On the road again!!!

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Maori Stuff, Whakatane, Neuseeland 2012

Wir hatten zwei schöne Tage in Auckland. Und nachdem wir nun große Städte satt hatten, wird es nun endlich mal Zeit, den Wolkenkratzern den Rücken zu kehren und den Feldern, Bergen und Wolken entgegenzufahren.

Also packten wir erneut unsere 7 Sachen, und endlich ging es mal nicht an einen Flughafen, sondern ins Auto. Noch schnell 2 Coffee to go besorgt, und nun hieß es: Let´s hit the Road! Es fühlte sich gut an, endlich dieses wunderbare Land wieder auf eigene Faust zu erkunden.

Erste Station war Waihi, eine alte Goldgräber-Stadt mit einer großen Allee. In einem urigen Diner gönnten wir uns einen Burger und Alejandra bekam Nudeln in Tomatensauce von Hipp, erstmals im Auto erwärmt, der Fläschchenwärmer im Zigarettenanzünder funktioniert also…

Leider spielte das Wetter nicht so ganz mit, es war ziemlich regnerisch, was unserer guten Laune aber keinen Abbruch tat. Nächste Station war Waihi Beach, ein verschlafenes Nest am Meer mit Ferienhaus-Siedlung. Sari sprang begeistert am Strand herum, während sich Alejandra erstmal wieder mit den Wellen anfreunden musste.

Sunshine-City – von wegen
Vorbei an Tauranga erreichten wir schließlich bald unser Ziel, die Eastern Bay of Plenty, ein schönes Fleckchen Erde mit Klippen, Pohutukawa-Bäumen und langen Stränden. In Whakatane (sprich fa-ka-ta-ne) hatten wir unsere nächste Unterkunft gebucht. Die Stadt liegt an einem natürlichen Hafenbecken, direkt davor liegt ein kleines Inselchen, das zu Saris Begeisterung den Namen „Whale Island“ trägt, und die Stadt ist offiziell die sonnigste Stadt Neuseelands! Juhuuu. Nur dass wir, seit wir hier sind, die Sonne kein einziges mal zu Gesicht bekommen haben. Für uns ist sie eher die wolkigste und regnerischste Stadt, aber das macht nichts.

Am Stadtrand gelegen befindet sich die Captain´s Cabin, wo wir herzlich empfangen wurden. Zu unserer Überraschung gibt es hier genau eine kleine Wohnung, darüber wohnen die Besitzer, die sich erstmal für das Wetter entschuldigten. Hier ist alles ganz im maritimen Stil eingerichtet und einfach ALLES in blau-weiß gehalten: Bettwäsche, Handtücher, Geschirr, Kacheln, Bilderrahmen, Teppich usw. Im Bad gibt es kleine Leuchttürme und Kapitänsfiguren, am Eingang liegt ein kleines Boot mit Muscheln darin, auf die Gäste Grußbotschaften geschrieben haben. Wir haben uns jetzt auch verewigt, „Feeling like sailing on the ocean“. Das ist das Schöne an diesen Unterkünften, alle haben so etwas Eigenes und Persönliches. Vor allem kann man in der „Captains Cabin“ beim schlafen direkt aufs Meer schauen und bei offenen Fensterwänden die ganze Nacht Meeresrauschen, Möwen und Grillen hören. Not so bad!

Diabolical – Weather-Forecast extreme
Am Nachmittag sahen wir uns erstmal etwas um. Hier ist eine wahre Maori-Hochburg, auf Schritt und Tritt findet man Denkmäler, Kultstätten und Versammlungshäuser. Wir kamen an Muriwais Höhle, die Tante von Wairaka, nach deren Heldentat die Stadt benannt wurde (sie steuerte ein waka – ein riesiges Kanu – wieder sicher in den Hafen, als es auf´s offene Meer hinaustrieb). Je weiter wir richtung East Coast reisen, umso mehr werden wir in Maori-bewohnte Bereiche kommen.

Wir machten auch ein Whale Watching-Unternehmen aus, mit dem Sarah am Donnerstag rausfahren wollte. Wir sollten aber morgens noch mal anrufen. Die Tour fiel leider ins Wasser – die Vorhersage sei laut Skipper „diabolical“, nur Lebensmüde würden dabei rausfahren. Na gut, das sind wir ja nicht…

Inzwischen versuchen wir, up to date zu bleiben. Soso, der Wulff ist jetzt also in einer Klinik. Und Whitney ist tot. Letzteres Ereignis ließ uns einen Blick auf die Vielfalt der Neuseeländischen Presse werfen. Hier scheint es keine große Auswahl an Schlagzeilen zu geben (siehe Photo).

Beim Einkauf erstand Sari zwei heißersehnte „Marshmellow Eggs“, pappsüßer Oster-Brabbes, die sie vor zwei Jahren hier bereits begeistert verspeiste. Überhaupt – „New World“ ist unser Dealer. Sowas wie der neuseeländische Real, wenn man so will. Und was läuft dort? Simply Red, unser persönliches NZ-Musikprogramm. Die verfolgen uns…..

Uns fällt auf, dass wir doch jetzt schon zunehmend „Denglish“ sprechen. Für manche Wörter sind wir schon zu faul, den deutschen Begriff zu wählen. Da gehen wir zum „Harbour“ oder an die „Wharf“, sogar Pupsis Lied wurde umgedichtet. Statt „Pippiwindel“ heißt es jetzt „Ist die „Pipi-Nappi, ist die Pipi-Nappi“. Klappt auch.

Überhaupt: „Everyone loves Pupsi“. Egal wo wir hinkommen, Alejandra schäkert mit allen und öffnet die Herzen. „What a lovely little baby, hello sunshine, look at the cutie” rund um die Uhr. Tja, die stiehlt uns die Show. Unsere Maus wächst indes immer mehr und versucht angestrengt den Vierfüßlerstand. Ihr Bewegungsradius wird dabei täglich größer, wir müssen sie ständig im Auge behalten. Sari schwätzt jetzt Alejandrisch, beide sind schwer am kommunizieren (bababa, ppppffffffffrrrrr, ha ta ta ta).

Am Mittwoch war ein trauriger Tag für die Kiwis. Vor einem Jahr gab es in Christchurch ein großes Erdbeben, bei dem fast 200 Menschen starben. Entsprechend waren die Flaggen auf Halbmast und es gab viele Dokumentationen und Gedenkfeiern. Am Morgen übertrug das Fernsehen den offiziellen Gedenkgottestdienst in mehreren Sprachen einschl. Gebärdensprachen und über-konfessionell.

Zeitlos im Hier und Jetzt
Am Donnerstag machten wir einen schönen Spaziergang. Ich (Julian) bevorzugte meine Chucks, den die Flip Flops, die ich in Sydney gekauft hatte, verursachen Blasen, Schmerzen und Watschelgang. Wer zieht so was freiwillig an? 20 $ für´n Hintern, aber wer weiß, vielleicht bildet sich ja Hornhaut und es klappt doch noch.

Wir merkten, dass langsam unser Gefühl für Datum und Uhrzeit schwindet, was nur bedeuten kann, dass die Erholung langsam einsetzt. Wir leben richtig und genießen jeden Atemzug.

Trotz Wetter. Hier regnet es nämlich, die Frage ist nur, ob es nieselt oder wie aus Bächen gießt. Aber das macht nichts. Also uns nicht. Für 540 Radfahrer, die hier campen wollten, ist das natürlich ein Desaster. Sari machte aus der Not eine Tugend uns schrieb am Donnerstag ihre Hausarbeit fertig (keine Angst MaOmi, ganz entspannt und ohne Stress – wer kann schon sagen, dass er wissenschaftlich arbeiten kann mit direktem Blick auf die wilde See???). Super!

Ich ging in einem regenfreien Moment mit Alejandra spazieren, wurde aber von den Schauern eingeholt und kam durchnässt zurück. Lob an „Ergo“, der baby-regenschutz leistet ganze Arbeit!

Jetzt genießen wir unseren letzten Abend in der Captain´s Cabin und freuen uns morgen auf das East Cape. Sari schreibt Tagebuch und Alejandra schläft. Gute Nacht aus sunny Whakatane!

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