„The best fish in the world!“ Na dann: “Takk”!

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Schaf auf Streymoy, Färoer Inseln 2012Am nächsten Morgen werden wir um 4 Uhr von der Borddurchsage geweckt, dass alle, die bei den Faröer Inseln aussteigen, jetzt frühstücken können. Um 5 Uhr legen wir nämlich an, und dann müssen alle ihre Kabinen räumen, die hier von Bord gehen. Wir können uns aber getrost noch einmal rumdrehen und weiterdösen.

Aber nicht zu lange, denn wir haben auch etwas vor und wollen nicht zu lange warten: Wir wollen heute Faröer erkunden und haben eine Bustour gebucht. Und wieder ein neues Land, das wir entdecken, juhuuu! – Auch wenn wir wissen, dass wir mit bestimmten Meinungen über Walfang und den Färöern kritisch sein müssen.

Um 8:00 sitzen wir in Thorshavn, der Faröischen Hauptstadt (mit 20.000 Einwohnern übrigens die kleinste Hauptstadt der Welt), bei Samuel im Bus. Der beherrscht die Technik „Fahren und Labern synchron“, wie es vor ihm nur Haiden 2010 in den Blue Mountains von Australien besser konnte, Samuel allerdings punktet mit vier Sprachen (Faröisch, Dänisch, Englisch und Deutsch). Gut, „Schimmelpilz“ wird dann mal zu „Schimmischwamm“, aber das macht nichts. Während wir die wunderschöne Landschaft bewundern und nicht genug Fotos machen können, erfahren wir im Husarenritt alles über die Geschichte, Bevölkerungstruktur und die Bewohner der Faröer-Inseln… für die Soziologen unter uns erst recht spannend 🙂 Jetzt wissen wir zum Beispiel, warum die Faröer keine Bäume haben („Die Schafe essen sie alle auf“), das 97% vom Fischfang leben und 5000 Frauen fehlen, weil sie z.B. ins Ausland zum Studieren gehen und nicht wiederkommen. Außerdem erzählt uns Samuel, dass sich die Mehrheit der Färöer gegen den Walfang ausgesprochen hat und zeigt uns eine ehemalige „Whaling Station“, die in den siebziger Jahren stillgelegt wurde.

Die Färöer bestehen aus ingesamt achtzehn Inseln, von denen alle bis auf eine dauerfahft bewohnt sind. Wir erkunden heute die Insel Streymoy und Eysturoy. Auf Streymoy liegt die Hauptstadt Torshavn mit ca 20.000 Einwohnern. Dort stehen drei der insgesamt vier technischen Verkehrszeichen auf den gesamten Färöer Inseln. Dort gibt es auch eine kleine Universität, wo Sprachen und Geschichte studiert werden können. Die meisten Färinger gehen aber zum studieren nach Dänemark oder auch seit neustem Großbritannien, weil sie – laut Samuel – dort hoffen, auf Öl zu stoßen bzw. sich in die Ölgeschäfte einarbeiten zu können. Ingesamt leben ca. 50.000 Menschen auf den Färöer Inseln.

Samuel ist übrigens begeistert von Alejandra und kann gut mit ihr, weil er selbst 11 Enkel hat. Während der Fahrt bekommt er eine MMS von seiner Tochter, deren Tochter gerade ihren ersten Zahn bekommen hat. Stolz verkündert er die Nachricht über sein Mikrofon.

Die Inseln sind malerisch, fast märchenhaft, man sieht zerklüftete Schluchten und Fjorde, grün bedeckt und von Wasserfällen durchzogen. Die Häuser sind oft bunt und mit Gras bedeckt, das einmal im Jahr geschnitten wird. Die Polizeistation steht leer wegen „Schimmischwamm“, aber das macht nix, hier gibt es nicht viel für die Polizei zu tun, bei drei Morden in den letzten 40 Jahren…

Wir halten an einer lokalen Wollmanufaktur und – schwupps – hat Sarah einen original Faröischen Wollpullover, der sie warm hält wir sonst kein Kleindungsstück von ihr.

Mittagessen gibt es dann in einem Lokal an einem Hafen, nachdem wir eine „Brücke über den Atlantik“ überquert haben. Das waren vielleicht 50 Meter, aber so eng liegen die Inseln hier nun mal beieinander….Hier gibt es für Julian (und Alejandra auch ein bisschen) original Faröischen Fisch („best fish in the world“), Vegetarier und Fisch-Verweigerer müssen sich anhören, was sie da verpassen. Der war auch wirklich lecker, und dann treten wir schon wieder die Reise zum Schiff an, das am Nachmittag wieder ausläuft, nun weiter Richtung Island! Wir bedanken uns bei Samuel auf färöisch: „Takk„!

Wieder an Board wird es sehr windig und regnerisch. Wir gehen noch mal kurz an Deck und winken den bunten Häusern von Thorshavn. Der Kapitän macht eine Durchsage, dass wir es auf der weiteren Fahrt mit bis zu 5-m-hohen-Wellen zu tun haben werden. Uh, das heißt dann wohl schwere See.
Da Julian heute keinen Einsatz im Medical-Center des Schiffes hatte, gibt es keinen Buffet-Gutschein, uns so entscheiden wir uns für die günstige Variante, die Cafeteria. Bei gemischtem Salat und Käsebrot lassen wir den Tag ausklingen und sind gespannt auf das Land der Vulkane und Sagen, der Geysire und Gletscher – auf Island! Bis Morgen 🙂

2 Kommentare zu „„The best fish in the world!“ Na dann: “Takk”!

    Kathrin. sagte:
    August 29, 2012 um 6:48 am

    Es ist ja toll, wenn ihr zuhause seit… aber es hat auch was Eure Reiseberichte zu lesen.. aber Alejandra schaut als würde sie das Wetter in südlichen Regionen doch bevorzugen… ich bin gespannt wie es weitergeht und was ihr noch so alles erlebt… LG nach Island..

    MaOmi sagte:
    August 29, 2012 um 8:33 am

    Au Mann ,wie toll! Und bin ich froh, daß der Walfang von den meisten abgelehnt wird. Die Inseln sind ja wirklich wunderschön. Habe mein Islandbuch schon ausgelesen und werde mir jetzt Nonni und Manni besorgen. Das Reisebuch hat von einem Ritt durch Island 1894 erzählt und stammt von demselben Autor, J. Svenson. Sie fahren da von Dänemark aus über Edinburg zu den Färöern und dann weiter nach Island. Seid ihr auch an den Vestmanna Inseln vorbei gekommen? Ach, ich freue mich schon auf den nächsten Bericht! Zieht Euch warm an, liebe Grüße in den wünderschönen Norden, MaOmi

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