Why do all good things come to an end? – die letzten zwei Tage unserer Traumreise.

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Alejandra am Morgen im Hotel Furama, Singapur 2012

Zum Abschluß nochmal ein Highlight: Singapur. Diese Wahnsinns-Stadt, groß, größenwahnsinnig, schnell, laut und voll. Und heiß. Wir checken abends wieder im Furama City Center ein, das Ausgangspunkt unserer großen Reise vor sieben Wochen war. Hier ist einst das „Hopper-Bild“ mit Alejandra beim Frühstück entstanden. Es kommt uns vor wie vor ein paar Tagen, dass wir hier gewesen sind.

Unser jetziges Zimmer ist ein architektonisches Glanzstück, hohe Decken und das Bad ist ein viereckiger Glaskasten, der in das Zimmer integriert ist und wie ein Bestandteil des ganzen Raumes wirkt, mit offener Konstruktion. Irgendwie können die das hier. Wir holen noch etwas zu essen auf´s Zimmer (Sari isst den ekligsten Vegi-Burger ihres Lebens) und fallen geschafft in die Federn.

Wir werden früh am nächsten morgen wach, was gut ist, denn so haben wir noch den ganzen Tag, um uns diese tolle Stadt noch mal näher anzusehen. Unser Flug geht erst um 23:30, also frühstücken wir in Ruhe und geben dann unser Gepäck an der Rezeption ab. Mit Kinderwagen, Sonnencreme, Wasser und Fotoapparat ausgerüstet ist unsere Mission: Marina Bay Sands, dieses Wahnsinns-Hotel mit drei Türmen und einem riesigen Schiff oben als Verbindung, auf dem ein kompletter Garten mit Bäumen, der Infinity-Pool, Restaurants, Aussichtsplattform und und und gebaut sind.

DerPage will uns ein Taxi rufen und kann es nicht fassen, dass wir freiwillig zu Fuß gehen wollen. Das sei ganz schön weit. Wissen wir, das sei schon ok für uns. Schließlich wollen wir an unserem letzten Tag in der letzten Stadt auch noch etwas von ihr mitbekommen.

Es ist noch früh und eher bewölkt, also hält sich die Hitze in Grenzen, aber wir werden von der fast schon größenwahnsinigen Architektur dieser Stadt förmlich erschlagen. Hier versucht sich wirklich jeder gegenseitig zu übertrumpfen mit Größe und/oder Abgedrehtheit. Nichts scheint unmöglich. Es geht vorbei an Bürogebäuden, durchParks, dasParlament, zwischendurch stranden wir auf einer Verkehrsinsel mit fünf Spuren auf jeder Seite, bis wir einen Zwischenstop im Starbucks einlegen. Einer von gefühlten 10.000 hier, es gibt hier wirklich an jeder Ecke einen. Und das ist durchaus wörtlich gemeint. Alejandra darf mal Michshake probieren, bevor es mutig weiter geht.

Doch mittlerweile ist die Sonne rausgekommen und wir geraten in eine stickige, erbarmungslose Mittagshitze bei fast senkrechtem Sonnenstand. Das wird uns dann doch zu viel und wir schnappen uns für die letzten Meter ein Taxi.

Und dann sind wir da: Marina Bay Sands, dieser Wahnsinn von einem Hotel: Hat schlappe 4,6 Milliarden Euro gekostet, hat 2561 Zimmer, ein riesiges Konferenzzentrum, Nachtclubs und und und. Und als Highlight einen 340 Meter langen Dachgarten namens SkyPark, der alle drei Tower umspannt und an der Nordseite 67 Meter hervorragt. Schwimmt man im Pool, hat man das Gefühl, direkt in die Tiefe abzustürzen – ein besonderer Nervenkitzel.

Wir fahren mit dem Fahrstuhl innerhalb von Sekunden auf die 191 Meter, im Nu gibt´s Druck auf den Ohren. Und dann haben wir einen Blick über Singapur, der einem den Atem raubt. Wahnsinn. Man kann bis Malaysia und Indonesien sehen. Und soweit das Auge reicht Hochhäuser an Hochhäuser. Wie ein gewaltiger Termitenhügel. I Singapur leben 5 Millionen Menschen.

In der Club Lounge essen wir hoch über der Stadt zu Mittag. Für Alejandra ist viel spannender als jede Aussicht der dortige Spiegel, den sie ausgiebig betatscht und abknutscht. Und alle finden sie mal wieder bezaubernd, wir werden wegen ihr bald wirklich ganz eingebildet…

Nachdem wir uns sattgesehen und –gegessen haben, geht es mit dem Taxi weiter in die Orchard Road, weil man da angeblich so gut shoppen kann. Kann man wohl auch, wenn man ein paar Zehntausend zu viel auf der Schippe hat. Mode-Designer wechseln sich mit Juwelier-Läden ab, alles schwelgt hier in Überfluß und Luxus. Nicht gerade, was wir uns vorgestellt hatten. In vielen Läden ist die Musik so laut, dass man sein eigenes Wort nicht hört und wir mit unserem Pupsi gar nicht reingehen wollen. Im Abercrombie & Fitch, den wir uns nur mal ansehen wollen, um zu wissen, was alle immer damit haben, halten wir es 20 Sekunden aus. Auch wenn´s da schön kühl und dunkel ist.

Wir erstehen dennoch in einem Souvenir-Geschäft zwei T-Shirts und treten zu Fuß den Heimweg an, der uns durch ein Wohnviertel führt, in dem man wohl mehr „residiert“ als wohnt, und auch nur, wenn man es ganz nach oben im „Rat Race“ der Business-People geschafft hat.

Die letzten Meter erwischen wir noch ein Taxi, die hier im Gegensatz zu Sydney erfreulich günstig sind, und fahren zurück zum Hotel, von wo es dann wieder mit Sack undPack an den Flughafen geht. Wir erwischen den chaotischsten und unfreundlichsten Fahrer unserer Reise, sein „Singlish“ ist wirklich kaum zu verstehen, die Bezahlung mit Kreditkarte gerät zum Drama, weil er den Auftrag gelöscht hat, aber irgendwie war´s trotzdem witzig.

Naja, und dann stehen wir auf einmal da, am Terminal, um unseren siebten und letzten Flug anzutreten. Noch einmal Changi-Airport-Teppichboden, noch einmal Free Internet zum Checken der Mails, ein letztes Sandwich, und dann sitzen wir wieder in der QANTAS Boeing 747 „Longreach“ (die 747 heißen wohl alle so, wie wir erfahren) und haben wieder mal ein Kind in der Baby-Reihe neben uns, Nils, 14 Monate, der noch etwas skeptisch guckt. Alejandra verschläft den Start, Sari steht ihn ohne Wein oder sonstiges heldenhaft durch und die Flugbegleiter kümmern sich in gewohnter Weise liebevoll um uns.

Im Gegensatz zum Hinflug ziehen sich die zwölf Stunden ganz schön diesmal. Die erste Hälfte aber dann eine Überraschung: Alejandra schläft im Baby-Basket! Wow! Dafür ist sie in der zweiten Hälfte eher knatschig, aber das regeln wir mit wechselseitigen Baby-Schaukel-Spaziergängen.

In Frankfurt um 6:15 dann Kälte, Grau und die Erkenntnis, das sieben Wochen wie im Flug vergehen (im wahrsten Sinne des Wortes). Wir sind glücklich, dass Jan uns abholt und wir so ganz komfortabel nach Mainz zurückkommen, wo uns Anna schon zu Hause begrüßt und ihre Nichte in die Arme schließt und sich zwei Tage lang um sie kümmert, damit wir in Ruhe ankommen können. MaOmi hat uns Luftschlangen an die Tür gehängt.

Ach ja, wenn man so liebe Leute um sich herum hat, fällt einem das Wiederkommen doch leichter.

Aber wir haben uns so sehr in das andere Ende der Welt verliebt, dass wir einfach wiederkommen müssen. Dann können wir unserem Pupsi zeigen, wo sie mit acht/neun Monaten überall schon gewesen ist, unsere kleine Weltenbummlerin!

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