Shoppen in Fledermausland

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Allein auf weiter Flur, Prenzlauer Berg, Berlin 2013

Wir zählen die Tage, bis unsere große Reise beginnt. Bis dahin versuchen wir, uns mit kleinen Spontan-Tripps „über Wasser zu halten“. Wie beispielsweise am letzten Wochenende: Es ging für 4 Tage in die Hauptstadt, in das wunderbare Berlin. Schon praktisch, wenn hier und da Freunde besucht werden können – erst recht, wenn die Freunde selbst vor kurzem umgezogen und selbst noch auf Eskursionstour sind.

Unser Übergangsdomizil lag im Prenzlauer Berg bzw. „Pregnancy Hill“, wie ich schnell lernte. Für mich als angehende Soziologin ist das natürlich ein besonders spannender Ort der Feldforschung. Ist das hier wirklich der kinderreichste und kinderfreundlichste Ort Deutschlands? Laufen hier tatsächlich so viele stylische, junge, hippe Mamis rum, die ihr Baby im schicken Tragetuch spazieren führen wie ein Accessoire? Wird man sie in den vielen Cafes antreffen, in dem sie sich zum stillen und Babytalk verabreden und zahlreiche Bioartikel mit sich führen? Und wie ist das mit den Kinderwägen, vorzuwegsweise Bugaboo oder Vintage-Look, die hier überproportional zu Autos und Fahrrädern vorhanden sein sollen und für die es sogar extra Parkplätze gibt? OH YES!

OH YES! Die Erkenntnisse haben schon andere gewonnen. Aber es war interessant und gruselig zugleich, es selbst einmal zu erleben. Interessant, da hier natürlich nicht mehr Kinder geboren werden als in anderen Stadtteilen Berlins, das Mutter-sein hier jedoch ein Lifestyle ist. Gruselig, weil es jedem bewusst zu sein scheint und die Klischees bis aufs äußerste bedient werden. Na ja, wir mussten uns auf jeden Fall nicht fehl am Platz fühlen, wir haben ja eine kleine Tochter 🙂

Mit Alejandra konnten wir defintiv alle Vorurteile des Prenzlauer Bergs nutzen. Spielcafés und Spielplätze gab es an jeder Ecke genauso wie Massen an Eisläden. Als waschechte Touristen mussten wir selbstverständlich auch ein Eis in der berühmten Eispatisserie Hokey Pokey probieren. Die Kugel darf hier gerne 1,60€ kosten – der Andrang ist groß und das Eis ist mindestens genauso gerechtfertigt lecker. Leicht befremdlich ist es aber schon, wenn das Eis um die Eisdiele herum gar nicht genossen werden darf. Anwohner schimpfen, weil angeblich die Eingänge zu ihren Häusern blockiert werden. Darüber hinaus erinnern Kinderwagenverbotsschilder daran, dass die Karosserie bloß nicht vor der Eingangstür abgestellt werden darf. Wir schmunzelten über derartige Gegensätze und gingen weiter.

Und wir liefen viel in unserer Zeit in Berlin! Durch den Prenzlauer Berg, durch Kreuzberg, durch Steglitz! Wir hatten uns vorgenommen,  hier einiges an Nützlichem und Schönem für die anstehende Weltreise zu besorgen. Herausgekommen sind dabei viele bunte Hosen im Fledermauslook und Funktionskleidung für die regnerischen und kalten Tage, die in Neuseeland auch mal sein können. In Berlin haben sie für solche Zwecke ein fantastisches Angebot, selbst für die Kleinsten. Wir haben uns fast ein wenig so gefühlt, als würde sie bald losgehen, unsere große Reise. Nicht mehr lang, nicht mehr lang 🙂

P.S.: Eine wunderschöne Nachricht erreichte uns Samstagmorgen 🙂 Alejandras Tante „Göööörl“ wurde Mama des kleinen Emanuel. Übrigens kommt die kleine Familie auch bald zu Besuch nach Berlin. Vielleicht sieht man sie dann in irgendeinem Cafe in Prenzlauer Berg, um das Klischee zu wahren.

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