Paihia by Sail

Gepostet am Aktualisiert am

Tümmler in den Bay of Islands, Neuseeland 2013Wer in den Bay of Islands ist, sagt Lonely Planet, der muss raus aufs Wasser. Das beherzigen wir, auch wenn wir bereits vor drei Jahren eine Segeltour mit der R. Tucker Thompson gemacht haben. Man geht ja auch nicht in die Kirche, ohne zu beten.

In Paihia hat man die Qual der Wahl, mit welchem Anbieter man durch die Bay schippern möchte. Wir buchen eine Tour mit Carino Sailing and Dolphin Adventures. Ganz einfach aus dem Grund, weil dieser Anbieter mit einem kleinen, aber feinen Katamaran heraussegelt. Hier gibt es neben den kleinen Segelanbietern nämlich auch viel Massenabfertigungswaretouristenschrott. Wir bezahlen 114 NZD pro Nase, plus 6 NZD für den Lunch. Alejandra ist frei. Dafür gibt es sechs Stunden Segeln, schwimmen mit Delfinen und einen Zwischenstopp auf einen der kleinen Inseln in der Bay. Ziemlich fair, wie wir finden.

Bei schönstem Wetter schlendern wir morgens um neun Uhr zum Hafen. Die Crew ist freundlich. Es gibt einen weiblichen Skipper, was sogar auf dem Prospekt beworben wird. Der Guide ist zwar etwas neurotisch, da uns gleich zu Beginn sein nervöser Ordnungsfimmel auffällt, aber er erklärt uns mit aller Ruhe, was uns am heutigen Tag erwarten wird. Oder auch nicht? Der offene Ozean ist schließlich kein Teerboden und auch kein Zoo und nicht alles ist vorhersehbar. Wir freuen uns jedenfalls, dass wir nur knapp zehn Teilnehmer auf der Tour sind. Das macht die Stimmung von Anfang an persönlich und familiär.

Wir sind kaum eine Viertelstunde gesegelt, da kommen auch schon die ersten Tümmler auf uns zu. Auf einmal geht alles ganz schnell. „Go into the water, guys! Go fast! Look down!“ Zack, zack sind alle Willigen in ihre Swimsuits geschlüpft und hüpfen ins 16°C kalte Wasser. Julian und ich baldowern kurz aus, wer als erstes in Wasser geht. Ich bleibe schließlich mit Alejandra an Board und Julian stellt sich dem kühlen Südpazifik. Doch von den Temperaturen merkt er nicht viel. Er ist verzaubert von den Tümmlern, die er unter Wasser erst gar nicht ausspähen kann. Er hört nur das für Delfine charakteristische Zirpen und auf einmal sind einige um ihn herum, die ihn neugierig beobachten. Einer schwimmt ganz langsam mehrere Runden um ihn herum und Julian gelingen dadurch tolle Aufnahmen mit unserer Unterwasserkamera. Hinzu kommt, dass die Sonne so hell auf den Ozean scheint, dass die Licht- und Sichtverhältnisse ausgezeichnet sind.
Zu meiner Enttäuschung darf ich nicht mehr ins Wasser, als Julian wieder ins Boot steigt, um mich abzulösen. Die Delfine seien jetzt wieder im Jagdmodus und wir müssen weiter. Ich bin etwas traurig, denn ich wäre auch gerne zu den Delfinen ins Wasser gegangen. Aber gut, bei meinem Glück wäre sowieso nur der nächste Hai um die Ecke gekommen.

Und warum soll man sich krämen, wenn eine knappe halbe Stunde später plötzlich lauter Orcas am Horizont auftauchen. Ich kann es nicht fassen. Genau davon hatte ich in der Nacht zuvor geträumt. Nein, eigentlich ist ein lang ersehnter Traum damit in Erfüllung gegangen. Orcas haben auf der Spotting-Liste bisher noch gefehlt. Ich strahle wieder.

Als nächstes machen wir einen Zwischenstopp auf der Motuarohia Island. Wir laufen einen kurzen Walking Track zu einem 360° Aussichtspunkt hinauf und staunen. Wir haben perfekte Sicht auf die spiegelglatte See. Alejandra bekommt von alledem nichts mit. Die Orcas und Delfine, von denen sie später ihrem Kikaninchen erzählen wird, waren so aufregend, dass sie im Carrier in einen tiefen Schlaf fällt. Ich nutze die Zeit, um selbst noch mal in den Pazifik zu springen. Ziemlich kalt ohne Swimsuit!

Zum Lunch gibt es selbstgemachtes BBQ und für uns sogar vegetarische Würstchen auf dem Katamaran. Es ist total gemütlich, auch wenn langsam die Nachmittagswolken über die Bay ziehen, die die Sonne verdunkeln. Dadurch wird es doch recht kühl auf dem Boot. Daran merkt man, dass es doch noch Frühling ist in Neuseeland. Die Sonne muss ganze Power geben, damit schon Sommerfeeling aufkommen kann. Das anschließende Segeln durch die Bay wird dadurch leider eher zur Zitterangelegenheit. Aber wir werden von erneut vorbeiziehenden Orcas getröstet. So ist das also: Wir machen seit Jahren unzählige Whale Watching-Touren, um Orcas zu sehen. Und da bucht man einmal eine „einfache“ Segeltour und sieht gleich zweimal Orcas an einem Tag? Sachen gibts.

Durchgepustet und happy erreichen wir gegen 16 Uhr den Hafen. Das war also Paihia by Sail. Morgen gibts Paihia zu Fuß.

Text by Sarah

4 Kommentare zu „Paihia by Sail

    Florian Sextro sagte:
    Oktober 28, 2013 um 10:38 am

    Liebe Bauers und Kümmel.
    Ich lese euren Blog mif fassungsloser Begeisterung. Wir selbst waren ja letztes Jahr für 4 Wochen in Neuseeland und wir haben es sooo geliebt. Ich finde es sol toll, dass ihr den Mut habt mit Kind hier (passager) alles aufzugeben und euer Ding zu machen. Ich bekomme massives Fernweh, was irgendwie ein Sch..gefühl, aber auch toll ist, weil man so was ja theorethisch auch selbst machen könnte… Lasst uns weiter mit eurem tollen Blog an euren Glücksgefühlen teilhaben um das Leben hier in Deutschland in der Mühle etwas schöner zu machen.
    Ich hoffe, ihr seid bald alle wieder top gesund und eine tolle weitere Reise.

    Liebe Grüße, Florian

    little kingstown sagte:
    Oktober 28, 2013 um 5:27 pm

    Das ist in der Tat ein wunderbares Nach-Geburtstagsgeschenk !!!!! Wo habt Ihr den die Kraxe für die Maus her ? und wie schwer wiegt der kleine Rucksack. Sieht jedenfalls ganz praktisch aus. Noch ein Tipp für kalte Nächte: eine ganz simple Gummiwärmflasche mit kochendem Wasser halbvoll, eine wahre Freude.
    Wir genießen die Bilder !!!!!!! Gruß Eure Ama

    Suzu sagte:
    Oktober 30, 2013 um 11:46 am

    Wow, da sitze ich wirklich staunend (und zugegebenermaßen etwas neidisch) hier vor dem Computer und schaue die Bilder von den Delfinen und Orcas. die waren ja wirklich unglaublich nah!
    Das freut mich total für euch, dass ihr so eine schöne Tour erleben durftet!

    Allgemein lese ich den Blog immer mit viel Freude und schaue mir die wunderschönen Fotos an. Was für eine Kamera benutzt ihr denn, dass ihr immer so tolle Farben hinbekommt?

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