Von Bauern und Königinnen

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Alejandra mit Julian auf Bob's Peak, Queenstown, Neuseeland 2012

Hallo liebe Großeltern, Verwandte, Freunde und alle anderen Leser!

Meine Eltern und ich sind seit Montag in Queenstown, ein beschauliches Städtchen zwischen den Bergen und dem Lake Wakatipu. Der See ist 80 km lang – der längste des ganzen Landes! Man könnte meinen, am tiefblauen Ozean zu stehen, aber es ist tatsächlich ein stinknormaler Süßwassersee. Queenstown ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Man kann verstehen, dass die Leute in Scharen hierher kommen. Papa nennt es „das St.Moritz Neuseelands“.

Wir wohnen mal wieder im „Nomads“, eine oberhippe, coole Accommodation, die von Teenies beherrscht wird, die von Mami und Papi den Tripp nach Neuseeland gesponsert kriegen. Aber egal, es ist gut organisiert hier und das Zimmer ist spinnenfrei. Nach Stewart Island hat Mama wieder mal ein bisschen Schlaf gebraucht, denn in unserem Zimmer dort gab es dicke, fette schwarze Spinnen, vor denen sie Angst hatte und deswegen nachts wach lag. Mir hat das gar nichts ausgemacht.

Queenstown ist eine verrückte Stadt. Hier kann man alle Sportarten machen, die bereits erfunden sind oder hier erfunden wurden. Ein Sprung aus dem Flugzeug oder vom Alpenrand, kopfüber, quer oder kopfrein ins Wasser – hier geht einfach alles. Man muss nur in den Himmel gucken, da fliegt einem schon irgendwas über den Kopf. Papa überlegt die ganze Zeit, ob er nicht auch mal einen Sprung wagen soll. Mama will lieber Jetboot fahren. Das geht hier nämlich auch in allen Variationen. Die spinnen doch.

Meine Lieblingsbeschäftigung ist es, den ganzen Tag von wildfremden Menschen geherzt zu werden. Wir haben sogar schon zwei Paare getroffen, die wir in Timaru und Bluff kennen gelernt und mich sofort wieder erkannt haben. Das ist schon lustig. Ansonsten kamen sogar schon Japaner zu meinen Eltern, weil sie mich unbedingt fotografieren wollten. In dieser Situation habe ich ein Eis aus dem weltbesten Eiscafé „Patagonia“ gegessen und ich hatte überall Vanillespuren im Gesicht. Ob es daran lag?

Wir unternehmen hier allerhand toller Dinge. Am Dienstag waren wir zum Beispiel mit der „Skyline Gondola“ auf Bobs Peak und haben uns Queenstown (und seine flugbegeisterten Besucher) bei herrlichem Wetter von oben angesehen. Wow, meine Eltern waren schwer beeindruckt. Ich bin eingeschlafen. Danach sind wir in den „Bird Wildlife Park“ und haben echte Kiwis gesehen. Hmmm, auch dabei bin ich eingeschlafen. Bei diesen ganzen Aktivitäten haben mich meine Eltern immer im Tragesack und da ist es so schön gemütlich – vielleicht liegt es daran.

Am Abend machten wir einen Spaziergang an der Promenade und haben alle möglichen Straßenmusikern beim spielen zu gehört. Der mit Abstand beste und sympathischste Musiker war allerdings „Mathias Piano Man“. Den könnt ihr mal bei youtube.com eingeben. Dann habt ihr auch einen Eindruck, wo wir hier so sind. Er spielt mit seinem alten Piano nämlich öfter in Queenstown.

Überdies haben wir am Mittwoch einen Tagesausflug in die „Milford Sounds“ gemacht. Das ist ein 15-km-langer Fjord ca. 280km von Queenstown entfernt. Der Weg dorthin ist gespickt mit Bergen, Tälern und Wiesen wie im Märchen. Hier wurden übrigens sehr viele Szenen für die Triologie „Herr der Ringe“ gedreht. Das war auch nicht zu übersehen. Beim Anblick der Landschaft fiel einem kein anderes Wort ein als „Mittelerde“. Mama hat sich die Finger wundfotografiert beim Auto fahren – na na na! Ich habe es mir mit Papa auf der Rückbank gemütlich gemacht. So machen wir das immer, wenn wir lange Strecken fahren. Papa liest mir dann immer ein Buch vor oder singt etwas. Das finde ich sooo schön.

Bei den „Milford Sounds“ haben wir dann eine Bootstour gemacht und sind friedlich durch die Fjorde geschippert. Es regnete zwar nicht, aber wir fuhren an Wasserfällen entlang und wurden ganz nass. Das machte aber nichts, ich war ja durch meinen schönen Shell-Anzug geschützt. Der hielt auch die doofen Sandlflies ab, die millionenfach auf uns stürzten, um uns zu stechen!!! Mama und Papa haben geflucht!!!

Heute Morgen habe ich mein erstes Erdbeben erlebt. Papa war im Bad und Mama und ich haben noch im Bett gekuschelt. Auf einmal hat alles für ein paar Sekunden gewackelt. Wir haben direkt auf der Erdbeben-Internetseite geguckt und ein Erschütterung in der Nähe der „Milford Sounds“ im Meer lokalisiert. Die Magnitude betrug 5,4 – das ist ein verhältnismäßig starkes Erdbeben in Neuseeland. Hier gibt es zwar täglich Beben, aber die meisten sind zwischen 2-3 auf der Richterskala anzuordnen. An dieser Stelle gab es übrigens am Vormittag noch drei weitere Beben, ganz schön spannend! Aber wir haben davon nichts gemerkt. Wir sind ins Schwimmbad gefahren und haben uns ordentlich ausgetobt.

Bis bald und ganz viele Knutschis nach Deutschland, besonders an meine Tanteline Anna, die am 14.03. achtzehn Jahre alt geworden ist!

eure Alejandra

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