Paihia by foot

Gepostet am Aktualisiert am

Waitangi Track, Bay of Islands, Neuseeland 2013 Ich liebe es, eine Gegend zu Fuß zu erkunden. Für den heutigen Tag habe ich mir also vorgenommen, mir Alejandra auf den Rücken zu schnallen und Paihia zu belaufen. Oder zu umlaufen.

Julian lassen wir in unserem Bed & Breakfast direkt am Strand, was wir für ’n Appel und ’n Ei die letzten Tage beziehen konnten. Die Hosts haben für den Moment keine Buchungen, so dass sie uns ein nicht abstreitbares Angebot gemacht haben. Er nutzt die Zeit, um mit seiner neuen Gitarre Musik zu machen. Alejandra und ich entscheiden uns, die Haruru Falls zu bewandern. 

Wir laufen von der Seaview Road los Richtung Marsden Road, die wir nach ca. 2 km erreicht haben. Am Kreisel biegen wir nach links ab auf die Black Bridge Road und von nun an geht es 3 km steil bergauf. Die Sonne knallt in der Mittagshitze auf unsere Köpfe und ich frage mich kurz, ob es so clever war, mir ein knapp 13 Kilo schweres Kind als Backpacker-Rucksack auf die Schultern zu ziehen. So lange Strecken bin ich mit dem Carrier noch nicht gelaufen. Einzig die schöne Landschaft lässt mich die schwere Last schnell vergessen und während Alejandra ein Nickerchen macht, setze ich mir den MP3-Player auf die Ohren und schwelge in Phantasien.

Wir machen eine kurze Pause, als wir den kleinen Ort Haruru erreichen. Ich steuere einen Gemischtwarenladen an, um uns was essbares zu organisieren. Der Inder hinter der Theke kann es nicht fassen, dass ich mit Alejandra auf dem Rücken aus Paihia hergestapft bin. Er bietet mir spontan sein Büro an, um mich ausruhen zu können. Dazu drückt er mir noch ein Überraschungs-Ei für Alejandra in die Hand. Ich verzichte dankend, da das Wetter zu schön ist, um in einem Büro zu rasten. Wir setzen uns lieber draußen auf die Wiese und naschen das Ü-Ei, Müsliriegel, pürierten Babybrei, Äpfel und Kekse. Dann geht es weiter.

Zu den Haruru Falls sind es noch knapp 700 m zu Fuß. Man muss dazu sagen, sie sind nicht sonderlich spektakulär. Aber schön. Und Alejandra freut sich, rund um die Falls ein paar Enten zu erspähen. Leider fällt die kleine Figur aus dem Ü-Ei in den Fluß.

Das eigentliche Walking-Highlight kommt aber noch. Von den Haruru Falls aus verläuft ein 5 km langer Walking Track, der „Waitangi Track“, der uns wieder zurück nach Paihia bringen soll. Ich habe zwar einerseits keine Lust mehr, mit Kinder-Backpacker-Rucksack weiter durch die Gegend zu stapfen. Andererseits habe ich auch keine echte Alternative, da ich mir vorgenommen habe, heute diesen Rundweg zu laufen und das auch durchzuziehen. Und so kommt Alejandra wieder auf den Rücken und wir tauchen ein in das Dickicht der Wälder. Es ist wunderschön, wenngleich auch beängstigend. Ganze 5 km kommt uns keine Menschenseele entgegen. Dabei ist der Weg nicht einfach, weil es ständig bergauf und bergab geht und er stetig an einem unebenen Hang entlang läuft. Ich hoffe einfach, dass ich nicht über irgendeine Wurzel stolpere und versuche, mich locker zu machen. Der Weg ist es nämlich allemal wert, begangen und bestaunt zu werden.

Trotzdem bin ich recht froh, als ich in Waitangi stehe, der kleinen Ortschaft vor Paihia. Wir laufen noch mal zwei weitere Kilometer und treffen uns mit Julian am Ortsmittelpunkt – dem Countdown Supermarkt. Für den ganzen Weg haben wir insgesamt 4, 5 Stunden gebraucht. Mal sehen, wie lange es dauert, bis mir meine Nackenmuskulatur verzeiht 😉

Text by Sarah

5 Kommentare zu „Paihia by foot

    Michael sagte:
    Oktober 31, 2013 um 10:42 am

    Hallo Sarah, Hallo Juiii,

    wir „ziehen uns alles ‚rein“ und betrachten immer wieder die Bilder. Nicht zuletzt von der kleinen Namens-Spanierin, die immer gut drauf ist, wo immer sie weilt.
    Ja und Vorsicht, da sollen Hunderte seit Jahren auf Neuseeland immer noch im Kreise laufen, weil sie nicht mehr den Ausgangsort finden.

    Ja, der Julian komponiert wohl die Neu-Seeland-Sinfonie Nr.1 und er wird sicher in Christchurch mit dem Matthias-Piano-Man spielen.
    Hier ist es 11:37 AM. Also in 23 Min habt Ihr dort den 1. November.

    Viele Grüße Paaaaaaaaaaa

    Hans sagte:
    Oktober 31, 2013 um 1:46 pm

    „Onkel Hans“ 31.10.2013, 14:32
    Hallo Ihr Lieben,
    soeben Deinen (Sarah) Bericht über den „Rundkurs“ gelesen. Wow, tolle Leistung. Na ja, die Schönheiten der Natur entschädigen dann doch manchmal für die physischen Anstrengungen. Ja ja, Alejandra nähert sich allmählich dem „Kilo-Bereich“ von Mami. Schwer, schwerer, selber laufen :-))
    Dir, Julian, viel Spaß und Erfolg mit deiner Gitarre. Mit Musik gewinnt man die Herzen der Menschen und verbreitet Heiterkeit und Freude.
    Euch weiterhin eine wunderbare Zeit und tolle Erlebnisse.
    Herzliche Grüße
    Marianne und Hans

    Gerlinde sagte:
    November 2, 2013 um 12:34 pm

    …wow, liebe Sarah. Aber auch ein wenig verrückt :-), aber auch schööööön! Habe schon ganz viele Eurer Reisebrichte gelesen und freue mich mit Euch, dass alles so gut klappt und – das lese ich zumindest heraus – Eure Erwartungen und Wünsche bislang noch weit übertroffen werden. Weiter so!
    Liebe Gruß aus dem verregneten Oppenheim, Gerlinde
    P.S.: Im Dezember gönne ich mir eine kurze Auszeit und fahre nach Wien.

    MaOmi sagte:
    November 6, 2013 um 3:45 pm

    Ok, trotz der wunderschönen Bilder- ich muß schimpfen: wie kannst Du Dir das mit dem Tagen antun….MaOmi

    MaOmi sagte:
    November 6, 2013 um 3:45 pm

    mit dem TRAGEN mein ich…

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