Seeing the world through children’s eyes

Gepostet am Aktualisiert am

Alejandra beim Couchsurfing, Whangarei, Neuseeland 2013Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben – so textete Matthias Claudius bereits in „Urians Reise um die Welt“. Wir berichten ja immer viel von unseren Erlebnissen und Eindrücken. Wer dabei oft zu kurz kommt, ist Alejandra, da sie zwar schon fleißig erzählt, aber ihre eigenen Eindrücke mit ihren zwei Jahren natürlich noch nicht so gut ausdrücken kann.

Wie erlebt Alejandra diese Reise? Wie geht sie mit den wechselnden Eindrücken um, so oft an verschiedenen Orten zu sein, oft im Camper zu sitzen und jeden Tag neue Leute kennenzulernen?

Um es kurz zu machen: Ziemlich selbstverständlich! Wir merken an ihrem Verhalten, dass das Herumreisen die normalste Sache der Welt für sie zu sein scheint. Meist ist sie fröhlich und ausgeglichen und scheint viel Spaß zu haben. Den vielen Orts- und Situationswechseln steht gegenüber, dass Mama und Papa jeden Tag da sind und Zeit mit ihr verbringen – ein Luxus, den wir in Deutschland nicht haben.

Wie schaffen wir es nun, während der Reise ein Gefühl der Vertrautheit entstehen zu lassen?

Wir haben uns hierbei auch mal Tipps von anderen reisenden Familien durchgelesen. Die meisten schreiben, dass sie mit Lieblingsspielsachen und Ritualen die besten Erfahrungen gemacht haben. Das können wir bestätigen:

Unsere Reise führt uns weiter kreuz und quer zu der Bay of Islands, von da aus in den Norden, den nördlichsten Teil der Nordinsel („Far North“) ans Cape Reinga, dann an die Westküste in das verschlafene Omapere und schließlich wieder zurück nach Whangarei zu unserem lieben Kiwi-Couchsurfer-Host Stu. Wir verfolgen nach wie vor einen konsequenten „Querschnitt“ aus schlafen in Moana Klümmel, Hostel- und Couchsurfing. Alejandra muss sich dadurch aber auch immer wieder auf neue Situationen einstellen.
An der Taputaputa Bay nahe Cape Reinga campen wir beispielsweise abgeschieden mit Plumpsklos, ohne Strom und Fließend Wasser und kalten Duschen, die eigentlich mehr einer waagrechten Sprinkleranlage gleichen, so dass duschen illusorisch scheint. Stattdessen behelfen wir uns mit dem offenen Ozean, um halbwegs sauber zu bleiben. Zwischendurch laufen wir den steilen Coastal Walkway hoch und runter Richtung Cape Reinga, mit Alejandra auf dem Rücken. Sie amüsiert sich über ihre, die Dünen raufkrächzenden, Eltern. Sie selbst sitzt schließlich gemütlich in ihrer Kraxe und kann in Ruhe die vielen verschiedenen Vögel und Pflanzen beobachten, die sie faszinieren.
Weiter in Omapere treffen wir in unserem Hostel „Globetrekkers Backpackers“ viele herzliche Menschen aus den verschiedensten Ländern (Deutschland, Kanada, Frankreich, Australien). Die Unterhaltungen verlaufen meistens auf Englisch, so dass Alejandra zwangsläufig ein paar Worte aufschnappt, um kommunizieren zu können. Es ist wahnsinnig spannend zu beobachten, wie sie jeden Tag neue Begriffe lernt, auch wenn sie besser versteht, als spricht. Mit dem halloween-typischen „Trick oder Treat“ hat sie jedenfalls keine Probleme, als wir auf der Suche nach Süßigkeiten durch Omaperes Straßen ziehen.
Zurück in Whangarei wohnen wir wieder bei Stu, unserem Couchsurfer vom letzten Mal.  Beim Einbiegen in die Hofeinfahrt hüpft sie vor Begeisterung in ihrem Sitz auf und ab und ruft laut „Wir sind beim Stu!“ Hier kennt sie den Gastgeber bereits und weiß, wo sie ihre Spielsachen ausbreiten kann.

An all diesen wechselnden Orten mit ihren ganz spezifischen Eigenheiten bleiben bestimmte Dinge jedoch immer gleich, und das jeden Tag: Morgens wird Obst geschnippelt, meist Bananen, Äpfel, Kiwis und Trauben, manchmal Erdbeeren, Mango oder Pflaumen, dann gibt es Müsli mit Joghurt und Früchten zum Frühstück. Sie hat ihre Spielzeugkiste, die fortlaufend um kleine Dinge, die sie sammeln kann (Matchbox-Autos und Ü-Ei-Figuren, bevorzugt von Star Wars), ergänzt wird. Abends gibt es ein konstantes Ritual (Schlafanzug, Zähne putzen, Gesicht und Hände waschen, dann eine Geschichte – aktuelles Highlight: „Der kleine Klokönig“). Und daran ändert sich nichts, egal ob im Camper oder bei Couchsurfern – außer, dass sie bei Couchsurfern länger wach bleiben darf  🙂 Wir merken, dass es keine Rolle spielt, ob Alejandra immer wieder an einem neuen Ort einschläft und aufwacht, solange diese Rituale vertraut sind.

Wir merken aber auch, dass Alejandra in einer fremden Umgebung zunächst sehr anhänglich ist. Unser Part ist es dann, ihr intensives Schmusebedürfnis zu erwidern. Auf diese Weise wird sie forscher und mutiger und spielt im Laufe der Zeit auch allein im Nachbarzimmer.

Interessant ist dabei zu sehen, dass sie ihrerseits bestimmte Rituale einführt, die sich nicht ändern, vor allem Rollenspiele mit ihren Figuren. Lädt sie jemanden zum Spielen ein, bekommt dieser eine Figur und derjenige soll dann für die Figur sprechen („Du sagen“). Dann fragt sie die Figur, ob sie mitspielen will und die zugehörige Person ist offiziell eingeladen.

Wir fragen uns, ob sie sich später an irgendetwas bewusst erinnern wird. Aber für das Leben wird Alejandra viele Dinge mitnehmen, vor allem Offenheit, Toleranz und Neugier für andere Lebensweisen und unterschiedliche Menschen. Wir hoffen es zumindest.

Text by Julian

2 Kommentare zu „Seeing the world through children’s eyes

    little kingstown sagte:
    November 6, 2013 um 8:35 am

    Hallo kleine Maus, Ich hoffe, daß Du viel über Deine Reiseerlebnisse erzählen kannst, wenn Du wieder zuhause bist. Eins ist klar, mit Deinen knallroten Schuhen kannst Du nicht verlorengehen. Hier ist es naß und grau und ich muß gaaanz viel Laub harken. Am Samstag schläft Jaki hier, er geht jetzt schon bis 15 Uhr 30 in den Kindergarten und sagt immer, ich bin schon groß…… Das grüne Krokodil liegt im Winterschlaf und keiner darf es wecken. Nur Du, wenn Du wieder in Königstein bist. Viele Küsschen von Deiner Ama

    MaOmi sagte:
    November 6, 2013 um 3:49 pm

    So sieht also ein modernes Nomadenkind aus….Kussi von MaOmi 🙂

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