Die Expidition der Wale

Gepostet am Aktualisiert am

1999 war Pico Sport noch ein kleines Walbeobachtungsunternehmen in Madalena, Pico

Im Sommer 1999 unternahm meine reiselustige Mutter mit mir eine unvergessliche Reise auf die Azoren – Eine Inselgruppe mitten im Atlantik. Dort verbrachten wir 2 ½ Wochen auf der Insel Pico bei dem damals noch sehr kleinen Anbieter für Walbeobachtung „Pico Sport„. Ich nahm dort an einer Delfinschule teil. Das ist ein Programm für Kinder und Jugendliche, um sich mit der faszinierenden Meereswelt und seinen Bewohnern, vor allem Walen und Delfinen, auseinanderzusetzen. Der Tag bestand dabei aus spielerischen Unterrichtslektionen am Vormittag, denen in der Regel eine mehrstündige Fahrt mit einem kleinen Zodiak hinaus aufs Meer folgte – natürlich zu den zahlreichen Wal- und Delfinarten, die rund um die Insel Pico leben. Wir sahen Pottwale, Schweinswale, Rissos, Flecken-, Streifen- und Gemeine Defline und Tümmler, Schildkröten, fliegende Fische, Haie und allerlei anderes, spannendes Meeresgetier aus nächster Nähe. Die Bezeichnung „Waltourismus“ gab es damals nicht wie Heute.

Diese Reise hat mich wahnsinnig geprägt. So sehr, dass ich 2010 diese Erfahrung noch einmal machen wollte. Also nahm ich meine kleine Schwester Anna, Julian und meine gute Freundin Susi für eine Woche mit auf Walsafari nach Pico. Pico Sport gibt es immer noch, allerdings weitaus geschäftstüchtiger und größer als noch 1999. Inzwischen haben auch noch weitere Anbieter das große Geschäft mit den noch größeren Walen erkannt und so intime Momente wie damals auf dem Meer gab es leider nicht mehr. Trotzdem – wir hatten eine tolle Woche mit springenden Pottwalen und sogar Falschen Killerwalen. Walfetischisten träumen von so einer Begegnung.

Dank meiner lieben Mutter bin ich wohl auch so eine Walfetischistin. Zumindest suche ich meine Reiseziele danach aus. Inzwischen muss man jedoch sehr sensibel sein, mit welchem Anbieter das Abenteuer „Whale Watching“ umgesetzt werden kann. Wale sind billige Protagonisten für zahlungswillige Touristen. Nur wenige Anbieter halten sich bei ihren Ausfahrten wirklich an Regierungsauflagen, beispielsweise, dass man sich den Walen nur bis auf eine bestimmte Distanz nähern darf, um sie in ihrem Treiben nicht zu stören. Zu oft habe ich es schon erlebt, dass man auf einmal mit drei Booten und einem Hubschrauber oben drüber um einen Wal kreist. Das ist purer Stress für das Tier und hindert es, ausreichend Sauerstoff an der Wasseroberfläche zu tanken.

Es gibt jedoch auch Anbieter, bei denen die Wal- und Delfinbeobachtung primär aus Leidenschaft und Forschungswille betrieben wird. Hier besteht – natürlich neben dem geschäftlichen – ein echtes Interesse am Schutz von Walen und Delfinen. Solche findet man zum Beispiel auf La Gomera. Das Unternehmen „Oceano La Gomera“ bietet sanften Waltourismus auf kleinen Booten mit herzlichen Tourguides an. Ähnliches habe ich 1999 auch bei Pico Sport erlebt oder 2008 auf Madeira mit „Lobosonda„.

Auf unserer nächsten Reise halte ich natürlich wieder nach Walbeobachtungsmöglichkeiten Ausschau. Durch meine Recherchen bin ich bereits auf Unternehmen in Vancouver und Vancouver Island, San Francisco, Port Angeles, Seattle und Neuseeland gestoßen. Ich bin wirklich gespannt, wie sich der Waltourismus in diesen Gegenden entwickelt hat und welche Tiere man möglicherweise zu Gesicht bekommen wird. Besonders freue ich mich jedoch, Alejandra weiter mit Walen und Delfinen in Berührung bringen zu können. Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm 😉

P.S.: Über Tipps und Tricks würde ich mich sehr freuen!

5 Kommentare zu „Die Expidition der Wale

    Jenny sagte:
    Februar 25, 2013 um 3:54 pm

    Na, du Walfetischistin – hast du zufällig einen Tipp für Norwegen parat?
    Zu NZ kann ich so viel sagen: Die Anbieter in Kaikoura haben ihr „whale watching“ à la Maori toll gemacht, das war allerdings bereits 2002 – damals gab es Waltourismus zumindest in NZ bereits ganz ordentlich 😉 2011 waren wir in Tauranga recht enttäuscht vom „Swimming with dolphins“ (Wale sieht man in der Bay of Plenty eher selten); warum, kannste bei uns im Blog nachlesen 🙂 In NZ sind Wale und Delfine definitiv kein Geheimtipp mehr, das ist eher Massenabfertigung …

      Familie Bauer auf Weltreise sagte:
      Februar 25, 2013 um 6:52 pm

      Hey Jenny, der spannendeste Spotter Point in Norwegen ist definitv in Tysfjord. Allerdings nur im Winter und da ist es schweinekalt da oben. Plant ihr dahin?
      Yep, das Whale Watching boomt. Fluch und Segen. Solange nicht abgeschlachtet werden ein Vorteil. Aber bei Whale Watch Kaikoura ist es schon hart an der Grenze, finde ich!

        Jenny sagte:
        Februar 26, 2013 um 3:35 pm

        Nee, der Tysfjord ist für einen Sommerurlaub definitiv zu weit nördlich, da streikt die Familie 😉 Müssen wir halt weiter unten Ausschau halten…

    Anna sagte:
    Mai 20, 2013 um 8:29 am

    Hey, erstmal großes Lob! Tolle Seite! Und da wir im Winter auch mit unserem Kleinen (dann 8 Monate alt) auch nach NZ fliegen werden, sehr hilfreich und ermutigend! 🙂
    Hast du denn in Akaroa auch das Delfinschwimmen oder nur -beobachtung gemacht? Und auch in der Bay of Island? Wir haben das 2011 in Kaikoura gemacht und fanden es supertoll! Wir bzw. ich würden aber gerne auch noch woanders, wenn sich das lohnt 😉
    LG Anna

      Familie Bauer auf Weltreise sagte:
      Mai 20, 2013 um 6:38 pm

      Hi Anna, Danke Dir! Ich finde es super, dass ihr Euch für Reisen mit Kind entschieden habt. Und 8 Monate ist ein perfektes Alter, das können wir aus eigener Erfahrung bestätigen 😉
      In Akaroa haben wir leider kein Deflinschwimmen gemacht, aber nur aus Unwissenheit – wir sind nur mit dem Beobachtungsboot rausgefahren, was wir aber sehr empfehlen können. In den Bay of Islands sind wir mit der R.Tucker Thompson einen Tag durch die Inselgruppen geschippert und auch schwimmen gewesen. Zu der Zeit haben sich aber Orcas dort getummelt, die den Großteil an Delfinen in den Hafen von Pahia gejagt hat. Die Fahrt haben wir zwar 2010 ohne Kind gemacht, aber wir werden es dieses Jahr wiederholen – tolles Holzsegelschiff mit einer ganz lieben Crew und absolut kindergeeignet.
      Ansonsten habe ich gehört, dass man mit viel Glück auf der Mahia Peninsula oder den Catlins frei mit Delfinen schwimmen kann 🙂
      Liebe Grüße an Euch

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