Couchsurfers Paradise in Whangarei

Gepostet am Aktualisiert am

Julian und Alejandra sitzen auf einem gemütlichen Ast in der Whale Bay, Matapouri, Neuseeland 2013Es zieht uns in den Norden. Ende Oktober mischt sich langsam aber sicher der Sommer in den Neuseeländischen Frühling. Zudem verspricht das Reisen in den Norden zunehmend subtropisches Klima.

Alles steigert sich irgendwie: Das Klima wird wärmer, die Haut „sonnengeküsster“, das Wasser blau-grüner, die Laune NOCH besser – wo soll das alles enden?

Wir verbringen ein paar sehr entspannte und schöne Tage in Whangarei. Wir können mal wieder eine „Couchsurfing-Experience“ machen, diesmal bei einem waren „Profi“: Stu hat ein Haus mit viel Platz, einer Veranda mit Grill, einem Swimmingpool und teilt das alles. Entsprechend viele Gäste beherbergt er, seit Jahren hat er fast rund um die Uhr Reisende aus aller Welt in seinem Haus, die er in zwei Zimmern unterbringt – in einem abgetrennten Teil des Hauses mit eigenem Bad und WC. Rekord seien einmal 13 Couchsurfer gewesen, die gleichzeitig auf allem, was an Matratzen aufzutreiben war, genächtigt haben.

Die Kinder aus der Nachbarschaft dürfen seinen Pool mitbenutzen – wir sollen und nicht wundern, wenn mal welche plötzlich im Garten sind.

Wir genießen den Platz und Stu’s Herz aus Gold. Am ersten Abend kochen wir aus Dankbarkeit für ihn mit, noch bevor wir ihn überhaupt kennengelernt haben – dank SMS-Kontakt mit Geheimversteck für den Schlüssel machen wir uns in seinem Haus breit, Stunden bevor er selber abends nach Hause kommt.

Zwei Tage später lernen wir Tina aus Siegen kennen, die frisch mit Abitur in der Tasche als Backpacker herumreist und jetzt auch bei Stu wohnt. Wir packen sie in unsere Moana Klümmel und erkunden mit ihr die Gegend um Matapouri, die man über den SH1 über die Abzweigung nach Hikurangi erreicht. Hier kann man einen sehr schönen Walkway rund um die Whale Bay unternehmen. Wir können es kaum fassen, wie schön die Landschaft ist und knipsen unsere Speicherkarten auf Anschlag voll.

Wir nutzen die Zeit ebenfalls, um uns die Whangarei Heads anzusehen. Wir waren zwar vor drei Jahren schon mal in Neuseeland und hatten auch einen Zwischenstopp in Whangarei gemacht. Aber damals blieb uns so wenig Zeit, dass uns die Whangarei Heads nicht aufgefallen sind. Ein fataler Fehler, wie wir nun wissen. Fährt man ein Stück aus Whangarei heraus, gelangt man über den kleinen Ort Onerahi auf die Whangarei Heads Road und erblickt von dort ein landschaftliches Märchenparadies. Forget Lord of the rings, this is so much better!!! Mit einem Blick nach oben sieht man die abgefahrensten Felsformationen. „Sind die echt?“, frage ich Julian. Aber klar, warum sollten sie nicht echt, also natürlich, sein? Mit einem Blick nach unten erblickt man schimmernd blaugrüne Buchten an goldgelben Stränden, auf denen verschlafen ein paar Fischerboote herumtaumeln. Und dazwischen immer nur grüne Hügel mit unzähligen Schafen, Kühen und Pferden drauf. Am Ende erreichen wir den mächtigen Ocean Beach, der uns menschenverlassen das Gefühl gibt, in einer Twilight Zone zu stecken. Wow, wow, wow!

Am Abend bei Stu in gemütlicher Runde, Whangarei, Neuseeland 2013

Wir hatten in den letzten Tagen viele unserer bisher schönsten Erlebnisse. Julian hat endlich eine Gitarre gefunden und diese mit neuen Saiten ausgestattet. Bei Stu auf der Veranda hat er bis mittags erste Aufnahmen mit dem Smartphone gemacht… Vogelgezwitscher im Hintergrund inklusive. Im „Bird Recovery Center“ hat ein Vogel mit uns gesprochen…“Hey, come up, quick!“ Wir hörten nicht schlecht.

Stu lud an einem Abend extra Freunde mit Kindern ein, mit denen Alejandra spielen konnte. Dabei wurden wir mit selbstgemachter Steinofenpizza verwöhnt und führten interessante Gespräche mit dem Pärchen – Sie Neuseeländerin, er Däne. Sie sprachen sogar ein paar Brocken Deutsch, da sie selbst ein Jahr in Deutschland gelebt hat und er als Däne oft in Deutschland war. Auf die Frage, warum sie nun gemeinsam in Neuseeland leben und nicht in Europa – btw, sie haben sich in Guatemala kennengelernt -, entgegnete sie mir:“ Na ja, wenn man mal in Deutschland gelebt hat, weiß man die dünne Besiedlung in Neuseeland zu schätzen!“ Ist das vielleicht die Antwort auf die Frage, warum Neuseeländer sind wie sie sind – weil die Populationsverhältnisse ausgeglichen sind?

Nach fünf Tagen Herz-Seele-warmes-Bett-Freude verließen wir Stu, um weiter in den Norden aufzubrechen. Wir freuten uns, mal wieder eine Nacht mit Moana Klümmel zu verbringen und ließen uns in der Otamure Bay bei Whananaki nieder, wo wir einen DOC Campingplatz vermuteten. Die Anreise dorthin, wieder über den SH1 mit der Abfahrt über Hikurangi und dann auf die Whananaki South Road, war abenteuerlich. Wir fuhren gefühlte unendliche Kilometer nur Schotterpiste, weit und breit keine Zivilisation. Moana Klümmel löste das zwar mit Bravour, aber es gibt angenehmeres. Bei der Ankunft wurden wir jedoch mit einer tosenden, tiefblauen Bay belohnt, wo wir unser Nachtlager aufschlagen konnten. Super, das hat sich gelohnt, dachten wir. Denkste! Ein paar Stunden später, es war inzwischen tiefschwarze Nacht und über unseren Köpfen hatte sich ein atemberaubender Sternenhimmel gespannt, wachte Alejandra auf einmal schweißgebadet auf und brabbelte im Fieberwahn von Tina, Stu und, dass sie nicht auf Stus Holzboden mit ihren Autos spielen darf. Dann rief sie immer wieder: „Sieh mal, die Sterne, ich kann sie sehen! Das ist so schön!“Und plötzlich übergab sie sich in Intervallen. Den Rest der Nacht verbrachten wir demnach mit, sie vom Weinen zu beruhigen, sie umzuziehen, ihr Fieberzäpfchen zu geben, das Bett in mehreren Etappen abzuziehen und uns selbst die Hände zu waschen. Doch so ist es eben, sagten wir uns.

Ja, so ist es eben. Reisen ist nicht immer nur tolle Buchten, tiefblaues Wasser und glückliche Familie. In dieser Nacht und vor allem am Morgen waren wir eine ziemlich übermüdete und stinkende Familie, die keinen Blick mehr auf die Bucht verschwendete. Bei den ersten Sonnenstrahlen verstauten wir unser Gepäck und machten uns zügig auf den Weg zurück in die Zivilisation.

6 Kommentare zu „Couchsurfers Paradise in Whangarei

    Arndt sagte:
    Oktober 26, 2013 um 6:09 am

    Hallo Ihr 3, es macht Spaß Euch zu verfolgen, so ein bissige reise ich mit. Die Bilder sind superschön und spiegeln Euren Seelenzustand wieder. Wünsche weiterhin eine tolle Zeit. LG Jutta

    little kingstown sagte:
    Oktober 26, 2013 um 9:44 am

    Wir reisen mit, genießt die Sonnentage und ein Dank an den netten Herbergsvater, der wirklich eine Spezies von Mensch sein muß !!!!!! Hoffentlich ist die Maus wieder gesund. Jetzt geht es zum Zahnarzt ( Samstag ). Nichts mit Müßiggang am Strand……… Eure Ama

    Tanja sagte:
    Oktober 26, 2013 um 2:02 pm

    Wir fliegen in vier Wochen Richtung Neuseeland. Bevor unser Grosser in die Schule kommt, gönnen wir uns nochmal eine Auszeit. Ich schau hier jeden Tag rein, in froher Erwartung etwas neues zu lesen! Eure Berichte und Fotos lassen die Vorfreude noch grösser werden. Viel Spass weiterhin!

      Familie Bauer auf Weltreise sagte:
      Oktober 27, 2013 um 9:29 am

      Liebe Tanja, Euch riiiesig viel Spaß! Vielleicht treffen wir uns ja mal auf dem Weg auf einen Kaffee? Die Welt ist groß, aber Neuseeland ist ganz überschaubar 🙂 lg sarah

    […] ich, dass es den dreien immer wieder gelingt, per Couchsurfing unterzukommen, wie zum Beispiel hier bei […]

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