The Golden Circle

Gepostet am Aktualisiert am

Am Geysir Strokkur, Island 2012

Von Reykjavik aus fahren wir auf der Straße 36 weiter Richtung Süden. Die heutige Route führt uns nach Skogar, direkt am Fuße des Eyjafjallajökull. Wer erinnert sich noch? Dieser verhältnismäßig kleine Vulkan war 2010 dafür verantwortlich, dass in Europa der Flugverkehr für ein paar Tage still stand. Heute schläft er wieder und wir haben nichts zu befürchten.

Auf dem Weg nach Skogar gibt es jedoch allerhand zu sehen. Wir fahren den so genannten „Golden Circle“, der mit 300 km berühmteste Rundweg Islands ist, so dass wir ein paar Umwege in Kauf nehmen.
Unsere erste Station führt uns an den See Pingvallavatn in der Pingvellir Region. Hier hat sich einst historisches abgespielt. Im Jahre 930 fanden an diesem Ort zum ersten Mal Volksversammlungen statt, die als Vorbild des späteren Althing (einer Art Parlamament) gelten. Eine weitere Besonderheit ergibt sich daraus, dass hier die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aneinander stoßen. Am See Pingvallavatn treffen wir Kristian Baldwinson, der eine Autopanne hat. Er erzählt uns, wie oft er schon in Deutschland war und das sein Bruder Magnus dort an der Frankfurter Oper als Bass singt. Huiuiui!

Etwas weiter auf dem Weg erreichen wir dann auch das zugehörige Infocenter. Dort haben wir vom Aussichtspunkt Hakid einen 360° – Blick. Man steht am Rande der Abbruchspalte Almannagjá, dem Pingvallavatn und dem Lavafeld Pingvallahraun. Etwas weiter sieht man den Schildvulkan Skjaldbreiður. Wir haben perfektes Wetter und Alejandra erstapft sich staunend die Gegend. Tragen ist nicht mehr möglich – sie will alles auf eigene Faust erkunden. Da muss man schon aufpassen, dass sie nicht in irgendwelche Lavafelsen plumpst.

Über die Straße 37 machen wir Halt an dem Geysir Strokkur. Er befindet sich neben dem nur alle paar Jahre ausbrechenden Großen Geysir im Heißwassertal Haukadalur. Seine Ausbrüche erfolgen alle 3 bis 5 Minuten. Schon von weitem sehen wir die ca. 30 m hohe Fontäne in die Luft gehen. Vorbei an allerlei blubberndem Schwefelwasser aus dem Boden gelangen wir schließlich zu dem Platz, an dem bereits viele schaulustige Touristen versammelt sind, um den nächsten Ausbruch mitzuerleben. Alejandra verpennt die ganze Aufregung auf Papas Arm.

Unseren letzten Stopp an diesem Tag machen wir an der Straße 35, am berühmtesten Wasserfall Islands, dem Gullfoss. Man oh Man, das ist ein Ding! Der Gletscherfluss Hvítá stürzt hier 70 m in einen 2,5km langen Canyon. Alejandra ist wach und schaut andächtig auf den rauschenden Wasserfall. Wir werden ziemlich nass, aber die kleine Maus findet das klasse und jauchzt vor Freude. Zum Glück ist sie sicher bei Sarah im Carrier verstaut und hat von dort aus den besten Blick aufs Geschehen. Entgegenkommende Touristen erfreuen sich an dem kleinen Känguru-Baby, das wieder jeden anstrahlt und für allerlei Aufmerksamkeit sorgt. „She is beautiful“ ist ein Satz, den wir fast schon inflationär hören und der uns auch bisschen Stolz macht auf unser kleines Travelbaby 🙂

Es ist spät geworden an diesem Sight-Seeing-Day. Wir sind noch nicht zurück auf der Ringstraße 1, da knallt es plötzlich an unserem Auto. Aber nur kurz. Was war das? Klang wie ein Schal, der noch aus der Autotür hängt und gegen das Fahrzeug weht. Hmmm, vielleicht war es aber doch etwas auf den Feldern? Wir wissen es nicht und fahren weiter. Etwa 50 km darauf ist es wieder, dieses komische Geräusch, und wir kontrollieren das gesamte Fahrzeug aufs Neue. Und was sehen wir? OH SHIT! Ein Teil des rechten Reifens hat sich ringförmig von der Innenseite des Reifens gelöst. Glücklichweise haben wir einen Ersatzreifen dabei, der im Dämmerlicht irgendwo im Nirgendwo anmontiert wird. Noch mal Schwein gehabt! Wir können ohne Probleme weiterfahren. Müde und nochmals müde kommen wir am späten Abend bei plätscherndem Regen in Skogar an.

2 Kommentare zu „The Golden Circle

    Bauer sagte:
    September 4, 2012 um 4:38 pm

    Wieder tolle Eindrücke und schöne Bilder. Hoffentlich gehts mit dem Reifen gut. Den Opernbass hab ich gleich gefunden. Scheint an der Frankfurter Oper schon lange und sensationell gut zu sein. Das ist ja wirklich ein Witz, es gibt einen Artikel über ihn, wie schön seine Heimat und drei Wochen Sommer?ferien seien. Gute nun baldige Heimreise und einen Schmuser für dieses immerlachende, süße Wesen…… Gruß Mam und J.

    Bauer sagte:
    September 4, 2012 um 4:39 pm

    P.S. natürlich drei Monate Ferien

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