Weg zum Ziel

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Beschwerlicher Weg

Wir werden häufiger gefragt – und das geht wahrscheinlich allen Vielreisenden so, ob mit oder ohne Kind: Wie organisiert ihr Eure Trips? Gerade bei unserer neuesten Reiseplanung, die wie nie zuvor acht Monate umfassen wird, ist Neugierde berechtigt. Wer weiß, vielleicht animiert es ja zum nachahmen 😉

 Das Wichtigste bei der Planung: Geld 

Da braucht niemand drum herum reden. Ohne Geld geht nix! Auch in den romantischsten Vorstellungen von Billigreisevarianten kommen wahrscheinlich nur absolute Bohemiens ohne etwas Kleingeld in der Tasche aus. Dazu zählen wir, wie die meisten anderen, nicht. Wir müssen ebenso Flugtickets kaufen, Visa, Autos und Unterkünfte bezahlen und finanzielle Reserven für Essen, Benzin und Ähnliches einkalkulieren. Ein Geheimrezept haben wir im Umgang mit dem wohlklingenden Zaster auch nicht auf Lager, höchstens vielleicht den einen oder anderen Tipp:

  • Sparen, Sparen, Sparen: In der Hinsicht sind wir möglicherweise spießig, aber wir planen jede Reise weit im Voraus und sehr genau. Je nach Größe und Länge der Reise können wir dann abschätzen, wie viel wir im Monat zurücklegen können und wie lange es dauert, bis wir ein gewisses Polster erreicht haben. Dafür gehen wir beide arbeiten und leisten uns im Alltag keine Luxusgüter, auch nicht beim Wocheneinkauf. Mit der Zeit lernt man, was günstig ist oder, dass man nicht jeden Winter einen neuen Pullover braucht. Nach dem Motto “Kleinvieh macht auch Mist“ kommen wir ganz gut klar.
  • Große Kostenbausteine: Das sind definitiv Flüge, Autos und Unterkunft. Auch hier kann man sparen. Flüge frühzeitig buchen, so kann man Angebote abwarten und auch mal eine komfortable Airline wählen, die nicht auf jedem Pups-Flughafen zehn-jahrelange Stopps macht.
    Die Autofrage wird spannend, je nach dem, in welches Land man reist und ob man mietet oder kauft. Da gibt es riesige Preis- und Qualitätsunterschiede. Sich über diese vorab zu informieren, spart auf jeden Fall eine Menge Geld.
    Mit den Unterkünften gestaltet es sich ähnlich. Fest steht: Nobles und Teures wird vermieden. Braucht man ja auch nicht, man will ja was vom Land sehen 🙂 Die günstigste Variante heißt hier: Couchsurfing.
  • „Kleine“ Kostenbausteine: Darunter fallen beispielsweise Visa oder regelmäßige Überweisungen an die Auslandskrankenversicherung.
    Die Visakosten sind je nach Land unterschiedlich hoch und erhöhen sich mit der Länge des Aufenthaltes. In unserem Fall wird vor allen Dingen das Neuseeland-Visum ins Geld gehen, da wir länger als drei Monate bleiben wollen. Dafür beantragen wir ein Besuchervisum (visitor permit), welches wir als EU-Bürger maximal für ein Jahr nutzen können. Dieses Visum wird uns pro Nase ca. 50Euro kosten. Außerdem müssen wir nachweisen, dass wir für den Aufenthalt über ausreichend finanzielle Ressourcen verfügen.
    Bei der Auslandskrankenversicherung sollte man bis zu 40Euro im Monat pro Person einkalkulieren.
  • Die Kosten daheim: Hier ist klar, Zuhause darf so wenig Geld wie möglich kosten und sollte am besten noch Geld einbringen. Also: Versicherungen einfrieren, Autos abmelden und Wohnung vermieten.

Auch nicht unwichtig: Was ist mit dem Arbeitgeber?

Wenn man nicht gerade selbstständig und relativ vermögend ist, ist in der Regel der Schritt zum Arbeitgeber unvermeidbar. Urlaubsanträge bis zu vier Wochen sind ja meistens nicht das Problem. In einem Fall wie unserem mit monatelanger Abstinenz hilft nur der Antrag auf unbezahlten Urlaub oder Kündigen. Da Letzteres auch nur für die Mutigsten eine Konsequenz ist, haben wir die erste Variante gewählt und glücklicherweise Erfolg gehabt. Leider sind nicht alle Arbeitgeber entsprechend tolerant.

Auf unserer ersten längeren Reise nach Neuseeland, Australien und Singapur 2012 konnten wir Julians Elternzeit und meine Semesterferien nutzen. Also muss man auch nach dem richtigen Zeitpunkt gucken (und ja, den gibt es durchaus!). Während unserer nächsten Reise nimmt Julian unbezahlten Urlaub und ich bin ab diesem Zeitpunkt mit dem Studium fertig und mein Arbeitsvertrag läuft aus. Besser passt es also nie wieder 🙂

…und das Kind?

Na, das kommt mit! In den nächsten Monaten spielen sowohl Impfungen eine Rolle (wer weiß, in welche tropischen Gebiete es geht) als auch nach Preisnachlässen bei der Reiseplanung zu schauen. Da Alejandra zum Zeitpunkt der Reise gerade 2 Jahre alt sein wird, kostet sie auf einmal überall mehr als vorher. Das macht sich im Reisebudget garantiert bemerkbar.

Für die Zeit nach der Reise organisieren wir jetzt schon einen Kindergartenplatz. Sicher ist Sicher (da sind wir ganz Deutsch :)).

6 Kommentare zu „Weg zum Ziel

    Jenny sagte:
    Januar 14, 2013 um 1:25 pm

    Alles klar, das war wohl die Antwort auf meine Fragen zum letzten Beitrag 🙂 Ich bin gespannt, wie ihr das Auto-Problem in NZ löst; bei der langen Zeit kommt ihr um Kaufen und Verkaufen ziemlich sicher nicht drumherum. Dann könnte es recht günstig werden… und wir müssen euch nur noch die Daumen drücken wegen des Kita-Platzes!

    Liebe Bauers

    Das tönt ja absolut spannend! Acht Monate auf Reise… einfach herrlich! Leider steht für uns eine sooo lange Reise infolge Selbstständigkeit nicht zur Diskussion. Unser Werkstattbetrieb (Meister und AZUBI) kann nicht mehr als 2-3 Wochen am Stück geschlossen werden, das ist halt etwas anders, als wenn man angestellt ist.. Ist aber weiter auch nicht schlimm und für uns im Moment ok.

    Der Fakt der Werkstatt würgt aber unsere Träume dennoch nicht ab und wir werden uns zumindest einen davon erfüllen: Einmal Aurora borealis live bestaunen… Dafür müssen aber auch wir uns noch bis nächsten Winter gedulden, das heisst im Dezember geht’s auf nach Lappland… Also: Vorfreude ist mindestens so gross wie die Freude selber…. geniesst auch diese Zeit, auch wenn man manchmal am liebsten gleich losziehen würde…

    Liebe Grüsse
    Sandra

    Familie Bauer auf Weltreise sagte:
    Januar 16, 2013 um 9:28 am

    Hi Sandra, vielen Dank für Deinen lieben Kommentar! Wow, Lappland ist defintiv zum Neidischwerden!!! Genießt die Vorfreude dahin 🙂

    Familie Bauer auf Weltreise sagte:
    Januar 16, 2013 um 9:29 am

    …und Jenny, ja, ums Autokaufen kommen wir nicht herum 🙂 Hoffentlich haben wir Glück und müssen nicht lange suchen. Weißt du zufällig, ob es mehr Sinn macht, in Auckland oder Christchurch zu kaufen?! Liebe Grüße Sarah

    Katja sagte:
    April 8, 2016 um 9:32 am

    Ich bin eher durch Zufall auf diese Seite gestoßen und findet die Seite richtig interessant, aber auch informativ. Hier schaue ich ganz sicher in Zukunft häufiger vorbei.

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