Blowin‘ in the Wind

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Walkingtrack Kaikoura, Neuseeland 2012

Im Bendamere House wird es so richtig gemütlich, hier lässt es sich wirklich wunderbar aushalten! Wir fühlen uns pudelwohl uns lassen uns von Julie nach Strich und Faden verwöhnen, vor allem beim allmorgendlichen Frühstücksritual, wenn alle Gäste im „Dining Room“ beisammen sitzen und das reichhaltige Frühstück genießen. Julie liest den Gästen ihre Wünsche von der Nasenspitze ab, ehe diese piep sagen können. „Would you like coffee? Some toast? Shall I fix a Ham-Cheese-Croissant for you? I can check the weather forecast for you.” Sie ruft bei Veranstaltern an, ob noch Plätze frei sind und sorgt dafür, daß es ihren Gästen einfach an nichts fehlt. Toll. Hier lässt es sich aushalten.

Da machen die Wolken und der Wind einem zum Glück nicht mehr ganz so viel aus. Mit dem Wetter hatten wir in Kaikoura leider kein Glück. Dicke Wolken und starke Winde sowie ab und zu Regenschauer lassen keine rechte Sommerstimmung aufkommen. Ausfahrten, Spaziergänge, Angeltouren und was man hier sonst so machen kann fallen flach. Was tun an solch einem Tag? Auf nach Takaka, die liebe Resi besuchen! Eine gute Freundin und Studienkollegin von Sari ist auch gerade für drei Monaten in Neuseeland, wir nutzen die Gelegenheit, um sie mal zu besuchen.

Also ab in unseren roten Flitzer und auf nach Takaka an der wunderschönen „Golden Bay“. Ein weiterer Vorteil: Wir fahren der Sonne entgegen! Was will man auch anders von einer goldenen Bucht erwarten? Und natürlich hat sich mal wieder der gute alte James Cook den Namen ausgedacht… Von oben sieht die Bucht aus wie ein großer Kiwi.

Wir lassen also einen ordentlichen Wind und Regen hinter uns und fahren durch wundervolle Landschaften, die sich ständig zu ändern scheinen. Erst meint man, man fährt durch den Schwarzwald, dann durch die amerikanische Prärie, dann wieder können wir uns nicht entscheiden, ob die Bergstraße aussieht wie der Garajonay auaf Gomera, die Road to Hana auf Maui oder doch eher die Blue Mountans in Australien.

Wir treffen Resi tatsächlich bei schönem Sonnenschein. Wir freuen uns riesig, dass wir uns am anderen Ende der Welt wieder sehen und Resi lernt endlich mal unsere kleine Alejandra kennen! Beide verstehen sich auf Anhieb prächtig! Resi hat schon die Südinsel abgeklappert und wird als nächstes die Nordinsel erkunden. Vorher war sie seit dem Studium mit Sari noch Sennerin in der Schweiz und in Osteuropa, danach geht´s nach Österreich. Wow.

Auf einem alten Schiff, das wohl mal Jaques Costeau gehört hat und nun ein Café ist, gibt es Eis und Eiskaffee für die Großen und Obstgläschen für die Kleine(n). Wir genießen das Beisammensein und freuen uns, einfach hier zu sein. Anschließend kehren wir in die „Dangerous Kitchen“ im Ort ein, wo überhaupt alles sehr „hippie-esque“ geprägt ist. Hier haben sich viele Aussteiger niedergelassen. Fast wir auf Gomera… Aber das einzig Gefährliche an dieser Küche ist die relativ lange Wartezeit auf das Essen, so dass man vielleicht verhungert. Dafür wird man mit der besten Pizza der südlichen Hemisphäre entlohnt! Hmmmmmmmmmmmmmm, die Popeye plus weckt wirklich Superkräfte! Wasser gibt´s wie auch in Australien umsonst, und das will was heißen, denn hier gibt es das klarste Wasser der Welt, und zwar aus den sog. Te Waikoropupu Springs, mit einer horizontalen Sichtweite von 63 Metern. Wohl bekomm´s!

Wir treten die Rückreise an und kommen abends in unserem schönen Bendamere House an, wo Julie schon die Heizung angemacht und das Licht angelassen hat, damit wir uns gleich wieder ganz wohl fühlen.

Alejandra schwätzt immer mehr, seit neuestem hat sie es schwer mit „gagn gagn gagn“ und tritt damit in die Fußstapfen von ihrem Onkel Jan.

Am nächsten Tag machen wir die nähere Umgebung unsicher. Nach ein paar Einkäufen geht es an die Kaikoura Peninsula, eine sternförmige Halbinsel mit grandiosen Wanderwegen und einem tollen Ausblick. Hier lebt eine Fur Seal Kolonie, also Neuseeländische Seebären. Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts wurden diese an der australischen und tasmanischen Küste sowie in neuseeland durch Robbenjäger fast vollständig ausgerottet, mittlerweile gibt es zum Glück wieder eine menge von den friedlichen, pelzigen Zeitgenossen, die am liebsten in der Sonne liegen uns sich von rechts nach links drehen. Die Farbe des Neuseeländischen Seebären ist graubraun, Männchen haben außerdem eine schwarze Halsmähne. Bullen erreichen eine Größe von 250 cm und ein Gewicht von 180 kg. Kühe sind mit 150 cm und 70 kg sehr viel kleiner.

Wenn man das Auto abstellt, liegen die lustigen Gesellen schon überall rum, am Wasser, an den Wegen, am Parkplatz. Die Leute scheinen sie nicht groß zu stören, jedenfalls lassen sie sich nicht groß aus der Ruhe bringen. Zu nahe sollte man ihnen trotzdem nicht kommen, wenn sie mal unleidlich werden, erreichen sie wohl ungeahnte Geschwindigkeiten. Und einen 180 Kilo-Bullen will man nicht auf sich liegen haben. Aber es ist toll, diese Tiere ohne Zäune oder Glasscheiben einfach so betrachten zu können. Das scheint vor allem deswegen zu funktionieren, weil sich die Anwohner und Touristen weitgehend an die Instruktionen auf den tafeln halten, die hier aufgestellt sind (nicht zu nahe kommen, nicht berühren, nicht verschieben (?) etc.).

Wir freuen uns, diese gemütlichen Strandbewohner wiederzusehen, auch Alejandra hat jetzt schon Neuseeländische Seebären gesehen.

Dann geht es weiter an die Steilküste, von der wir einen faszinierenden Ausblick auf das Meer haben. Hier pfeift der Wind ordentlich und bläst uns gehörig durch. Alejandra findet das skeptisch, deswegen halten wir den Ausflug kurz.

In einem Café schäkert unser pupsi mal wieder mit dem gesamten Personal, uns sie bekommt den Titel „Miss Sunshine“. Mit ein paar Sonnenstrahlen endet unser letzter Tag in Kaikoura. Sari spielt mit unserer Maus in unserem malerischen garten und bekommt glatt Sommersprossen! Immerhin, vielleicht ein versöhnliches Ende mit dem Wetter hier? Wir hoffen auf eine sternklare Nacht.

Gute Nacht, wir freuen uns, ab morgen weiter nach Süden zu kommen, wo wir bisher noch nie gewesen sind!

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