Endspurt…aber vorher möchte ICH auch mal bloggen!

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Papa beim Jökulsárlón! Island 2012So, Ihr lieben Blog-Leser, nachdem meine Eltern immer alles geschrieben haben, will ich mich auch mal zu Wort melden – Ich bin schließlich auch Teil der Truppe!

Mir gefällt es hier auf Island richtig gut, nur etwas wärmer könnte es sein. Mama und Papa packen mich aber immer gut ein, damit ich ja nicht friere. Die sollen sich mal nicht so haben, ich bin doch nicht aus Zucker!
Ich mag es, die ganzen Tiere zu sehen, ich hab schon eine Katze und einen Wau Wau und gaaaanz viel Schafe gesehen. In Reismitwitz (Reykjavik) oder wie das heißt habe ich Wale und Delfine gesehen und auf Schneefälltjetz (Snæfellsnes) oder wie das heißt haben Pferde direkt in mein Autofenster reingeguckt! Wow!

Aber am meisten gefällt mir, dass Mama und Papa immer da sind, von morgens bis abends und immer ganz viel Quatsch mit mir machen!

So! Papa sagt, ich soll jetzt mal endlich schreiben, was wir in den letzten zwei Tagen so gemacht haben. Ok, also von Schloschla (Skogar) oder wie das heißt ging es weiter nach Höfn bei dooofem Wetter. Es hat geregnet und war neblig. Deswegen wollten Mami und Papi nur manchmal anhalten, z.B. am südlichsten Punkt Islands, dem Kap Dyrhólaey, von dem sie erst später erfahren, das das überall falsch steht und gar nicht wirklich der südlichste Punkt ist. Ob die das den ganzen Touristen in dem Tourbus, der da hingegurkt ist, auch gesagt haben?

Dann wurde es ganz schön unheimlich, als wir durch nicht enden wollende Lavalandschaften fuhren, kilometerweit flaches Land mit Asche bedeckt, in alle Richtungen Nebel, der keine Sonne durchließ. Ohne Straße wüsste man gar nicht mehr, wo’s lang ging.
Und dann sahen wir alle unseren ersten Gletscher. Ich musste ja nur 14 Monate warten, Papi fast 37 Jahre! Der war einfach so da, am Straßenrand, und nach ein paar Metern noch einer! Skeiðarájökull und Skaftafellsjökull heißen die, jetzt wisst ihr Bescheid! Überhaupt sind wir mal eben am größten Gletscher Europas entlang gekommen, dem Vatnajökull. Er hat ein Volumen von über 3.000 km³ und macht 8% der Fläche Islands aus.

Aber es sollte noch doller kommen! Während ich es mir in meinem Sitz auf der Rückbank gemütlich machte, liefen Mami und Papi im Wechsel ganz aufgeregt in den Wind und Regen hinaus und wurden dabei klitschnass, huii, nur um so einen See zu sehen, der „Jökulsárlón“ heißt und auf dem haufenweise Eisberge trieben, die sich von einem Gletscher ablösen. Die sind  weiß und blau und schwarz gemustert, die Eisberge, das Blau sind wohl Eiskristalle und das Schwarz? Na was wohl, vulkanische Asche, davon gibt´s hier ja genug…

Nachdem meine Eltern dann noch einem weißen Vogel auf der Straße das leben retten wollten, kamen wir in Höfn an. Da regnete es immer noch und nach einem schönen Spaziergang im tollen Buggy von Tante Franka, in dem ich schön trocken blieb, gingen wir im Pakkhus zu Abend essen. Ich wollte meine Kartoffeln – mal wieder – nicht essen. Da bin ich in letzter Zeit wählerisch. Ich will immer nur das haben, was Mama und Papa auch auf dem Teller haben. Und dann bestellen sie immer so leckere Desserts!!! Überhaupt: Warum kann man nicht immer Desserts essen? Mama bekam dieses Mal ein „Skyr“ – eine Mischung aus weißem Schokoladenmuss, Karamellsoße, knisternden Schokoladenstreuseln, Erdbeeren und dunkel gefärbten Schaumstücken. Das alles sollte einen Vulkanausbruch demonstrieren. Lecker sah das aus!

Am nächsten Morgen in Höfn wurden wir fast weggeweht. Ein wilder Sturm war über Nacht in die Region gekommen. Mama und Papa waren ganz besorgt, weil sie nicht wollten, dass wir bei 30 Knoten mit dem Auto umkippen. Auf jeden Fall war das lustig, weil vor lauter Wind beispielweise die Zimmertür nicht mehr aufging, wenn das Fenster auf war.

Ich entschied mich bei all der Aufregung für ein gepflegtes Vormittags-Schläfchen noch im Hotel, weil wir eh erst später aufbrechen konnten. Stündlich wurde an der Rezeption der Wetterbericht durchgegeben, der telefonisch erfragt wurde, weil das Internet auch durch den Wind kaputt gegangen war.

Die letzten 300 Kilometer nach Seyðisfjörður haben wir aber gut hinbekommen und alles und alle sind noch Ganz. Jetzt sind wir wieder an dem Ausgangspunkt unserer Reise vor neun Tagen angekommen. Wir sahen bei der Ankunft schon von weitem das große Schiff „Smyril Line“, das uns morgen über die Färöer Inseln nach Dänemark bringen wird. Bis dahin wohnen wir in dem urigen, kleinen Hotel Aldan direkt am Hafen. Als Familie bekommen wir sogar ein Upgrade für die Suite – wie schon so häufig auf unseren Reisen. Ich scheine mich also wirklich gelohnt zu haben 🙂

Langsam werde ich ganz müde, deswegen muss ich mal Schluss machen. Ich hoffe, Ihr wisst jetzt, was wir in den letzten zwei Tagen so gemacht haben.

Und überhaupt, ich habe hier in Island ganz viel gelernt und kann ganz viele Sachen, die ich vorher noch nicht konnte:

Alejandras kleine, aber feine Liste ihrer Fortschritte in „Islandlino“ (so nennen meine Eltern das immer, wenn sie mit mir über Island reden):

  • Ich kann ganz viele neue Wörter und auch draufzeigen, z.B. „Arm“ oder „Auge“ oder „Apfel“ oder „Lampe“ oder „Fuß“ oder „Schuhe“. Papa  reagiert immer ganz komisch, wenn ich mit meinem Finger auf sein Auge fasse. Dabei will ich´s ihm doch nur zeigen…
  • Ich kann frei stehen und bin das erste Mal einen Schritt alleine auf Mama zugegangen! Was hat die sich gefreut!
  • Papa und Mama nennen mich die ganze Zeit „Clown“ oder „Krawallschachtel“. Ich glaube, sie wollen darauf anspielen, dass ich die ganze Zeit Faxen mache. Ich verziehe Augen, Mund und Nase und will damit immer und überall die gesamte Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Was habt ihr? Das macht irre Spaß!!!
  • Ich kann telefonieren! An alle Telefone gehe ich dran und brabbel meinen Namen „A-e-han-da“ in den Hörer. Wir wollten auch mal Maomi anrufen, aber die ist nicht ans Telefon gegangen.
  • Ich niese und sage im Anschluss „Hatschi“ – in Island muss man oft niesen, es ist sooo kalt!!!
  • Ich lasse mich inzwischen sogar manchmal an Autoraststätten wickeln. Aber nur wenn ich gut drauf bin. Ich lasse mich schließlich nicht überall wickeln!!!

Na, ist doch nicht schlecht, oder? Hab Euch lieb, wir sehen uns auf den Färöer Inseln wieder!

Eure Alejandra

3 Kommentare zu „Endspurt…aber vorher möchte ICH auch mal bloggen!

    Bauer sagte:
    September 5, 2012 um 7:33 pm

    Hallo kleine Maus,das hast Du aber schön geschrieben und Du kannst Dich ja auch ganz witzig hinter Deinem Pullover verstecken. hoffentlich wackelt das grosse Schiff nicht so doll ,weil der Wind so stark ist. kommt gesund wieder…Deine Ama

    Vera Pohl sagte:
    September 6, 2012 um 6:09 am

    Mein kleiner Alejandraschatz, ich freue mich ja sooooo, wenn ich Dich wieder knuddeln kann! Du hast ja ganz schön viel erlebt. Die Eisbergbilder gefallen mir besonders- ach was habt Ihr wieder Schönes erlebt und gesehen! Du wirst es mir ja jetzt bald selber erzählen können. Grüße Mami und Papi und habt viel Spaß auf der Heimfahrt. Hier bei uns ist herrlicher Altweibersommer, freut Euch drauf. Und einen Drachen hab ich auch schon besorgt…..,MaOmi

    Gööööööörl sagte:
    September 6, 2012 um 10:46 am

    Wooooow ich hab ein paar tage nicht reingeschaut und schon hab ich wieder jede menge lesestoff und schöne fotos 😉
    Sieht ja wirklich nach einem tollen urlaub aus 😉
    und ich hab ne gute nachricht , wir haben noch sommer 🙂 30 grad werden es am wochenende das gibt ein Temperaturschock 😉
    ich freu mich auf euch! und euer garten lebt auch noch 🙂
    tschööööööööööß

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