Queen of Queensland

Gepostet am Aktualisiert am

In unserem Hostel, Hervey Bay, Australien 2012

Alejandra ist und bleibt der Star der Südhalbkugel. Zumindest in unserem kleinen Universum. Das ändert sich auch nicht, seit wir in Australien sind. Doch eins nach dem anderen…

Am Montag brechen wir mitten in der Nacht auf, um unseren Flieger nach Brisbane rechtszeitig zu besteigen. Ziel ist Christchurch International Airport, und mittlerweile sind wir schon ganz routiniert im Packen, Verstauen, Beladen etc. Aber am coolsten steckt das unsere kleine Supermaus weg. Sie sitzt nachts im Auto und brabbelt fröhlich vor sich hin als wäre sie um diese Zeit immer wach.
Andere sind auch noch wach, vor allem süße kleine Hasis und Possums, die gerne auf der Straße herumstreifen und sich in Lebensgefahr begeben. Die Possums (nicht zu verwechseln mit Opossums) sind süße kleine Beuteltiere, aus deren Fell die Neuseeländer gerne Schals und Handschuhe machen. Sie sehen drollig aus, bedrohen aber einheimische Vögel wie den Kiwi, weswegen sie hier mit gemischten Gefühlen betrachtet werden. Die Leute hier nennen sie auch gerne Neuseelands kleine Bodenwellen, weil dann doch einige unter den Rädern landen. Aber wir weichen allen aus und so kann die Fahrt unbeschadet weitergehen.

Unser Flug hat leider Verspätung, und so müssen wir am Flughafen etwas Zeit totschlagen. Nach einem kleinen Frühstück können Sari und Alejandra sogar auf einer Bank noch ein kleines Nickerchen machen.
Bald meldet sich aber Saris Flugangst wieder zurück, beim Boarden ist es wieder sehr schlimm, aber wieder mal ist das Bordpersonal total freundlich und kümmert sich rührend um Sari. Es wird auch von mal zu mal besser! Und Alejandra wird mal wieder über den grünen Klee gelobt, wie toll sie das alles mitmacht. Es ist wirklich erstaunlich, wie oft wir von Mitreisenden angesprochen werden, die zum einen ganz interessiert sind, wie wir das mit der Kleinen so machen, und zum anderen einfach von unserem Pupsi so entzückt sind, das dann auch wie auf Kommando alle anstrahlt.

In Brisbane werden wir von Regen begrüßt, aber auch tropisch-schwüler Wärme mit 28° C. Endlich können die T-Shirts wieder ausgepackt werden! Wir sind sehr gespannt, schließlich entdecken wir jetzt wieder etwas ganz Neues, denn in dieser Region sind wir noch nie gewesen!
Mit dem neuen Mietwagen geht es auf den sog. „Bruce-Highway“, den wir in den nächsten Tagen ca. 1600 km nach Norden fahren werden. Wir saugen Eindrücke auf und bestaunen riesige Cumulus-Wolken, die sich aus wenigen hundert Metern Höhe kilometerweit in den Himmel zu strecken scheinen, wie riesige Berge direkt über uns, während wir unser erstes Ziel ansteuern, Hervey Bay. (Und wer gab ihr diesen Namen: na klar, James Cook, wer sonst?)
Hier kann man von Juli bis Oktober Buckelwale beobachten, also natürlich mal wieder nicht, wenn wir da sind. Das zieht sich irgendwie wie ein roter Faden durch unsere Reisen. Vorgelagert liegt Fraser Island, sie größte Sandinsel der Welt. Preisfrage: Wer aus unserem Bekanntenkreis war schon mal dort??

Wir kommen in einem Backpacker unter, der zu Saris Freude keine Spinnen vorweisen kann, schälen uns aus den Reiseklamotten und erkunden in kurzen Sachen und Flip Flops die Umgebung. Alles hier, die Vegetation, die Vögel, die Wärme lässt einen merken, dass man in den Subtropen ist. Es ist RICHTIG warm. Am Himmel tummeln sich Gewitterwolken, aber das scheint hier derzeit (in der ausklingenden Regenzeit) nicht unüblich zu sein.

Alejandra badet mit ihren Füßen im Pazifik, manche schwimmen auch, wir trauen uns aber noch nicht so richtig, wegen Haien und Quallen und so.

Ein langer Tag geht zu Ende, unglaublich, wie hartgesotten Alejandra das alles mitmacht, die immer noch wach und quitschfidel ist. Auch drei Stunden Zeitverschiebung scheinen ganz egal zu sein. Im Backpacker gehen wir früh schlafen, denn morgen heißt es früh aufstehen, Fraser Island ruft!

Um 7:25 stehen wir mit Sack und Pack an der Straße, um unseren Pick-up zu bekommen. Es ist bewölkt, aber sehr warm und wir stecken voller Vorfreude. Fraser Island gehört zum UNESCO Weltnaturerbe und hat wunderbare weiße Sandstrände, klare Seen, Sümpfe und tropische Wälder in Hülle und Fülle. Die Butchulla, ein Aborigines-Stamm, die dort seit tausenden Jahren lebten, nannten die Insel K´gari (sprich Gurri), was „Paradies“ bedeutet. Die wissen, warum.

Auf der Fähre lernen wir eine Schweizer Familie kennen, die mehrere Monate den Kontinent bereisen und eine süße 4-jährige Tochter haben, Enya. Die ist ganz begeistert von unserer Kleinen und beide werden sofort dickste Freundinnen. Sie spielen ganz toll miteinander. Im Paradies angekommen, werden wir auf Busse verteilt und müssen von Enya und ihren Eltern Abschied nehmen.
Nun geht es im Kleinbus über die Sandpisten an die Westküste. Unser Tour Guide heißt Martin, ist nebenberuflich Komiker (hat den Schalk im Nacken) und bereitet uns einen fabelhaften Tag mit einer Mischung aus jeder Menge Informationen und schaukeligem Transport in alle Richtungen. Alejandra schläft dabei glatt ein.

Wir machen eine Waldspaziergang, fahren am Strand entlang (über den 75-mile-beach, der 52 Meilen lang ist), bestaunen das Wrack eines riesigen, 1936 gesunkenen Schiffes und sehen Dingos, die nur hier noch reinrassig erhalten sind. Die sehen toll aus, sind aber mit Vorsicht zu genießen, da sie auch gerne mal kleine Kinder verschleppen und verspeisen. Alles leider hier schon vorgekommen.

Höhepunkt ist dann der Lake Mackenzie, mit klarstem Wasser und weißem Strand, der einfach malerisch ist. Weniger malerisch ist leider der Regen, der eingesetzt hat, und so sieht heute alles anders aus als auf den ganzen Postkarten und Prospekten, aber das macht nichts, es ist nämlich total warm und alle hüpfen einfach trotzdem rein, naß wird man ja eh… Das Wasser ist unglaublich klar. Und wieder mal zeigen sich alle beeindruckt, wie toll das unsere Alejandra alles mitmacht, die auch fröhlich im Wasser plantscht, wir müssen langsam aufpassen, daß wir wegen ihr nicht ganz eingebildet werden. Und egal wo wir hinkommen heute, immer treffen wir Enya wieder. Auf der Rückfahrt mit der Fähre kuscheln beide ganz lieb und Enya darf Alejandra halten, was sie ganz prima macht!

Es ist wirklich unglaublich, wie vielen Leuten wir schon erklärt haben, wie lange und wearum und wohin wir reisen und wie das mit Alejandra so klappt. So viele Leute sind neugierig und sprechen uns an und schäkern mit dem Pupsi. Die junge Bedienung im Restaurant, in dem wir abends essen, meinte, dass sonst nie Reisende mit einem Baby kommen. Gleichwohl treffen wir dann doch ab und an mal Eltern mit Kleinkindern. Wir hoffen, auch andere mal zu ermutigen, mehr und weiter mit Kindern zu reisen.

Am Donnerstag verlassen wir Hervey Bay, heute ist Fahrtag. Es geht in den 450 km entfernte Emu Park bei Rockhampton. Wir haben 30° und zum Glück eine Klimaanlage im Auto. Eine Straße müssen wir, vermutlich wegen Überschwemmung, umfahren. Das scheint hier Routine zu sein und regt keinen auf, also uns auch nicht.
Verschwitzt und etwas mitgenommen kommen wir schließlich im Emu Backpacker an, wo wir freundlich empfangen werden. Und hier lacht uns direkt ein Pool an! Juhuu, also als erstes die Sachen ausgezogen und reingehüpft! Genau das richtige nach so einer langen Fahrt. Uns gefällt es schon jetzt so gut, dass wir spontan beschließen, noch einen Tag länger zu bleiben!

Ein Kommentar zu „Queen of Queensland

    […] schon lange in meinem Kopf. Dabei ist die Route gar nicht mehr die „spannende“ Erfahrung – die haben Alejandra, Julian und ich 2012 bereits erkundet. Viel interessanter ist die Zugfahrt an sich. Die vorbeiziehende Landschaft, der Halt an […]

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