Sintflut in Auckland, Sonnenschein im Hauraki Gulf

Gepostet am Aktualisiert am

Julian mit Alejandra auf dem Rücken, Whale & Dolphin Explore NZ, Hauraki Golf, Auckland, Neuseeland 2013Nach unserer herzlichen, wunderbaren und sonnenverwöhnten Tour im Norden sind wir zurück in Auckland. Allerdings werden wir von einer fast schwarzen Regenfront empfangen, als wir von der Westseite einfahren.

Wir wollen nur zwei Nächte in Auckland bleiben und am nächsten Tag einen Voucher einlösen, den wir letztes Jahr im Februar von „Whale & Dolphin Explore NZ“ geschenkt bekommen haben. Ab Auckland Zentrum werden hier 5-6 Stunden Wal- und Delfinbeobachtungen für 160$ im Hauraki Gulf angeboten. Angesichts der desolaten Wetterbedingungen sind jedoch nicht besonders optimistisch, dass das am kommenden Tag klappen könnte.

Wir fahren erstmal zu unseren Couchsurfern Marcus und Paula, die mit ihrem kleinen Sohn Cohen in West Auckland leben. Wie gewohnt werden wir nicht wie Fremde empfangen, sondern sitzen bereits nach 5 min gemeinsam mit Paula und Cohen auf ihrem gemütlichen Teppichboden und trinken eine Tasse Tee. Alejandra und Cohen nehmen direkt Kontakt zueinander auf und bestreiten das Territorium ihrer jeweiligen Spielsachen. Obwohl sie nicht richtig miteinander spielen, registrieren sie den anderen und observieren jede Bewegung.
Cohen ist ein Jahr jünger als Alejandra, aber auch schon ein kleiner Globetrotter. Im Juli waren Marcus und Paula mit ihm in Europa und haben Deutschland, die Niederlande und Italien erkundet. Da sie selbst bei Couchsurfern übernachtet haben, wollen sie dieselbe Möglichkeit nun auch anderen Travelern aus der ganzen Welt anbieten. Nächstenliebe spielt ohnehin ein großes Thema bei den beiden. Sie sind sehr aktiv in der Kirche und danken Gott am Abendbrottisch für die warme Mahlzeit und reflektieren die positiven Erfahrungen des Tages. Wir selbst sind nur sporadische Kirchengänger und würden uns auch nicht als religiös bezeichnen. Doch uns gefällt die Art, wie Paula und Marcus sich mit Themen wie Toleranz, Weltoffenheit und Sozialität auseinandersetzen und finden es gar nicht so schlecht, sich einen gut gedeckten Tisch bewusst zu machen.

Am nächsten Tag bietet uns Paula an, mit ihr und Cohen das Waitakere Ranges Regional Parkland zu besuchen, falls wir mit „Whale & Dolphin Explore NZ“ keine Ausfahrt machen können. Obwohl wir auch auf diese Option viel Lust haben, versuchen wir trotz schlechter Wetterbdingungen unser Glück und rufen bei dem Unternehmen an. Wider erwarten bekommen wir die Nachricht, dass es kein Problem sei, heute durch den Hauraki Gulf zu schippern. Wir wundern uns zwar etwas, da unser Blick aus dem Fenster eher diabolisch wirkt, doch wir wagen das Abenteuer.

Als wir mit unserer Moana Klümmel Aucklands Zentrum ansteuern, bricht schließlich ein sintflutartiger Regenschauer über uns herunter. Binnen Minuten werden wir bei dem Versuch, ein Parkticket zu ziehen, so klitschnass, dass wir eigentlich einen klamottentechnischen Komplettwechsel machen müssten. Doch dafür haben wir keine Zeit mehr, da wir aufgrund des dichten Verkehrs schon ziemlich spät dran sind. Zwischendurch stellen wir uns sowieso die Frage, ob das Boot bei diesen Bedingungen den Hafen wirklich verlassen wird.

Aber doch – das tut es! Der Skipper erklärt uns und den anderen pitschnassen Passagieren, dass das Wetter im Hauraki Gulf nicht viel mit dem Wetter an den Küsten zu tun hat. Er verspricht uns schönsten Sonnenschein, wenn wir ein Stück aus Auckland rausgefahren sind. Und wir können es nicht glauben: Nach nur 10 Minuten ist der Himmel strahlend blau und die See so ruhig und glatt wie bei der Verfilmung der Augsburger Puppenkiste „Urmel aus dem Eis“.

Es dauert nicht lange, bis die ersten Gemeinen Delfine unseren Weg kreuzen. Alejandra quietscht vor Freude und schreit „Woooooow, Papa, hast Du die Delfine gesehen? Ich will die mal anfassen!“ Als wir ihr erklären, dass das nicht geht, schlägt sie vor, doch einfach mit ihnen schwimmen zu gehen. Und tatsächlich bekommt man den Eindruck, als würden sie uns zum schwimmen einladen wollen. Sie reiten in den Wellen des Bootes mit und interessieren sich sehr für meine Füße, die über der Reling baumeln. Leider ermahnt mich die Oberaufseherin-Tourguide-Super-Wichtig-Führerin, dass ich meine Füße im Boot lassen soll. Das macht gar keinen Spaß und die Delfine verlieren ihr Interesse.

Etwas weiter draußen machen wir eine tolle Entdeckung! Wir beobachten einen jagenden Brydewal und einen weiteren Brydewal mit Kalb. Drumherum treiben ein paar Tölpel, Pinguine und Gemeine Delfine ihr Unwesen. Das Wasser ist so ruhig und klar, dass man unter der Wasseroberfläche das gesamte Geschehen verfolgen kann. Einmal taucht einer der Brydewale unter unserem Boot hindurch. Es ist einfach fantastisch, diesen gewaltigen Körper in voller Größe zu sehen. Obwohl wir schon so oft Walbeobachtungen gemacht haben, ist es doch jedes Mal wieder wie ein Zauber. Vor allen Dingen, wenn Petrus für entsprechend perfekte Ausfahrtbedingungen sorgt. Vielleicht fahren wir demnächst nur noch bei Weltuntergangsstimmung raus?

Nach sechs Stunden Fahrt kommen alle braungebrannt und freudestrahlend am Hafen von Auckland an. Mittlerweile hat sich die Sonne auch bis hierhin durchgekämpft und es erinnern nur noch riesige Monsterpfützen an den Regenschauer vom Vormittag.

Paula und Marcus rufen uns an, ob wir Lust haben, wieder mit ihnen gemeinsam zu essen. Wir freuen uns und besorgen alle Zutaten für vegetarische Wraps – Julians Beste! Als wir gegen Abend gemeinsam am Tisch sitzen, bedankt sich Paula beim Tischgebet dafür, dass wir so einen schönen Tag auf dem Meer gehabt haben. Recht hat sie, denke ich! Danke für diese tolle Ausfahrt; Danke dafür, dass wir bei so einer Familie wohnen können; Danke, dass wir einfach hier sein dürfen und jeder Tag ein neues, spannendes Abenteuer für uns bereithält.

3 Kommentare zu „Sintflut in Auckland, Sonnenschein im Hauraki Gulf

    little kingstown sagte:
    November 18, 2013 um 3:10 pm

    Wal zum Frühstück !!!!! weitaus interessanter als Taunuszeitung mit Büttenreden aus den umliegenden Orten und Angebote jetzt und und gleich einen Tisch für Sylvester zu reservieren, sonst geht gar nichts mehr. Mit anderen Worten für einen Bericht aus NZ lassen wir alles andere liegen…..wir freuen uns immer sehr von Euren Erlebnissen zu hören und vor allem ist es gut für die Seele zu wissen, daß es Euch gut geht. Heute 2. Zahnspange !!!!
    wir sind gespannt, wo Ihr als nächstes landet. Wetter heute nur grau, trocken, nicht sehr kalt, 16 Uhr 7Min. fast dunkel.
    Wir drückem Euch Ama und Apa

    Hans sagte:
    November 18, 2013 um 3:41 pm

    Ihr Lieben,
    wunderbar, was Ihr alles erlebt. Extremes Wetter, beeindruckende Meerestiere, gastfreundliche Menschen. Und: Das Heranwachsen des Augensternchens „ALEJANDRA“. Möge der liebe Gott weiterhin seine lenkende und schützende Hand über Euch halten.
    Herzliche Grüße und weiterhin viel Spaß und Freude sowie tolle Erlebnisse
    Onkel Hans und Marianne

    luiju65 sagte:
    November 18, 2013 um 9:48 pm

    NOCHMAL AMA, Sarah Du hast ja eine wirklich mega abgefahrene Sonnenbrille,die Deines Gatten ist dagegen grnichts,sorry Gruss Ama

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