenommen wurde. Mittlerweile ist von der Fabrik nur noch eine Ruine übrig, die der Witterung und den Launen des Vulkans ausgesetzt ist. Spooky!

Im August 2012 stellten Seismometer nach einer mehrjährigen Ruhephase wieder erhöhte Aktivitäten auf dem Vulkan fest, welche eine Eruption auslöste. Im Juli diesen Jahres wurde wieder vermehrt seismische Aktivität gemessen, woraufhin es im Folgemonat zu einem erneuten Ausbruch kam. Zur Zeit werden zwar nur wenige kleine Erdbeben am Tag rund um White Island festgestellt, doch Vorsicht ist immer geboten: So werden wir auf unserer Tour detailiert über mögliche Gefahren aufgeklärt und wir werden mit Atemschutzmaske und Helm ausgesattet. Wir bekommen die Anweisung, immer zwischen unseren beiden Tourguides zu bleiben und deren Pfade nicht zu verlassen. Manchmal ist das gar nicht so einfach, da man vor lauter Schwefelwolken die Orientierung verliert.

Wir laufen ca. 1 Stunde an Kraterwänden vorbei und bekommen zwischendurch immer wieder Lutschbonbons, um den fiesen Schwefelgeruch auszutricksen. Ingesamt hat der Vulkan zwar einen Durchmesser von 2km, doch es ist uns nicht möglich, den gesamten Vulkan zu umlaufen. Der sicherste Punkt ist eine Aushöhlung an Kraterwänden, die zum Meer hin offen ist.
Später zeigen unsere Tourguides uns vom Boot aus, dass der Vulkan durchaus noch lebt und sehr fruchtbar ist. Von weitem erspähen wir viele Vögel, die im grünen weichen Gras der Klippenwand des Vulkans ihre Jungen großziehen. Es wirkt wie ein Fremdkörper, da die Insel nur an dieser einen Stelle „blüht“. Und wenn man dann noch um sich schaut, erblickt man glasklares Wasser und ein Riff zum schnorcheln. Soviel Naturschauspiel aufeinmal haut mich um.

Ingesamt dauert die Tour sechs Stunden und ist absolut empfehlenswert. Das Geld ist gut investiert, da die Tourguides sich viel Mühe geben, den Besuchern einen sicheren und informativen Ausflug zu bieten. Einige der deutschen Prinzessinnen- und Prinzen-Backpacker haben sich zwar lauthals über das uncoole Programm beschwert („Labert der jetzt schon wieder über den Berg?“), und darüber, dass sie das auch noch selbst finanzieren mussten („Ich hab meine Mutter noch angerufen, aber die sagte, ich muss das selber bezahlen…scheiße ey, hätt‘ ich das Geld lieber gespendet„), doch Geschmäcker sind eben verschieden. Wer keine Vulkane sehen will, der kann beispielsweose einen Skydive machen. Aber darüber berichten wir im nächsten Post 🙂

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