How we met NO Kiwis

Gepostet am Aktualisiert am

Vor der Abreise nach Stewart Island, Neuseeland 2012Wir haben die wunderschöne Stadt Dunedin hinter uns gelassen und sind Richtung Süden aufgebrochen. Und zwar südlicher als südlich, was Neuseeland betrifft! Wir haben dafür einige Stationen bewältigt, von denen wir Euch hier erzählen wollen: Von Dunedin –Catlins – Bluff bis Stewart Island.

The Catlins – nothing better to do on a sunny day
Wie immer hatten wir an unserem Abreisetag Sonne satt. Heute störte uns das aber gar nicht, weil wir auf unserem Weg nach Bluff durch die Catlins fahren wollten, eine Scenic Route auf Schotterpisten. In unserem Lonely Planet steht, dass es an einem Sommertag nichts Schöneres gibt, als durch die Catlins zu fahren – eine Alternativroute, wenn man Richtung Süden unterwegs ist. Die Catlins bestehen aus sehr dünn besiedelten Hügellandschaften und einer Reihe kleiner bis großer Naturwunder sowie eine große Artenvielfalt an verschiedenen Tieren. Hier befindet sich auch der südlichste Punkt Neuseelands, der Slope Point. Man muss sich eigentlich ein paar Tage Zeit nehmen, um alles zu sehen, aber wir suchten uns einfach das für uns attraktivste heraus.

Nach einem kurzen Abstecher am Strand nahmen wir uns erst mal den Nugget Point vor. Zum Nugget Point gelangt der Neuseeland-Touri über steile Schotterpisten, die einen schließlich auf einen Parkplatz führen, um das Gefährt für gut 2 Stunden stehen zu lassen. Von dort aus gelangt man an den Klippen entlang auf einem 1km Fußmarsch zu einem Leuchtturm. Ihm vorgelagert befinden sich einige kleinere Felsen im Wasser die wie im Meer verstreute »Nuggets« wirken. Ein atemberaubender Anblick und wir fühlten ein Hauch von Antarktis. Zwischendurch trafen wir immer wieder Besucher aus allen möglichen Ecken der Welt, die alle ganz narrisch beim Anblick unserer Alejandra wurden und nach „Reisen mit Baby, bestimmt anstrengend“-Bla Bla fragten (wir kennen die Platte schon). Babys sind immer noch something special, wenn man als Touri unterwegs ist. Wir verstehen langsam wirklich nicht mehr, wieso?! Was besseres kann man Kindern doch gar nicht bieten. Und wir haben ja den Vergleich zu unserer Reise vor zwei Jahren: Diese Reise hier ist die viel aufregendere, schönere und lustigere. Also Leute, reist mit Kindern, wenn es irgendwie machbar ist (Anmerkung besonders an Marvin gerichtet ;;)!!!

Unser nächstes Ziel führte uns zu den Purakaunui Falls. Ein kurzer Walk durch den Regenwald und wir sahen einen der herrlich plätschernden Wasserfälle. Die Fallhöhe beträgt zwar nur 20 m, dennoch sind sie ein Wahrzeichen der Catlins.
Unsere letzte Station an diesem Tag hieß schließlich Curio Bay. In der Curio Bay befinden sich versteinerte Reste eines 160 Millionen Jahre alten Waldes. Diese liegen direkt an den schroffen Öffnungen zum Meer. Das würde man gar nicht meinen, wenn man sich die Fotos so anschaut, gell?

An diesem Punkt spürten wir die „Nähe“ zur Antarktis jedoch erst recht. Der eisige Südwind, den man in dieser schönen Umgebung gar nicht erwarten würde, pfiff uns ordentlich um die Ohren. So entschieden wir uns rasch, weiter nach Bluff zu fahren, wo wir unser heutiges Nachtlager aufschlagen wollten. Fazit für die Catlins: Wild, erstaunlich, ein absolutes MUSS. An den Slope Point kamen wir leider nicht. Aber wir hatten ja noch die Option, den Stirling Point in Bluff zu besuchen, der oft fälschlicherweise als südlichster Punkt Neuseelands bezeichnet wird („von Cape Reinga bis Bluff“). Bluff ist aber tatsächlich einfach nur die letzte kleine Ortschaft, bevor man eine Reise ins geheimnisvolle Stewart Island unternehmen kann…

Bluff – Am Ende des SH1
Wir kamen am Abend in Bluff in unserem netten kleinen Motel  „Ocean Vista“ an. Ja, Motel, wir probierten es noch mal. Und wir waren angenehm überrascht. Der Ausblick unseres Zimmers hielt, was der Name des Motels verspricht: Sattes, wildes Meer der Foveaux Strait. Inklusive Vollmond und blauer Stunde am Abendhimmel. Uns fiel auf, dass der Vollmond hier ganz anders aussieht als in der nördlichen Hemisphäre. Das mag einem theoretisch klar sein, die Praxisforschung ist dann doch immer wieder überraschend. Apropos Praxisforschung: Im NZ Herald haben wir gelesen, dass heute Polarlichter am Himmel zu sehen sein sollten. Da wir optimale Bedingungen hatten, hielten wir natürlich die Augen offen. Leider wurden wir nicht Zeuge dieses einzigartigen Naturschauspiels.

Stewart Island
Übers Wochenende ging es für uns am frühen Freitagmorgen auf die Fähre nach Stewart Island. Die Fahrt dauerte ca. 1 Stunde und wir hatten spitzen Bedingungen für die Überfahrt. Fast ein bisschen langweilig…
Stewart Island ist die dritte und vor allem die südlichste Insel Neuseelands. Es hat nur 300-400 permanente Einwohner, die hauptsächlich vom Fischfang und dem Tourismus leben. Vom Tourismus merkt man allerdings nicht all zu viel. Die Fähre ist klein und sie bringt 2-3 mal am Tag eine überschaubare Anzahl an neugierigen Naturliebhabern hierher. Stewart Island wird von den Maori „Rakiura“ genannt, was soviel heisst wie „glühender Himmel“.

Einen glühenden Himmel voller Sonnenschein hatten wir an diesem Tag auch. Unser erster echter Sommertag hier, den wir gleich für einen Strandbesuch und ein echtes Sonnenbad nutzten. Am Bathing Beach ließen wir uns samt einer schlafenden Alejandra im Kinderwagen nieder und beobachteten einen Seal, der im Wasser seinen Unfug trieb. Zwischendurch dösten wir weg und merkten gar nicht, dass das Wasser von beiden Seiten kam und uns auf einer kleinen Sandbank fast einschloss. Hui, schnell weg, über Stock und Stein durchs Dickicht in den Regenwald. Hier kräht und quietscht und zwitschert es die ganze Zeit. Twitter ist nichts dagegen. Sogar Papageien konnten wir beobachten.

Wir wohnen hier übrigens im „Bunkers Backpackers“, einem netten kleinen Hostel nahe am Hafen. Die Inhaber sind Liz & Heath und ihre kleine Tochter Tessa. Dank ihr konnten wir allerlei Babystuff nutzen, den Liz noch aufbewahrt hatte: Babybadewanne, Reisebettchen und Babyrucksack. Tessa, die bald zwei Jahre alt wird, und Alejandra verstanden sich auf Anhieb prächtig. Alejandra kapiert jetzt, dass es auch andere Kinder gibt und nimmt ganz gezielt Kontakt mit ihnen auf. Ein beeindruckendes Schauspiel. Insgesamt ist das Hostel hier ein Volltreffer. Wir treffen lauter nette Menschen, zum Beispiel Lisa, Franzi & Jan aus Deutschland, die hier zum Work & Travel unterwegs sind. Gemeinsam mit ihnen sind wir an zwei Abenden bei Dunkelheit und mit Taschenlampen ausgerüstet Richtung Regenwald gestapft, um Kiwis zu beobachten. Wir haben alle möglichen Strategien probiert, auf der Kiwi-bevölkerungsreichsten Insel Neuseelands wenigstens mal einen Kiwi zu sehen. Da sie sehr Nachtaktiv und extrem scheu sind, mussten wir wie Mäuse durch die Wälder huschen. Leider hatten wir keinen Erfolg.

Ingesamt hatten wir ein super schönes, wenn auch teilweise verregnetes Wochenende auf Stewart Island. Wir sind verschiedene Tracks gewandert, an einem Tag sogar 5 km mit unserer kleinen Maus, die ganz vernarrt in die Wälder Stewart Islands ist. Apropos Pupsi: Die ist der Star des Hostels. Sie wandert von Arm zu Arm und ist hier permanent mittendrin statt nur dabei. Sie steht jetzt ziemlich sicher im Vierfüßlerstand und wir warten nur noch aufs krabbeln. Vom Vierfüßlerstand setzt sie sich sogar schon selbstständig hin, da rasten wir immer fast aus vor Freude. Zahnen ist im Moment auch wieder ein Thema, wodurch wir beispielsweise nicht an der Quiz Night des hiesigen Pubs teilnehmen konnten. Beim Versuch hat Alejandra so laut geschrieen, dass kein Quiz mehr möglich war. Dennoch war sie der Liebling des Pubs.

2 Kommentare zu „How we met NO Kiwis

    Nadine sagte:
    Dezember 16, 2016 um 8:20 am

    Hallo ihr Weltenbummler,
    wir sind auch für 2 Monate in Neuseeland ab Januar unterwegs mit unserer dann 7 Monate alten Tochter. Seitdem ich euren Blog gelesen habe freue in mich noch mehr auf die Reise, ich kann es kaum erwarten wieder loszuziehen.
    Hattet ihr eure Unterkünfte und Route bereits fertig in Deutschland geplant und gebucht?
    LG
    Familie Weinhold

      Familie Bauer auf Weltreise geantwortet:
      Dezember 17, 2016 um 8:47 am

      Ooooh wie schön, wir wünschen Euch eine wunderbare Reise. Alejandra war damals auch so alt wie Eure Maus, als es das erste Mal Richtung Neuseeland ging. Wir sind ab Ende März da, vllt überschneidet es sich ja noch?!?
      Wir haben damals ein bisschen Route geplant, aber auch immer Luft für spontane Aktionen gelassen. Das war auch ganz gut so. Ein paar Unterkünfte hatten wir im Voraus gebucht (zum Beispiel bei Ankunft und Abreise, aber auch mal echte Highlights wie das Bendamere House in Kaikoura), aber die meisten spontan über Lonely Planet bzw nach unserer BBH-Card.
      Liebe Grüße von den Bauers

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