Auf den Spuren der Antipoden

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Alejandra in unserem Hotel Nomads Capital, Wellington, Neuseeland 2012

Antipoden (von griechisch ἀντί antí „gegen“ und πούς poús „Fuß“, wörtlich „Gegenfüßer“; latinisiert Antipodes) ist die Bezeichnung für die Menschen, die auf der anderen Seite der Erdkugel leben (sozusagen mit ihren Füßen denen des Betrachters zugewandt) für die dort auf der anderen Seite einer kugelförmigen Erde liegenden Gebiete. […] Australien und Neuseeland werden (aus gesamteuropäischer Perspektive) auch gemeinsam als Antipoden bezeichnet (aus Wikipedia)

Tja, das war schon was, an einem Ort zwei Unterkünfte… Wir verbrachten eine ruhige, angenehme Nacht bei Marie und John, ohne Spinnen. Der Sternenhimmel über dem Seashore B&B war atemberaubend. Man konnte die Milchstraße sehen uns fühlte sich wie von einer Kuppel bedeckt. Wunderschön!
Am nächsten Morgen gab es eine herzliche Verabschiedung, zum netten Angebot auf einen Kaffee konnten wir nicht bleiben, denn wir mußten ja wieder zurück zur Cappamore Lodge. Hier schien unsere Abwesenheit nicht groß aufgefallen zu sein.
Und so saßen wir schließlich noch gemütlich mit Bill und Margaret auf ihrer Veranda uns frühstückten dort Tee und Toast und führten ein interessantes Gespräch über das Leben in Neuseeland. Wirklich zwei goldige Urgroßeltern. Wir sollen wiederkommen, Alejandra wurde gleich als weiteres inoffizielles Urenkelkind angenommen. Die Lodge liegt wirklich direkt am Meer, mit einem wunderschönen, großen Garten vor der Veranda. Man kann es schlechter erwischen als die beiden…

Auf der Fahrt nach Napier konnten wir noch einmal die bezaubernde Landschaft der Mahia Peninsula bewundern. Malerisch und kaum besiedelt – ein echter Geheimtipp!

In Napier wurde es nun wieder städtisch, trotzdem gab es wieder Meer satt: Die Waterfront Lodge ist ein preisgünstiger Backpacker direkt an der Waterkant sozusagen. Und ohne Spinnen – großes Aufatmen bei Sari.

Diese Stadt hat eine besondere Geschichte. Im 19. Jhd. noch eine Walfang-Hochburg, wurde sie 1931 durch ein Erdbeben und einen anschließenden Großbrand komplett zerstört. Man entschied sich, sie im damals populären Art Déco-Stil wieder aufzubauen. Nun ist sie DIE Art Déco Hauptstadt der Welt, nirgendwo sonst wurden die Gebäude so konsequent in diesem Stil erbaut. So machten die Einwohner aus der Not eine Tugend und die Stadt zu einem Tourismus-Magneten. Ganz schön clever.
Während Sari mit unserer Maus per pedes die Stadt erkundete, machte ich (Julian) mich auf den Weg, um mal zu tanken und die Vorräte aufzufrischen. Alejandra war von den vielen neuen Eindrücken mal wieder so begeistert, dass an Schlafen nicht zu denken war. Andere Backpacker werden konsequent angestrahlt, was war noch mal Fremdeln??

Abends gönnten wir uns einen Restaurant-Besuch im Lone Star inklusive Pinot Noir und „Antipodes“-Wasser (siehe oben). Als Nachtisch probierten wir dann ein klassisches Neuseeländisches Dessert: Kiwi-Pavlova. So eine Art Windbeutel mit Kiwis und Erdbeeren, viel Schlagsahne und pappsüüüüüß, Zuckerschock gratis. Wer das mal ausprobieren möchte: In unserer Mainzer Küche hängt das Rezept als Handtuch – vom letzten Urlaub…

Highlight für Pupsi war dann sicher skypen mit Tanteline und Onkelino. Danke noch mal an Anna und Jan für die erstklassige Show für Alejandra. Der Pipi-Windel-Song als Duo – dagegen können die Teletubbies einpacken.
Am nächsten Tag wurde Strecke gemacht – von Napier runter in den Süden nach Wellington, Neuseelands Hauptstadt. 330 km sind hier schon nicht wenig, bei Autobahnen, die unseren Landstraßen entsprechen.
Aber wir kamen gut voran. In Norsewood machten wir Mittag – in einem Kaffee kamen wir mit einer älteren Lady ins Gespräch. Das geht hier immer so einfach, bei den netten Leuten. Auch hier war Alejandra mal wieder der „Icebreaker“. Sie erzählte von dem Zusammenleben der Europäischen Einwanderer mit den Maori und ihren Kindern. Jeder zweite Satz fing an mit „Believe it or not…“ Sie gab uns noch einen guten Hinweis, nicht über die Manawatu-Schlucht zu fahren, weil Erdrutsche seit letztem August die Straße unpassierbar machten. Gut zu wissen…
Auf der Fahrt nach Süden wurden wir dann verfolgt – überhaupt schon die ganze Reise über… von Jon Bon Jovi! Der läuft hier STÄNDIG im Radio. Was ham die Kiwis mit dem Kerl? Insbesondere „Living on a Prayer“. Wenn das so weitergeht, hören wir nur noch CDs. Vor 2 Jahren wurden wir wenigstens von Simply Red verfolgt.


Erfreulich rasch trafen wir in Wellington ein. „Windy Wellington“, wie man hier sagt, weil hier oft eine steife Brise weht. In der Tat, es war gleich recht frisch. Unsere Unterkunft, das „Nomads Capital“ ist spitze, ein Backpacker mit allem Drum und Dran, vor allem vielen Backpackern. Die sind alle so jung und hipp und versprühen diese Einstellung auch mit Schritt und Tritt, aber wir haben erfahren, dass Alejandra der jüngste Gast ist, der hier je eingecheckt hat. Ha, wer ist hier nun jung und hipp? Oder alete? Oder „watties“, wie das hier heißt?!

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